Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten
Mittelspecht
Der Mittelspecht bevorzugt Wälder mit vielen alten, grobborkigen Laubbäumen, insbesondere eichenreiche Wälder und Auenwälder. Wenig oder gar nicht bewirtschaftete Wälder ohne Alteichen, aber mit vielen anderen alten und grobborkigen Laubbäumen sowie viel stehendem Totholz wie etwa Erlenbruch- und Buchenwälder, werden auch besiedelt. Hierzulande kommt die Art zwischen 300 und 700 m ü.M. in der Nordschweiz (Kantone Thurgau bis Jura), entlang des Jura-Südfusses bis in den Kanton Genf sowie neuerdings im Wallis bis St. Maurice und in der Zentralschweiz bis Luzern vor. Nach Arealverlusten ab den Fünfzigerjahren breitet sich die Art seit 1993–1996 wieder aus.
Für den Erhalt und die Förderung des Mittelspechts sind strukturreiche Eichenwälder mit einem hohen Alt- und Totholzanteil zentral.
Für den Erhalt und die Förderung des Mittelspechts sind strukturreiche Eichenwälder mit einem hohen Alt- und Totholzanteil zentral.
Verbreitung und Entwicklung
Schematisierte Verbreitung
Schematisierte Verbreitung zur Brutzeit (ocker), im Winter (blau punktiert) oder zu den Zugzeiten (weinrot punktiert).
Brutbestandsindex
Die Grafik zeigt die relative Entwicklung des Brutbestands in der Schweiz (100 = Mittelwert). Lesebeispiel: Ein Wert von 130 bedeutet, dass der Bestand im entsprechenden Jahr 30% über dem Mittelwert der gesamten berücksichtigten Zeitperiode lag.
Lebensraum und Nahrung
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten
Mittelspecht
Der Mittelspecht bevorzugt Wälder mit vielen alten, grobborkigen Laubbäumen, insbesondere eichenreiche Wälder und Auenwälder. Wenig oder gar nicht bewirtschaftete Wälder ohne Alteichen, aber mit vielen anderen alten und grobborkigen Laubbäumen sowie viel stehendem Totholz wie etwa Erlenbruch- und Buchenwälder, werden auch besiedelt. Hierzulande kommt die Art zwischen 300 und 700 m ü.M. in der Nordschweiz (Kantone Thurgau bis Jura), entlang des Jura-Südfusses bis in den Kanton Genf sowie neuerdings im Wallis bis St. Maurice und in der Zentralschweiz bis Luzern vor. Nach Arealverlusten ab den Fünfzigerjahren breitet sich die Art seit 1993–1996 wieder aus.
Für den Erhalt und die Förderung des Mittelspechts sind strukturreiche Eichenwälder mit einem hohen Alt- und Totholzanteil zentral.
Für den Erhalt und die Förderung des Mittelspechts sind strukturreiche Eichenwälder mit einem hohen Alt- und Totholzanteil zentral.
Gefahren, Aktivitäten und Prognosen
Limitierende Faktoren und Gefahren
Naturnahe, artenreiche Laubmischwälder mit Eichen, grobborkigen Altbäumen, stehendem Totholz von mindestens 10 ha (1 Paar) bzw. 100 ha (10 Paare) sind limitierend. Gefährdung durch übermässige Nutzung alter Eichen und zu wenigen Eichenpflanzungen.
Brutzeit
- Mangel an alten, eichenreichen Laubwäldern ausreichender Grösse (mindestens 10 ha).
- Entfernung von Bäumen mit Konsolenpilzen oder bestehenden Höhlen.
- Entfernung von Alteichen und stehendem Totholz.
- Zu wenige Eichennachwuchsflächen für künftige Bruthabitate.
Zug/Winter
- Wie Brutzeit.
Notwendige Aktivitäten
Monitoring
- Jährliche Kartierungen im Monitoring Häufige Brutvögel (MHB).
- Gezielte Kartierungen mit Klangattrappen im Abstand von 10 Jahren sollten kantonsweise in Kantonen mit den grössten Beständen (Stand 2019: AG, BL, GE, JU, NE, SH, SO, TG, VD, ZH) gemacht werden.
Förderung
- Nachhaltige Nutzung/Erhalt von Alteichenwäldern.
- Längere Umtriebszeiten.
- Sonderwaldreservate ab 10 ha einrichten.
- Vernetzung von Lebensräumen (Altholzbestände).
- Allgemeine Förderung von alten Eichen und Buchen sowie Totholz in Wäldern.
- Regelmässige Verjüngung der Eiche in den nächsten Jahrzehnten.
Forschung
- Weiterhin Wissenslücken bezüglich Reproduktion, Überleben, Immigration, Emigration.
- (Umwelt-)Faktoren, die diese Parameter beeinflussen, und wie letztere auf Bestandswachstum wirken.
- Quellpopulationen unbekannt.
- Kaum Daten zum Ausbreitungsverhalten junger Vögel.
- Gründe für Bestandszunahme unklar.
Erfolgsaussichten und Prognosen
- Art profitiert von Waldnaturschutz.
- Alte Laubwälder mit Baummikrohabitaten fördern.
- Alteichen schonen, Eichen fördern.
- Mehr Laubmisch- statt Nadelwälder vorteilhaft.
- Totholzzunahme positiv für Art.
- Steigende Holznachfrage könnte Totholz und Bäume mit Pilzen, Morschholz, etc. reduzieren.
- Stabile Lebensräume und Fördergelder nötig.
Fördermassnahmen und Stakeholder
Eichenbestände erhalten und fördern
Eichen weisen eine grosse Insektenvielfalt auf und sind so für Vögel eine wichtige Nahrungsquelle.
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Bund
Forstwirtschaft
Gemeinden
Kantone
Naturschutz
Waldreservate einrichten
Sonder- oder Naturwaldreservate ermöglichen gezielte Massnahmen zur Förderung von ausgewählten Arten resp. Artgemeinschaften.
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Forstwirtschaft
Gemeinden
Kantone
Höhlenbäume erhalten
Höhlenbäume bieten Nistmöglichkeiten für verschiedenste Vogelarten wie Meisen und Spechte.
Forstwirtschaft
Gemeinden
Naturschutz
Private
Pärke
Totholzanteil erhöhen
Stehendes und liegendes Totholz fördert das Insektenangebot und die Nistmöglichkeiten für Höhlenbrüter.
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Forstwirtschaft
Gemeinden
Kantone
Naturschutz
Pärke
Publikationen
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© Marcel Burkhardt
Vögel der Schweiz
Mittelspecht
Der Mittelspecht ist ein Habitatspezialist, der bei uns hauptsächlich ehemalige Mittelwälder mit zahlreichen Alteichen besiedelt. Der Bestand ist gefährdet und langfristig wird er sich nur halten können, wenn grossflächige Wälder mit der Eiche als Hauptbaumart bestehen bleiben. Im Gegensatz zu anderen Spechten trommelt der Mittelspecht nur sehr selten. Stattdessen ist in der Brutzeit...
Zum Artportrait in der Vogeldatenbank