Weissstorch
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© Marcel Burkhardt
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Weissstorch

Der Weissstorch lebt im offenen Kulturland und baut seine mehrjährig genutzten Horste auf exponierten Bäumen, Gebäuden oder anderen Infrastrukturen. Seine Nahrung sucht er auf Äckern, extensiv genutzten Wiesen und Weiden sowie in Feuchtgebieten, wo er Kleinsäuger, Amphibien oder Regenwürmer erbeutet.

Nach einem starken Rückgang verschwand die Art in der Schweiz als Brutvogel im Jahr 1950. Dank Wiederansiedlungsprojekten stieg die Zahl der Brutpaare bis 2010 wieder auf 269 an. Die Bestandsentwicklung ist dank dem Monitoring der Bruten und der Beringung von Nestlingen gut dokumentiert und 2024 waren es über 1000 Paare.

Mit konkreten Fördermassnahmen wie Horstplattformen oder der Schaffung von Feuchtwiesen kann der Weissstorch unterstützt werden.

Verbreitung und Entwicklung

Schematisierte Verbreitung
Verbreitung - Weissstorch
Schematisierte Verbreitung zur Brutzeit (ocker), im Winter (blau punktiert) oder zu den Zugzeiten (weinrot punktiert).
Brutbestandsindex
Die Grafik zeigt die relative Entwicklung des Brutbestands in der Schweiz (100 = Mittelwert). Lesebeispiel: Ein Wert von 130 bedeutet, dass der Bestand im entsprechenden Jahr 30% über dem Mittelwert der gesamten berücksichtigten Zeitperiode lag.
Bestand und Verbreitung Schweiz
  • Kommt vor allem im Mittelland und östlichen Jura bis auf 600 m ü.M. vor, in der Westschweiz nur spärlich.
  • Grössere Kolonien von über 40 Brutpaaren in Altreu SO, Avenchens VD, Basel-Stadt, Möhlin AG, Murimoos AG, Uznach SG und Sennwald SG.
Entwicklung Schweiz
  • Rückgang seit spätestens 1900 (140 Brutpaare), Verschwinden in der Schweiz 1950.
  • Wiederansiedlungsprojekt ab 1948 (Max Bloesch) mit Erfolgen ab 1960 und Anstieg auf ca. 18 Brutpaare 1970 und 269 Paare 2010.
  • Starker Anstieg ab 2017 auf über 1000 Brutpaare 2024.
International
  • Verbreitungsschwerpunkte in Osteuropa und Spanien.
  • In Westeuropa ähnliche Entwicklung wie in der Schweiz, mit starken Abnahmen bis 1950 und Wiederansiedlungen, inzwischen zunehmend.
  • In östlichen Populationen eher stabil oder teilweise abnehmend.
  • Weltweit insgesamt zunehmend.

Lebensraum und Nahrung

Lebensraum
Feuchtgebiete und Gewässer
Feuchtgebiete, Fliessgewässer, Moore, Seen
Kulturland
Ackerflächen, Wiesen und Weiden
Siedlung
Gebäude, Gärten, Parkanlagen, Siedlungen
Nahrung
Aas
Kadaver
Amphibien
Frösche, Molche
Insekten und Spinnen
Grossinsekten, Heuschrecken
andere Wassertiere
Krebstiere
Säugetiere
Kleinsäuger, Wühlmäuse
Reptilien
Eidechsen
Schnecken
Schnecken
Würmer
Regenwürmer, Wirbellose
Lebensraum- und Nahrungsansprüche

Der Weissstorch nutzt offene Kulturlandschaften mit Feuchtwiesen und Äckern sowie Feuchtgebiete, gerne auch in Siedlungsnähe. Seine Burtplätze wählt er bevorzugt in der Nähe der Nahrungshabitate.

Nahrungshabitat

  • Frisch gepflügte Felder, gemähte Wiesen, Weiden sowie Feuchtgebiete.

Neststandort

  •  Mehrjähriges Nest auf exponierten Gebäuden, Bäumen oder Infrastruktur (Leitungsmasten, Pfähle).
  • Nimmt auch künstliche Plattformen an.

Winterhabitat

  • Bleibt im Winter vermehrt in der Schweiz.
  • In Überwinterungsgebieten in Südeuropa oft auf offenen Mülldeponien oder in Reisfeldern auf Nahrungssuche.
  • In Afrika in Savannenlandschaften.
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Weissstorch

Der Weissstorch lebt im offenen Kulturland und baut seine mehrjährig genutzten Horste auf exponierten Bäumen, Gebäuden oder anderen Infrastrukturen. Seine Nahrung sucht er auf Äckern, extensiv genutzten Wiesen und Weiden sowie in Feuchtgebieten, wo er Kleinsäuger, Amphibien oder Regenwürmer erbeutet.

