Feldlerche
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© Mathias Schäf
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Feldlerche

Die Feldlerche bewohnt offene Kulturlandschaften und meidet hohe Strukturen wie Bäume oder Siedlungen. Ihr trillernder Gesang erklingt oft in minutenlangen Singflügen. Sie nistet am Boden und braucht lückige, niedrige Vegetation zur Nahrungssuche, etwa in Äckern oder extensivem Grünland. Seit den 1970er-Jahren nimmt ihr Bestand durch intensive Landwirtschaft europaweit ab – auch in der Schweiz. Heute gilt sie auf der Roten Liste als «verletzlich» (VU). Um die Feldlerche zu fördern, braucht es Biodiversitätsflächen in offenen Lagen wie Bunt- oder Rotationsbrachen, Ackerschonstreifen, Säume auf Ackerland und extensive Wiesen sowie gezielte Massnahmen auf Produktionsflächen wie Weitsaaten in Getreide.

Verbreitung und Entwicklung

Schematisierte Verbreitung
Verbreitung - Feldlerche
Schematisierte Verbreitung zur Brutzeit (ocker), im Winter (blau punktiert) oder zu den Zugzeiten (weinrot punktiert).
Brutbestandsindex
Die Grafik zeigt die relative Entwicklung des Brutbestands in der Schweiz (100 = Mittelwert). Lesebeispiel: Ein Wert von 130 bedeutet, dass der Bestand im entsprechenden Jahr 30% über dem Mittelwert der gesamten berücksichtigten Zeitperiode lag.
Bestand und Verbreitung Schweiz
  • Die höchsten Dichten erreicht die Feldlerche in trockenen Getreideanbaugebieten im westlichen Mittelland, in der Ajoie (JU) und im Klettgau (SH) zwischen 400 und 800 m ü.M.
  • Besiedelt auch subalpine und alpine Gebiete (Hochplateaus auf rund 2000 m ü.M.).
Entwicklung Schweiz
  • Seit den 1970er-Jahren sind die Bestände stark rückläufig.
  • Viele ehemals besiedelte Gebiete sind mittlerweile verwaist. Auch die Dichte hat fast überall abgenommen.
  • In höheren Lagen sind die Bestände ebenfalls vielerorts rückläufig.
International
  • Bestandsentwicklungen in weiten Teilen Europas negativ (über 50 % seit 1980).
  • Hauptursache für den Negativtrend ist die Intensivierung der Landnutzung, einerseits durch die Landwirtschaft, aber zunehmend auch durch die Zersiedelung der Landschaft.

Lebensraum und Nahrung

Lebensraum
Alpine Lebensräume
Flächen mit spärlicher Vegetation
Kulturland
Ackerflächen, Brachen, Wiesen und Weiden
Trockenstandorte und Felsen
Steppen
Nahrung
Insekten und Spinnen
Insekten, Spinnen, Insektenlarven, Kleininsekten
Samen
Getreidesamen, Grassamen
Lebensraum- und Nahrungsansprüche

Die Feldlerche benötigt weitläufige, offene Kulturlandschaften mit niedriger und lückiger Vegetation. Sie hält klaren Abstand zu höheren Strukturen (Wald, Siedlung u.ä.).

Nahrungshabitat

  • Lückige und niedrige Vegetation in verschiedenen Ackerkulturen oder Wiesen/Weiden.
  • Entlang von Feldrändern, Saumstrukturen und Buntbrachen; auf unversiegelten Feldwege (mit Kies oder Mergel).

Neststandort

  • In verschiedenen Ackerkulturen (für Erstbrut häufig Winterweizen; später in verschiedenen Frühlingssaaten, Sommergetreide, Hackfrüchte etc.).
  • Spät geschnittene, eher lückige extensive Wiesen.

Winterhabitat

  • Offene Agrarlandschaften (Stoppelfelder, Brachflächen).
  • Milde Tieflagen v.a. West- und Südeuropas.
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Feldlerche

