Kiebitz
Der Verlust von Feuchtgebieten und die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung führten im 20. Jahrhundert zu einem starken Rückgang des Kiebitzes. 2004 brüteten nur noch 80 Paare in der Schweiz. Nur dank gezielter Schutz- und Fördermassnahmen konnte sich der Bestand auf heute rund 200 Brutpaare erholen.
Nach wie vor gilt der seltene Bodenbrüter als stark gefährdet (EN) und ist auf gezielte Massnahmen angewiesen, wie etwa die Anlage geeigneter Brutflächen ohne Bewirtschaftung zur Brutzeit (z.B. Kiebitzbrachen, Feuchtäcker) oder Schutzzäune rund um Brutflächen, um Gelege und Küken vor Fressfeinden (v.a. Rotfuchs) zu schützen.
Verbreitung und Entwicklung
Lebensraum und Nahrung
Kiebitz
Der Verlust von Feuchtgebieten und die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung führten im 20. Jahrhundert zu einem starken Rückgang des Kiebitzes. 2004 brüteten nur noch 80 Paare in der Schweiz. Nur dank gezielter Schutz- und Fördermassnahmen konnte sich der Bestand auf heute rund 200 Brutpaare erholen.
Nach wie vor gilt der seltene Bodenbrüter als stark gefährdet (EN) und ist auf gezielte Massnahmen angewiesen, wie etwa die Anlage geeigneter Brutflächen ohne Bewirtschaftung zur Brutzeit (z.B. Kiebitzbrachen, Feuchtäcker) oder Schutzzäune rund um Brutflächen, um Gelege und Küken vor Fressfeinden (v.a. Rotfuchs) zu schützen.
Ohne Schutz- und Fördermassnahmen überleben zu wenige Jungvögel, damit hiesige Populationen stabil bleiben. Es braucht grossflächige natürliche Lebensräume sowie von der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung ausgesparte Flächen und Schutz vor Prädation.
- Zerstörung und Fehlen natürlicher Lebensräume (Riedwiesen, Flachmoore).
- Fehlen ungestörter Brutflächen.
- Intensive landwirtschaftliche Nutzung, unwillentliche Zerstörung von Gelegen und Küken.
- Prädation (v.a. Rotfuchs, z.T. Rabenkrähe, Greifvögel).
- Bejagung und Wilderei in den Überwinterungsgebieten (z.B. Frankreich) kommt immer noch vor.
- Lokale Überwachung von Kolonien in der gesamten Schweiz: Brutansiedlungen, Balzaktivitäten im Frühjahr sowie Ermittlung der Anzahl Brutpaare und des Bruterfolgs.
- Schutz von Nestern und Küken vor Bewirtschaftung (Beobachtung der Bruten, Begleitung der Landwirte) und vor Prädatoren (Schutzzäune errichten und überwachen).
- Schaffung von Bruthabitaten (Feuchtwiesen und -äcker, Kiebitzbrachen, Flutmulden) und gezielte Pflege (Beweidung, Bodenbearbeitung vor Eiablage, Wassereinstau, Bewässerung).
- Prüfen der Validität des Schwellenwerts 0.8 notwendigen Flügglingen pro Brutpaar für den Populationserhalt.
- Ermittlung der Faktoren, welche den individuellen Bruterfolg beeinflussen (Koloniegrösse, Dichte, Wetter, Schutzmassnahmen, Bruthabitat, usw.).
- Prüfung der Wirksamkeit alternativer Methoden zu Schutzzäunen.
- Starke Abhängigkeit von Schutz- und Fördermassnahmen, um die notwendige Reproduktion zum Erhalt der Populationen zu erreichen.
- Klimatische Veränderungen (fehlende Niederschläge) sind eine Herausforderung: Sicherstellen feuchter Flächen (Wassereinstau, Bewässerung) ist wichtig.
- Schaffung mehr geeigneter Lebensräume ist von zentraler Bedeutung. Der Schweizer Bestand hängt heute stark vom Schicksal einiger weniger Kolonien ab.
Der Kiebitz ist auf feuchte Wiesen und Äcker angewiesen. Kiebitze nutzen diese Gebiete als Brutplatz und zur Aufzucht der Jungen, die im feuchten Oberboden genügend Nahrung finden.
Bei der landwirtschaftlichen Bearbeitung von Wiesen und Äckern werden Gelege und Küken unwillentlich zerstört. Um Bruterfolg zu ermöglichen, werden Gelege lokalisiert und bei der Bewirtschaftung ausgespart. Der Schutz der Brutplätze mit Elektrozäunen hält Bodenprädatoren ab.
Kiebitzbrachen sowie extensiv genutzte Wiesen und Weiden sind geeignete Bruthabitate. Hier sind die potenziellen Gefahren für Bruten durch landwirtschaftliche Bewirtschaftung minimiert. In Kiebitzbrachen finden Küken genügend Nahrung und Deckung (Aufnahme vom 7. Mai 2024).