Mittelspecht
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© Marcel Burkhardt
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Mittelspecht

Der Mittelspecht bevorzugt Wälder mit vielen alten, grobborkigen Laubbäumen, insbesondere eichenreiche Wälder und Auenwälder. Wenig oder gar nicht bewirtschaftete Wälder ohne Alteichen, aber mit vielen anderen alten und grobborkigen Laubbäumen sowie viel stehendem Totholz wie etwa Erlenbruch- und Buchenwälder, werden auch besiedelt. Hierzulande kommt die Art zwischen 300 und 700 m ü.M. in der Nordschweiz (Kantone Thurgau bis Jura), entlang des Jura-Südfusses bis in den Kanton Genf sowie neuerdings im Wallis bis St. Maurice und in der Zentralschweiz bis Luzern vor. Nach Arealverlusten ab den Fünfzigerjahren breitet sich die Art seit 1993–1996 wieder aus.

Für den Erhalt und die Förderung des Mittelspechts sind strukturreiche Eichenwälder mit einem hohen Alt- und Totholzanteil zentral.

Verbreitung und Entwicklung

Schematisierte Verbreitung
Verbreitung - Mittelspecht
Schematisierte Verbreitung zur Brutzeit (ocker), im Winter (blau punktiert) oder zu den Zugzeiten (weinrot punktiert).
Brutbestandsindex
Die Grafik zeigt die relative Entwicklung des Brutbestands in der Schweiz (100 = Mittelwert). Lesebeispiel: Ein Wert von 130 bedeutet, dass der Bestand im entsprechenden Jahr 30% über dem Mittelwert der gesamten berücksichtigten Zeitperiode lag.
Bestand und Verbreitung Schweiz
  • Von der Nordschweiz (Kantone Thurgau bis Jura) entlang des Jura-Südfusses bis in den Kanton Genf und neuerdings auch im Wallis bis St. Maurice und in der Zentralschweiz bis Luzern vorkommend.
  • Verbreitungsschwerpunkt zwischen 300 und 700 m ü.M.
  • Bestand 1700–2100 Paare (2013–2016).
Entwicklung Schweiz
  • Arealverluste ab den 1950er Jahren.
  • Seit Mitte der 2000er-Jahre starke Bestandszunahme.
  • Zunahme der Bestandsdichte in den lange besiedelten Kerngebieten.
  • Ausbreitung in vormals unbesiedelten Regionen (z.B. Wallis, Zentralschweiz).
International
  • Von Nordspanien über Dänemark, Westrussland, der Ukraine, dem Balkan und in Mittelitalien sowie in Teilen Kleinasiens, des Kaukasus und des Zagros-Gebirges im Iran vorkommend.
  • Vielerorts Zunahme, leicht rückläufig in Nordspanien, Mittelitalien und entlang der östlichen Arealgrenze.

Lebensraum und Nahrung

Lebensraum
Wald
Laubwald, Mischwald
Nahrung
Insekten und Spinnen
Insekten, Spinnen, Ameisen, Fluginsekten, Insektenlarven, Kleininsekten
Früchte
Beeren
Lebensraum- und Nahrungsansprüche

Der Mittelspecht bewohnt alte, totholzreiche Laubwälder mit grobborkigen Bäumen, wie etwa alte Eichen-Hagebuchenwälder, ebenso eichenarme Wälder mit viel Totholz, alten Buchen (>300 Jahre) oder grobborkigen Bäume (z.B. Erlen).

Nahrungshabitat

  • Stämme und Äste von grobborkigen Laubbäumen.
  • Stehendes Totholz.
  • Belaubte Krone während Brutzeit.

Neststandort

  • Bruthöhlen in Stämmen oder Ästen mit morschem oder toten Holz.

Winterhabitat

  • Wie Brutzeithabitat.
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Mittelspecht

Der Mittelspecht bevorzugt Wälder mit vielen alten, grobborkigen Laubbäumen, insbesondere eichenreiche Wälder und Auenwälder. Wenig oder gar nicht bewirtschaftete Wälder ohne Alteichen, aber mit vielen anderen alten und grobborkigen Laubbäumen sowie viel stehendem Totholz wie etwa Erlenbruch- und Buchenwälder, werden auch besiedelt. Hierzulande kommt die Art zwischen 300 und 700 m ü.M. in der Nordschweiz (Kantone Thurgau bis Jura), entlang des Jura-Südfusses bis in den Kanton Genf sowie neuerdings im Wallis bis St. Maurice und in der Zentralschweiz bis Luzern vor. Nach Arealverlusten ab den Fünfzigerjahren breitet sich die Art seit 1993–1996 wieder aus.