Die Feldlerche bewohnt offene Kulturlandschaften und meidet hohe Strukturen wie Bäume oder Siedlungen. Ihr trillernder Gesang erklingt oft in minutenlangen Singflügen. Sie nistet am Boden und braucht lückige, niedrige Vegetation zur Nahrungssuche, etwa in Äckern oder extensivem Grünland. Seit den 1970er-Jahren nimmt ihr Bestand durch intensive Landwirtschaft europaweit ab – auch in der Schweiz. Heute gilt sie auf der Roten Liste als «verletzlich» (VU). Um die Feldlerche zu fördern, braucht es Biodiversitätsflächen in offenen Lagen wie Bunt- oder Rotationsbrachen, Ackerschonstreifen, Säume auf Ackerland und extensive Wiesen sowie gezielte Massnahmen auf Produktionsflächen wie Weitsaaten in Getreide.
National Prioritäre Art (NPA)
Der Faktor «Verantwortung» beschreibt die internationale Bedeutung des schweizerischen Bestands einer Art. Die Zuteilung zu den Verantwortungsklassen erfolgte vor allem aufgrund der geografischen Verbreitung (Schweiz, europäisch oder weltweit) und der genetischen und/oder ökologischen Bedeutung der Schweizer Populationen.
  • alleinige Verantwortung
  • sehr hohe Verantwortung
  • hohe Verantwortung
  • Verantwortung
  • Mitverantwortung
  • geringe Mitverantwortung
Handlungsebene (NPA)
Für alle National Prioritären Arten wird angegeben, auf welcher Handlungsebene Massnahmen erfolgen sollten: im Rahmen der spezifischen «Artenförderung» (AF), durch spezifischen «Lebensraumförderung» (LF) oder durch die biodiversitätsfreundliche Nutzung der natürlichen Ressourcen auf der «Ganzen Landesfläche» (GL) durch alle Sektoralpolitiken.
Eine Art wurde immer nur einer Ebene zugeteilt. Wenn Massnahmen auf der Ebene «Ganze Landesfläche» (GL) für die Erhaltung und Förderung der Art nicht genügen, braucht es die zweite Ebene, die spezifische «Lebensraumförderung» (LF). Wenn dies ebenfalls nicht ausreicht, kommt zusätzlich die spezifische «Artenförderung» (AF) zum Zuge. Eine Art, die spezifische Artenfördermassnahmen benötigt, ist demzufolge auch bei der Umsetzung von Massnahmen auf den Ebenen «Lebensraumförderung» und «Ganze Landesfläche» besonders zu berücksichtigen.
  • AF Artenförderung
  • LF Lebensraumförderung
  • GL ganze Landesfläche
AF
Dringlichkeit
Für alle Arten der Handlungsebenen «Artenförderung» (AF) und «Lebensraumförderung» (LF) erfolgte eine Beurteilung durch Expert:innen, mit welcher zeitlichen Dringlichkeit Massnahmen umzusetzen, fortzusetzen und/oder neu zu planen sind. Dabei wurden die beiden Faktoren Gefährdung und internationale Verantwortung einbezogen und die Erfolgsaussichten berücksichtigt.
  • dringend
Circle
Circle
Circle
Bestand Schweiz
(2025)
Der Bestand gibt an, wie viele Paare im angegebenen Zeitraum gebrütet haben. Da diese Zahl von Jahr zu Jahr schwankt und es Ungenauigkeiten bei der Bestandserhebung gibt, wird eine Bandbreite angegeben. Bei einigen schwierig zu erfassenden Arten sind nur die balzenden Männchen angegeben. Aus den Angaben zum Bestand kann man nicht einfach durch Verdopplung die Zahl der Individuen berechnen. Die Anzahl Vögel ist nach der Brutzeit viel höher, einige Vögel brauchen Jahre, bis sie fortpflanzungsfähig sind und teilweise ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern nicht 1:1.
23000-30000Paare
Rote Liste
Rote Listen basieren auf den wissenschaftlichen Kriterien der IUCN und beurteilen das Aussterberisiko einer Art. Das hilft zu erkennen, wo der Handlungsbedarf im Naturschutz besonders gross ist.
  • verletzlich (VU)

Projektträger

Gefahren, Aktivitäten und Prognosen
Limitierende Faktoren und Gefahren

Feldlerchen kompensieren als Bodenbrüter hohe Brutverluste mit mehreren Bruten. Doch zu häufige Bewirtschaftungsschritte verhindern erfolgreiches Brüten, Düngung und Insektizide beeinträchtigen Bruthabitat und Nahrung und Zersiedelung lässt den Lebensraum zunehmend verschwinden.

 
Brutzeit
  • Bruthabitat beeinträchtigt durch zu dicht wachsende Kulturen, fehlende Vegetation (z.B. im Mais) und zu grosse Felder.
  • Zu frühes und häufiges Mähen (mindestens 7 Wochen Pause sind nötig).
  • Hohes Prädationsrisiko an Feldrändern oder schmalen Streifen.
  • Niedriges Insektenangebot durch Insektizide.
 