Nach einem starken Rückgang verschwand die Art in der Schweiz als Brutvogel im Jahr 1950. Dank Wiederansiedlungsprojekten stieg die Zahl der Brutpaare bis 2010 wieder auf 269 an. Die Bestandsentwicklung ist dank dem Monitoring der Bruten und der Beringung von Nestlingen gut dokumentiert und 2024 waren es über 1000 Paare.

Mit konkreten Fördermassnahmen wie Horstplattformen oder der Schaffung von Feuchtwiesen kann der Weissstorch unterstützt werden.
National Prioritäre Art (NPA)
Der Faktor «Verantwortung» beschreibt die internationale Bedeutung des schweizerischen Bestands einer Art. Die Zuteilung zu den Verantwortungsklassen erfolgte vor allem aufgrund der geografischen Verbreitung (Schweiz, europäisch oder weltweit) und der genetischen und/oder ökologischen Bedeutung der Schweizer Populationen.
  • alleinige Verantwortung
  • sehr hohe Verantwortung
  • hohe Verantwortung
  • Verantwortung
  • Mitverantwortung
  • geringe Mitverantwortung
Handlungsebene (NPA)
Für alle National Prioritären Arten wird angegeben, auf welcher Handlungsebene Massnahmen erfolgen sollten: im Rahmen der spezifischen «Artenförderung» (AF), durch spezifischen «Lebensraumförderung» (LF) oder durch die biodiversitätsfreundliche Nutzung der natürlichen Ressourcen auf der «Ganzen Landesfläche» (GL) durch alle Sektoralpolitiken.
Eine Art wurde immer nur einer Ebene zugeteilt. Wenn Massnahmen auf der Ebene «Ganze Landesfläche» (GL) für die Erhaltung und Förderung der Art nicht genügen, braucht es die zweite Ebene, die spezifische «Lebensraumförderung» (LF). Wenn dies ebenfalls nicht ausreicht, kommt zusätzlich die spezifische «Artenförderung» (AF) zum Zuge. Eine Art, die spezifische Artenfördermassnahmen benötigt, ist demzufolge auch bei der Umsetzung von Massnahmen auf den Ebenen «Lebensraumförderung» und «Ganze Landesfläche» besonders zu berücksichtigen.
  • AF Artenförderung
  • LF Lebensraumförderung
  • GL ganze Landesfläche
AF
Dringlichkeit
Für alle Arten der Handlungsebenen «Artenförderung» (AF) und «Lebensraumförderung» (LF) erfolgte eine Beurteilung durch Expert:innen, mit welcher zeitlichen Dringlichkeit Massnahmen umzusetzen, fortzusetzen und/oder neu zu planen sind. Dabei wurden die beiden Faktoren Gefährdung und internationale Verantwortung einbezogen und die Erfolgsaussichten berücksichtigt.
  • notwendig und wichtig
Circle
Circle
Circle
Bestand Schweiz
(2021-2024)
Der Bestand gibt an, wie viele Paare im angegebenen Zeitraum gebrütet haben. Da diese Zahl von Jahr zu Jahr schwankt und es Ungenauigkeiten bei der Bestandserhebung gibt, wird eine Bandbreite angegeben. Bei einigen schwierig zu erfassenden Arten sind nur die balzenden Männchen angegeben. Aus den Angaben zum Bestand kann man nicht einfach durch Verdopplung die Zahl der Individuen berechnen. Die Anzahl Vögel ist nach der Brutzeit viel höher, einige Vögel brauchen Jahre, bis sie fortpflanzungsfähig sind und teilweise ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern nicht 1:1.
800-1100Paare
Rote Liste
Rote Listen basieren auf den wissenschaftlichen Kriterien der IUCN und beurteilen das Aussterberisiko einer Art. Das hilft zu erkennen, wo der Handlungsbedarf im Naturschutz besonders gross ist.
  • nahezu bedroht (NT)

Projektträger

Gefahren, Aktivitäten und Prognosen
Limitierende Faktoren und Gefahren

Die grösste Gefahr für den Weissstorch sind Kollisionen und Stromschläge an Freileitungen. Lokal fehlen gute Nahrungshabitate in der Nähe von Nistplätzen.