Für den Erhalt und die Förderung des Mittelspechts sind strukturreiche Eichenwälder mit einem hohen Alt- und Totholzanteil zentral.
National Prioritäre Art (NPA)
Der Faktor «Verantwortung» beschreibt die internationale Bedeutung des schweizerischen Bestands einer Art. Die Zuteilung zu den Verantwortungsklassen erfolgte vor allem aufgrund der geografischen Verbreitung (Schweiz, europäisch oder weltweit) und der genetischen und/oder ökologischen Bedeutung der Schweizer Populationen.
  • alleinige Verantwortung
  • sehr hohe Verantwortung
  • hohe Verantwortung
  • Verantwortung
  • Mitverantwortung
  • geringe Mitverantwortung
Handlungsebene (NPA)
Für alle National Prioritären Arten wird angegeben, auf welcher Handlungsebene Massnahmen erfolgen sollten: im Rahmen der spezifischen «Artenförderung» (AF), durch spezifischen «Lebensraumförderung» (LF) oder durch die biodiversitätsfreundliche Nutzung der natürlichen Ressourcen auf der «Ganzen Landesfläche» (GL) durch alle Sektoralpolitiken.
Eine Art wurde immer nur einer Ebene zugeteilt. Wenn Massnahmen auf der Ebene «Ganze Landesfläche» (GL) für die Erhaltung und Förderung der Art nicht genügen, braucht es die zweite Ebene, die spezifische «Lebensraumförderung» (LF). Wenn dies ebenfalls nicht ausreicht, kommt zusätzlich die spezifische «Artenförderung» (AF) zum Zuge. Eine Art, die spezifische Artenfördermassnahmen benötigt, ist demzufolge auch bei der Umsetzung von Massnahmen auf den Ebenen «Lebensraumförderung» und «Ganze Landesfläche» besonders zu berücksichtigen.
  • AF Artenförderung
  • LF Lebensraumförderung
  • GL ganze Landesfläche
AF
Dringlichkeit
Für alle Arten der Handlungsebenen «Artenförderung» (AF) und «Lebensraumförderung» (LF) erfolgte eine Beurteilung durch Expert:innen, mit welcher zeitlichen Dringlichkeit Massnahmen umzusetzen, fortzusetzen und/oder neu zu planen sind. Dabei wurden die beiden Faktoren Gefährdung und internationale Verantwortung einbezogen und die Erfolgsaussichten berücksichtigt.
  • notwendig und wichtig
Circle
Circle
Circle
Bestand Schweiz
(2025)
Der Bestand gibt an, wie viele Paare im angegebenen Zeitraum gebrütet haben. Da diese Zahl von Jahr zu Jahr schwankt und es Ungenauigkeiten bei der Bestandserhebung gibt, wird eine Bandbreite angegeben. Bei einigen schwierig zu erfassenden Arten sind nur die balzenden Männchen angegeben. Aus den Angaben zum Bestand kann man nicht einfach durch Verdopplung die Zahl der Individuen berechnen. Die Anzahl Vögel ist nach der Brutzeit viel höher, einige Vögel brauchen Jahre, bis sie fortpflanzungsfähig sind und teilweise ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern nicht 1:1.
2300-3000Paare
Rote Liste
Rote Listen basieren auf den wissenschaftlichen Kriterien der IUCN und beurteilen das Aussterberisiko einer Art. Das hilft zu erkennen, wo der Handlungsbedarf im Naturschutz besonders gross ist.
  • nahezu bedroht (NT)

Projektträger

Gefahren, Aktivitäten und Prognosen
Limitierende Faktoren und Gefahren

Naturnahe, artenreiche Laubmischwälder mit Eichen, grobborkigen Altbäumen, stehendem Totholz von mindestens 10 ha (1 Paar) bzw. 100 ha (10 Paare) sind limitierend. Gefährdung durch übermässige Nutzung alter Eichen und zu wenigen Eichenpflanzungen.

