Braunkehlchen
Verbreitung und Entwicklung
Lebensraum und Nahrung
Braunkehlchen
Das Braunkehlchen ist ein Opfer der intensiven Grünlandnutzung in den Brutgebieten. Zusätzlich geht Lebensraum durch Vergandung (Wiederbewaldung), Infrastrukturen oder Störungen verloren. Verluste im Winterquartier beeinflussen die Bestandsentwicklung wohl kaum.
- Zu frühe und häufige Mahd zerstört viele Bruten (z.T. auch brütende Weibchen).
- Reduziertes Insektenangebot (Menge und Erreichbarkeit) durch Düngung und Bewässerung von Wiesen.
- Prädation (z.B. Füchse, Hauskatzen).
- Schneefälle zur Nestlingszeit führen zu Brutausfällen.
- Der Zug ist für alle Langstreckenzieher eine Herausforderung (Jagd, Rastplatz- und Nahrungsverlust, Klimawandel, Lichtverschmutzung, usw.).
- Diese Probleme spielen gegenüber dem Lebensraumverlust im Brutgebiet aber vermutlich eine untergeordnete Rolle.
- Überwachung der Bestandsentwicklung fortführen.
- Regionale Verbreitungsschwerpunktgebiete identifizieren (Kartierung der Ausgangslage).
- Wirkungskontrollen vor und nach der Umsetzung von Massnahmen durchführen.
- Extensivierung möglichst grosser Flächen im Rahmen des ökologischen Ausgleichs und regionalen Förderprojekten mit Partnern (v.a. grossflächig spät geschnitten).
- Weitere Evaluation von Fördermassnahmen in Schwerpunktgebieten.
- Beratung und Sensibilisierung der lokalen Akteure (Landwirte, allgemeine Bevölkerung).
- Angewandte Forschung zu den Fördermassnahmen weiterführen, die eine Stabilisierung bzw. Erholung der Bestände unter den heutigen landwirtschaftlichen Rahmenbedingungen ermöglichen (v.a. Sömmerungsgebiet).
- Wissensaustausch über die International Whinchat Working Group weiterführen.
- In Niederungen sind kaum grossflächige, spät gemähte Wiesen vorhanden, darum nur punktuelle Ansiedlungen von Einzelpaaren möglich.
- Nur in höheren Lagen, wo Grünlandgebiete grossflächig extensiv und spät genutzt werden, hat die Art eine Zukunft.
- Schirmart für vielfältige Bergwiesen.
- Auswirkungen des Klimawandels und somit auf Verbreitung v.a. im Sömmerungsgebiet unklar.
- Ohne Massnahmen folgt eine weitere Verschlechterung der kritischen Lage.
Eine extensive Beweidung fördert eine arten- und strukturreiche Vegetation und hält Grünlandflächen offen (Massnahme gegen Verbuschung und Verwaldung).
Nester können durch ausgesparte Flächen bei der Mahd/Bewirtschaftung geschützt werden. Diese aufwändige Massnahme ist nur für kleine Bestände in früh genutztem Grünland geeignet.
Entbuschungen, aber auch Wiedervernässungen erhalten den offenen Landschaftscharakter und verhindern das Aufkommen von Wald.