Heidelerche
©
© Ralph Martin
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Heidelerche

In der Schweiz ist die Heidelerche vor allem auf den bewaldeten Wytweiden des Jurabogens und in den Walliser Rebbergen anzutreffen. Dort findet sie Flächen mit spärlicher Vegetation vor, in denen zahlreiche leicht zugängliche Insekten und Singwarten vorhanden sind.

Nach einem starken Bestandsrückgang bis in die 1990er-Jahre verzeichnet die Schweizer Population heute erneut eine positive Entwicklung, die insbesondere im Jurabogen sehr markant ist. Die wichtigsten Massnahmen zur Aufrechterhaltung dieser positiven Dynamik sind die Förderung einer extensiven Bewirtschaftung gut strukturierter bewaldeter Wytweiden sowie die Teilbegrünung und die Schaffung strukturierender Elemente in den Rebbergen.

Verbreitung und Entwicklung

Schematisierte Verbreitung
Verbreitung - Heidelerche
Schematisierte Verbreitung zur Brutzeit (ocker), im Winter (blau punktiert) oder zu den Zugzeiten (weinrot punktiert).
Brutbestandsindex
Die Grafik zeigt die relative Entwicklung des Brutbestands in der Schweiz (100 = Mittelwert). Lesebeispiel: Ein Wert von 130 bedeutet, dass der Bestand im entsprechenden Jahr 30% über dem Mittelwert der gesamten berücksichtigten Zeitperiode lag.
Bestand und Verbreitung Schweiz
  • Vorwiegend im Jurabogen und im Wallis anzutreffen.
  • Kleine Populationen im Schaffhauser Randen und im Kanton Genf, einige Paare in anderen Kantonen.
  • Schätzungsweise 250-300 Brutpaare in der Schweiz, Tendenz steigend.
Entwicklung Schweiz
  • Starker Rückgang des Bestands und der Verteilung zwischen 1950 und Ende der 1990er-Jahre.
  • Stabilisierung der Population auf sehr tiefem Niveau bis 2014-2016.
  • Starke regionale Zuwächse seit 2017.
International
  • Vorwiegend in Europa verbreitete Art.
  • Bedeutende Populationen auf der iberischen Halbinsel, in der Türkei, Rumänien und Polen.
  • Zunahme der Bestände und des Verbreitungsgebiets in Europa, insbesondere im Norden.

Lebensraum und Nahrung

Lebensraum
Kulturland
Brachen, Rebberge, Wiesen und Weiden
Trockenstandorte und Felsen
Felsensteppe, Steppen
Nahrung
Insekten und Spinnen
Insekten, Spinnen, Ameisen, Insektenlarven, Kleininsekten
Samen
Getreidesamen, Grassamen
Würmer
Wirbellose
Lebensraum- und Nahrungsansprüche

Die Heidelerche bevorzugt offene, sonnige Areale mit gut drainierten Böden, bedeckt mit spärlicher Vegetation, reich an Büschen und strukturierenden Elementen wie bewaldeten Wytweiden und Rebbergen.

Nahrungshabitat

  • Flächen mit lückiger, spärlicher Vegetation.
  • Flächen mit kahlem Boden und kleinen Felsvorsprüngen.

Neststandort

  • Auf dem Boden, in der Nähe von Vegetationsbüscheln.

Winterhabitat

  • Die Heidelerche zählt zu den Teilziehern und verbringt den Winter in der Westschweiz, in Frankreich oder Spanien.
  • In den Überwinterungsgebieten ist sie auf Kulturland und Brachen zu finden.
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Heidelerche

In der Schweiz ist die Heidelerche vor allem auf den bewaldeten Wytweiden des Jurabogens und in den Walliser Rebbergen anzutreffen. Dort findet sie Flächen mit spärlicher Vegetation vor, in denen zahlreiche leicht zugängliche Insekten und Singwarten vorhanden sind.