Zug/Winter
  • Feldlerchen überwintern aufgrund milderer Wintern häufiger auch in der Schweiz (v.a. Region Genf).
  • Der Rückgang von Getreidestoppelbrachen führt vermutlich zu einem eingeschränkten Angebot an Körnernahrung.
  • Teilweise werden ziehende Feldlerchen in Südeuropa immer noch bejagt.
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Notwendige Aktivitäten
Monitoring
  • Langzeitmonitorings als Erfolgskontrolle in Projektgebieten (z.B. Klettgau SH, Schamserberg GR).
  • In Hotspotgebieten mit hohen Dichten sind separate Erhebungen nötig.
  • Es gibt Vorkommens- und Potenzialkarten fürs Mittelland und für Wiesenbrüter in höheren Lagen.
 
Förderung
  • Nötig ist ein Mix aus verschiedenen Massnahmen.
  • Biodiversitätsförderflächen in genügender Menge an geeigneter, offener Lage (Bunt- und Rotationsbrachen, Ackerschonstreifen, Säume auf Ackerland und extensive Wiesen).
  • Massnahmen auf Produktionsflächen wie kleinere Parzellen, extensiver Anbau (Reduktion von Pestiziden), Weitsaat, Patches, Untersaaten.
 
Forschung
  • Feldlerchenfreundliche Anbausysteme entwickeln und regionalisieren.
  • Massnahmen auf Produktionsflächen untersuchen (Weitsaat, Untersaaten).
  • Bruterfolg in unterschiedlichen Kulturen erheben und vergleichen.
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Erfolgsaussichten und Prognosen
  • Ohne gezielte Schutzmassnahmen werden die Bestände weiter schrumpfen.
  • Oft zu intensive Landwirtschaft im geeigneten Lebensraum der Feldlerche («landwirtschaftliche Gunstlagen»).
  • Offenhaltung der Landschaft ist gebietsweise herausfordernd. Eine Sensibilisierung und Miteinbezug der Raumplanung ist nötig.
  • Entwicklung regionaler Förderprojekte vor allem in bestehenden Beständen nötig.
  • Fokus vermehrt auch auf alpine Bestände legen.
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Fördermassnahmen und Stakeholder
Kulturenvielfalt schaffen / erhöhen
Kleinparzellierte und vielfältige Kulturlandschaften bieten Lebensraum und Nahrungsgrundlage für viele Vogelarten.
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Bund
Kantone
Landwirtschaft
Biodiversitätsförderflächen anlegen
Buntbrachen, Säume auf Acker sowie extensiv bewirtschaftete und spät genutzte Wiesen und Weiden erlauben ein ungestörtes Brüten und bieten ein ausreichendes Nahrungsangebot.
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Bund
Kantone
Landwirtschaft
Extensive Bewirtschaftung fördern
Ungedüngte Wiesen, Verzicht auf Pestizide oder Mulchen fördern die Vielfalt an Pflanzen und Insekten und damit die Lebensraumqualität (Nistplätze für Bodenbrüter, Nahrungsangebot).
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Bund
Kantone
Landwirtschaft
Naturschutz
Späte Bewirtschaftung / Nutzung fördern
Grossflächig spät gemähte Flächen fördern lokale Bestände von Bodenbrütern am effektivsten.
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Bund
Gemeinden
Kantone
Landwirtschaft
Pärke
Lückige Vegetation schaffen

Eine lückige Vegetation verbessert die Nahrungszugänglichkeit und -aufnahme auf dem Boden. Da Feldlerchen in Kulturen brüten, können Massnahmen für eine lückige Vegetation auch dort sinnvoll sein.

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Gemeinden
Kantone
Landwirtschaft
Förderprojekte Schweizerische Vogelwarte
Lebensraum Kulturland
Artenförderung Feldlerche
vogelwarte.ch
Lebensraum Kulturland
Ressourcenschonende Massnahmen im Ackerbau zur Förderung der Biodiversität
vogelwarte.ch
Praxisorientierte Forschung
Räumliche Priorisierung von Gebieten zur Artenförderung
vogelwarte.ch
Regionalstellen
Lebensraumverbundsystem Klettgau
vogelwarte.ch
Förderprojekte Birdlife
Feldlerchenprojekt Andelfingen
andelfinger-naturschutzverein.ch
Weitere Projekte

Synergien mit anderen Prioritätsarten