 
Brutzeit
  • In traditionellen Kolonien ist die Konkurrenz um geeignete Nistplätze teilweise sehr gross.
  • Kühle, nasse Witterung zur Nestlingszeit verringert den Bruterfolg.
  • Ins Nest eingebrachter oder verfütterter Abfall ist eine Gefahr für Nestlinge und Altvögel.
 
Zug/Winter
  • Kollisionen und Stromschläge an Freileitungen auf dem Zugweg.
  • Teilweise Mangel an guten Nahrungshabitaten auf den Zugrouten und in den Winterquartieren.
  • Bejagung in Südeuropa und Afrika ist nach wie vor ein Problem.
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Notwendige Aktivitäten
Monitoring
  • Überwachung der Horste schweizweit mit Kontrollen der Besetzung und des Bruterfolgs – möglichst weiterführen.
  • Jahrzehntelange Beringung von Nestlingen und Ringablesungen von Brutvögeln und auf den Zugrouten liefern wichtige Informationen zu Bestandsentwicklung, Sterblichkeit und Zugverhalten.
 
Förderung
  • Beratung und Sensibilisierungsaktivitäten sind nötig, um Konflikten vorzubeugen.
  • Koloniebetreuung bei grossen Kolonien sicherstellen (z.B. Unterhalt von Horsten).
  • Nahrungshabitate in der Nähe von Brutplätzen schaffen oder erhalten.
  • Gefahren entschärfen: gefährliche Mittelspannungsmasten sanieren.
 
Forschung
  • Bedeutung von Bruterfolg, Überlebensraten, Immigration/Emigration für die Bestandsentwicklung ermittlen.
  • Zug- und Überwinterungsverhalten im Kontext des Klimawandels verstehen.
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Erfolgsaussichten und Prognosen
  • Die Art profitiert von milden Wintern in Europa, hingegen werden vermehrt extreme Wetterverhältnisse im Frühling (nass/kalt oder sehr trocken) den Bruterfolg negativ beeinflussen.
  • Auswirkungen der Schliessung offener Deponien in Südeuropa unklar.
  • Kann verstärkt als Schirmart für Förderung von Feuchtflächen im Kulturland dienen.
  • Starkes Bestandswachstum führt lokal zu schwindender Toleranz – Sensibilisierung verstärken.
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Fördermassnahmen und Stakeholder
Nisthilfen anbieten und pflegen

Die Zurverfügungstellung und der Unterhalt von Horstplattformen oder Anbieten von geeignetem Astmaterial für den Horstbau wirkt dem Mangel an natürlichen Nistgelegenheiten entgegen.

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Gemeinden
Naturschutz
Private
Feuchtäcker und -wiesen schaffen
Feuchtwiesen und -äcker sind wertvolle Lebensräume und fördern das Nahrungsangebot.
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Bund
Gemeinden
Landwirtschaft
Naturschutz
Extensive Bewirtschaftung fördern
Ungedüngte Wiesen, Verzicht auf Pestizide oder Mulchen fördern die Vielfalt an Pflanzen und Insekten und damit die Lebensraumqualität (Nistplätze für Bodenbrüter, Nahrungsangebot).
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Landwirtschaft
Nistplätze bei Bauvorhaben berücksichtigen
Auf bekannte Nistplätze von Gebäudebrütern (bspw. durch Inventare in Gemeinden) soll bei Bauvorhaben Rücksicht genommen werden.
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Gemeinden
Industrie und Gewerbe
Planer und Architekten
Private
Gefährliche Leitungen / Masten sanieren
Kollisionen können mit entsprechenden Markierungen an Leitungen verhindert werden; Stromschläge (Elektrokution) durch Isolatoren oder Abdeckhauben an Strommasten.
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Gemeinden
Industrie und Gewerbe
Kantone
Förderprojekte Schweizerische Vogelwarte
Artenförderung
Artenförderung Weissstorch
vogelwarte.ch
Populationsbiologie
Demografisches Populationsmonitoring
vogelwarte.ch
Konflikte Vögel - Mensch
Vögel und Freileitungen
vogelwarte.ch
Weitere Projekte
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Vögel der Schweiz

Weissstorch

Der Weissstorch ist als Kinder bringender Klapperstorch und als Glücksbringer «Adebar» wohlbekannt. Seit der Antike wurde der Storch als Botschafter der Fruchtbarkeit von einigen Völkern vergöttert und geschützt. Die Intensivierung und moderne Methoden der Landwirtschaft sind verantwortlich, dass diese Stelzvögel heute Probleme haben, ihre Jungen mit ausreichend Nahrung zu versorgen....
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Synergien mit anderen Prioritätsarten