Nach einem starken Bestandsrückgang bis in die 1990er-Jahre verzeichnet die Schweizer Population heute erneut eine positive Entwicklung, die insbesondere im Jurabogen sehr markant ist. Die wichtigsten Massnahmen zur Aufrechterhaltung dieser positiven Dynamik sind die Förderung einer extensiven Bewirtschaftung gut strukturierter bewaldeter Wytweiden sowie die Teilbegrünung und die Schaffung strukturierender Elemente in den Rebbergen.
National Prioritäre Art (NPA)
Der Faktor «Verantwortung» beschreibt die internationale Bedeutung des schweizerischen Bestands einer Art. Die Zuteilung zu den Verantwortungsklassen erfolgte vor allem aufgrund der geografischen Verbreitung (Schweiz, europäisch oder weltweit) und der genetischen und/oder ökologischen Bedeutung der Schweizer Populationen.
  • alleinige Verantwortung
  • sehr hohe Verantwortung
  • hohe Verantwortung
  • Verantwortung
  • Mitverantwortung
  • geringe Mitverantwortung
Handlungsebene (NPA)
Für alle National Prioritären Arten wird angegeben, auf welcher Handlungsebene Massnahmen erfolgen sollten: im Rahmen der spezifischen «Artenförderung» (AF), durch spezifischen «Lebensraumförderung» (LF) oder durch die biodiversitätsfreundliche Nutzung der natürlichen Ressourcen auf der «Ganzen Landesfläche» (GL) durch alle Sektoralpolitiken.
Eine Art wurde immer nur einer Ebene zugeteilt. Wenn Massnahmen auf der Ebene «Ganze Landesfläche» (GL) für die Erhaltung und Förderung der Art nicht genügen, braucht es die zweite Ebene, die spezifische «Lebensraumförderung» (LF). Wenn dies ebenfalls nicht ausreicht, kommt zusätzlich die spezifische «Artenförderung» (AF) zum Zuge. Eine Art, die spezifische Artenfördermassnahmen benötigt, ist demzufolge auch bei der Umsetzung von Massnahmen auf den Ebenen «Lebensraumförderung» und «Ganze Landesfläche» besonders zu berücksichtigen.
  • AF Artenförderung
  • LF Lebensraumförderung
  • GL ganze Landesfläche
AF
Dringlichkeit
Für alle Arten der Handlungsebenen «Artenförderung» (AF) und «Lebensraumförderung» (LF) erfolgte eine Beurteilung durch Expert:innen, mit welcher zeitlichen Dringlichkeit Massnahmen umzusetzen, fortzusetzen und/oder neu zu planen sind. Dabei wurden die beiden Faktoren Gefährdung und internationale Verantwortung einbezogen und die Erfolgsaussichten berücksichtigt.
  • notwendig und wichtig
Circle
Circle
Circle
Bestand Schweiz
(2025)
Der Bestand gibt an, wie viele Paare im angegebenen Zeitraum gebrütet haben. Da diese Zahl von Jahr zu Jahr schwankt und es Ungenauigkeiten bei der Bestandserhebung gibt, wird eine Bandbreite angegeben. Bei einigen schwierig zu erfassenden Arten sind nur die balzenden Männchen angegeben. Aus den Angaben zum Bestand kann man nicht einfach durch Verdopplung die Zahl der Individuen berechnen. Die Anzahl Vögel ist nach der Brutzeit viel höher, einige Vögel brauchen Jahre, bis sie fortpflanzungsfähig sind und teilweise ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern nicht 1:1.
500-1100Paare
Rote Liste
Rote Listen basieren auf den wissenschaftlichen Kriterien der IUCN und beurteilen das Aussterberisiko einer Art. Das hilft zu erkennen, wo der Handlungsbedarf im Naturschutz besonders gross ist.
  • verletzlich (VU)

Projektträger

Gefahren, Aktivitäten und Prognosen
Limitierende Faktoren und Gefahren

In der Schweiz sind der Verlust von Lebensraum und dessen verminderte Qualität die grössten Gefahren für die Art. Auch verringert der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln das Nahrungsangebot in potenziell geeigneten Lebensräumen, vor allem in Rebbergen.

 
Brutzeit
  • Verlust von Lebensraum durch intensivere Landwirtschaftspraxis, Homogenisierung der Landschaft oder Verbuschung nicht genutzter Flächen.
  • Ungünstige Witterungsbedingungen während der Brutzeit.
 
Zug/Winter
  • Ungünstige Witterungsbedingungen und zu viel Schnee reduzieren den Zugang zu und die Verfügbarkeit von Nahrung während des Vogelzugs und in Überwinterungsgebieten.
Mehr anzeigen
Notwendige Aktivitäten
Monitoring
  • Im regionalen Naturpark Chasseral und im Schaffhauser Randen werden jährlich Erhebungen in Sektoren durchgeführt.
  • Vergleichssektoren in anderen Regionen würden den Überblick über die Entwicklung der Art in der Schweiz verbessern.
 
Förderung
  • Förderung von Flächen mit lückiger Vegetation und Felsvorsprüngen.
  • Förderung einer extensiven Nutzung von Wytweiden.
  • Förderung von Kleinstrukturen.
  • Förderung von bewaldeten Wytweiden.
  • Wiedereröffnung von verbuschten lückigen Wytweiden.
  • Förderung von Teilbegrünung und Strukturen in Rebbergen.
 
Forschung
  • Vertiefung der Forschung über die jüngste positive Entwicklung der Art in der Schweiz und über ihre Lebensraumpräferenzen auf bewaldeten Wytweiden.
  • Studien zum Bruterfolg und zur Populationsdynamik.
Mehr anzeigen
Erfolgsaussichten und Prognosen
  • Der Bestand der Heidelerche in der Schweiz entwickelt sich positiv – vermutlich dank vorteilhafter klimatischer Bedingungen.
  • Aktuell besiedelte Gebiete müssen geschützt und die Lebensraumausstattung in potenziell günstigen Gebieten verbessert werden, um das Wachstum der Population zu fördern.
Mehr anzeigen
Fördermassnahmen und Stakeholder
Extensive Beweidung fördern
Eine extensive Beweidung fördert eine arten- und strukturreiche Vegetation.
Mehr anzeigen
Kantone
Landwirtschaft
Lückige Vegetation schaffen
Eine lückige Vegetation verbessert die Nahrungszugänglichkeit am Boden.
Mehr anzeigen
Kantone
Landwirtschaft
Kleinstrukturen fördern
Kleinstrukturen wie Ast- oder Steinhaufen, Sandlinsen oder Trockensteinmauern fördern die Biodiversität.
Mehr anzeigen
Kantone
Landwirtschaft
Naturschutz
Pärke
Sing- oder Jagdwarten fördern
Einzelsträucher, Bäume oder Holzpfosten können als Singwarten und Jagdwarten dienen und verbessern die Lebensraumausstattung.
Mehr anzeigen
Kantone
Landwirtschaft
Naturschutz
Pärke
Extensive Bewirtschaftung fördern

Der Verzicht auf eine Düngung der Wytweiden schont Flächen mit spärlicher Vegetation, und die Vermeidung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln fördert die Nahrungsmittelsuche.

Mehr anzeigen
Kantone
Landwirtschaft
Förderprojekte Schweizerische Vogelwarte
Artenförderung
Artenförderung Heidelerche
vogelwarte.ch
Praxisorientierte Forschung
Räumliche Priorisierung von Gebieten zur Artenförderung
vogelwarte.ch
Weitere Projekte

Synergien mit anderen Prioritätsarten