 
Brutzeit
  • Mangel an alten, eichenreichen Laubwäldern ausreichender Grösse (mindestens 10 ha).
  • Entfernung von Bäumen mit Konsolenpilzen oder bestehenden Höhlen.
  • Entfernung von Alteichen und stehendem Totholz.
  • Zu wenige Eichennachwuchsflächen für künftige Bruthabitate.
 
Zug/Winter
  • Wie Brutzeit.
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Notwendige Aktivitäten
Monitoring
  • Jährliche Kartierungen im Monitoring Häufige Brutvögel (MHB).
  • Gezielte Kartierungen mit Klangattrappen im Abstand von 10 Jahren sollten kantonsweise in Kantonen mit den grössten Beständen (Stand 2019: AG, BL, GE, JU, NE, SH, SO, TG, VD, ZH) gemacht werden.
 
Förderung
  • Nachhaltige Nutzung/Erhalt von Alteichenwäldern.
  • Längere Umtriebszeiten.
  • Sonderwaldreservate ab 10 ha einrichten.
  • Vernetzung von Lebensräumen (Altholzbestände).
  • Allgemeine Förderung von alten Eichen und Buchen sowie Totholz in Wäldern.
  • Regelmässige Verjüngung der Eiche in den nächsten Jahrzehnten.
 
Forschung
  • Weiterhin Wissenslücken bezüglich Reproduktion, Überleben, Immigration, Emigration.
  • (Umwelt-)Faktoren, die diese Parameter beeinflussen, und wie letztere auf Bestandswachstum wirken.
  • Quellpopulationen unbekannt.
  • Kaum Daten zum Ausbreitungsverhalten junger Vögel.
  • Gründe für Bestandszunahme unklar.
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Erfolgsaussichten und Prognosen
  • Art profitiert von Waldnaturschutz.
  • Alte Laubwälder mit Baummikrohabitaten fördern.
  • Alteichen schonen, Eichen fördern.
  • Mehr Laubmisch- statt Nadelwälder vorteilhaft.
  • Totholzzunahme positiv für Art.
  • Steigende Holznachfrage könnte Totholz und Bäume mit Pilzen, Morschholz, etc. reduzieren.
  • Stabile Lebensräume und Fördergelder nötig.
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Fördermassnahmen und Stakeholder
Eichenbestände erhalten und fördern
Eichen weisen eine grosse Insektenvielfalt auf und sind so für Vögel eine wichtige Nahrungsquelle.
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Bund
Forstwirtschaft
Gemeinden
Kantone
Naturschutz
Waldreservate einrichten
Sonder- oder Naturwaldreservate ermöglichen gezielte Massnahmen zur Förderung von ausgewählten Arten resp. Artgemeinschaften.
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Forstwirtschaft
Gemeinden
Kantone
Höhlenbäume erhalten

Höhlenbäume bieten Nistmöglichkeiten für verschiedenste Vogelarten wie Meisen und Spechte.

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Forstwirtschaft
Gemeinden
Naturschutz
Private
Pärke
Totholzanteil erhöhen
Stehendes und liegendes Totholz fördert das Insektenangebot und die Nistmöglichkeiten für Höhlenbrüter.
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Forstwirtschaft
Gemeinden
Kantone
Naturschutz
Pärke
Förderprojekte Schweizerische Vogelwarte
Lebensraum Wald
Artenförderung Mittelspecht
vogelwarte.ch
Aufschwung für die Vogelwelt
Eichenförderung im Längholz und Bärletwald BE
vogelwarte.ch
Förderprojekte Birdlife
Artenförderungsprogramm Mittelspecht
birdlife.ch
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Vögel der Schweiz

Mittelspecht

Der Mittelspecht ist ein Habitatspezialist, der bei uns hauptsächlich ehemalige Mittelwälder mit zahlreichen Alteichen besiedelt. Der Bestand ist gefährdet und langfristig wird er sich nur halten können, wenn grossflächige Wälder mit der Eiche als Hauptbaumart bestehen bleiben. Im Gegensatz zu anderen Spechten trommelt der Mittelspecht nur sehr selten. Stattdessen ist in der Brutzeit...
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