Weissrückenspecht
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© Marcel Burkhardt
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Weissrückenspecht

Der Weissrückenspecht lebt in grossen, zusammenhängenden Laub- und Mischwäldern mit einem sehr hohen Anteil Alt- und Totholz. Dabei besiedelt er nicht oder länger nicht bewirtschaftete Wälder, Waldreservate sowie extensiv bewirtschaftete Schutz- und Wirtschaftswälder mit viel Totholz, wobei die Totholzmenge in Teilbereichen der Reviere über 50 m³/ha beträgt. Die Art kehrte in den 1990er-Jahren in die Schweiz zurück und kommt heute in der Ostschweiz in Buchen- und Buchen-Tannenwälder zwischen 500 und 1400 m ü.M. vor. Für den Erhalt und die Förderung des Weissrückenspechts sind Naturwaldreservate sowie nicht oder extensive bewirtschaftete Wälder mit einem hohen Alt- und Totholzanteil zentral.

Verbreitung und Entwicklung

Schematisierte Verbreitung
Verbreitung - Weissrückenspecht
Schematisierte Verbreitung zur Brutzeit (ocker), im Winter (blau punktiert) oder zu den Zugzeiten (weinrot punktiert).
Bestand und Verbreitung Schweiz
  • In den 1990er-Jahren wieder in die Schweiz eingewandert, 1999 erster Brutnachweis.
  • Bestand im Brutvogelatlas (2013–2016) 20–30 Brutpaare, 2025 50–70 Paare.
  • Verbreitungsschwerpunkt zwischen 500 und 1400 m ü.M. in Nordbünden, Glarus und St. Galler Rheintal.
Entwicklung Schweiz
  • Ungenügende Datenlage für die Berechnung eines Brutbestandsindex.
  • Leicht zunehmend, langsame Ausbreitung nördlich und westlich des aktuellen Verbreitungsgebiets.
International
  • Von Nordostspanien bis zum Pazifik vorkommend.
  • Schweiz bildet westliche Verbreitungsgrenze der Unterart D. l. leucotos.
  • In Süddeutschland und Österreich Arealausdehnung.
  • In vielen Länder wohl stabiler Trend, teils aber starke Abnahme in Nord- und Osteuropa.

Lebensraum und Nahrung

Lebensraum
Wald
Laubwald, Mischwald
Nahrung
Insekten und Spinnen
Ameisen, Fluginsekten, Grossinsekten, Insektenlarven, Kleininsekten
Lebensraum- und Nahrungsansprüche

Die Spechtart braucht Landschaften mit grossen zusammenhängenden Laub- und Mischwäldern mit Altbeständen. In den 20–120 ha grossen Revieren, zur Brutzeit durchschnittlich 21 ha, benötigt sie Bereiche mit über 50 m³/ha Totholz.

Nahrungshabitat

  • Zusammenhängende Alt- und Totholzreiche Laub- und Mischwälder.
  • Liegendes, stehendes und Kronentotholz wird aufgehackt und nach Käferlarven abgesucht.

Neststandort

  • Höhle in morschen oder toten Baumteilen.
  • Oft in Buchen, gelegentlich andere Laubbäume oder selten Nadelbäume.

Winterhabitat

  • Wie Nahrungshabitat.
  • Im Winter werden Käferlarven (Borkenkäfer) selten auch in Nadelwäldern gesucht.
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Weissrückenspecht

Der Weissrückenspecht lebt in grossen, zusammenhängenden Laub- und Mischwäldern mit einem sehr hohen Anteil Alt- und Totholz. Dabei besiedelt er nicht oder länger nicht bewirtschaftete Wälder, Waldreservate sowie extensiv bewirtschaftete Schutz- und Wirtschaftswälder mit viel Totholz, wobei die Totholzmenge in Teilbereichen der Reviere über 50 m³/ha beträgt. Die Art kehrte in den 1990er-Jahren in die Schweiz zurück und kommt heute in der Ostschweiz in Buchen- und Buchen-Tannenwälder zwischen 500 und 1400 m ü.M. vor. Für den Erhalt und die Förderung des Weissrückenspechts sind Naturwaldreservate sowie nicht oder extensive bewirtschaftete Wälder mit einem hohen Alt- und Totholzanteil zentral.
National Prioritäre Art (NPA)
Der Faktor «Verantwortung» beschreibt die internationale Bedeutung des schweizerischen Bestands einer Art. Die Zuteilung zu den Verantwortungsklassen erfolgte vor allem aufgrund der geografischen Verbreitung (Schweiz, europäisch oder weltweit) und der genetischen und/oder ökologischen Bedeutung der Schweizer Populationen.
  • alleinige Verantwortung
  • sehr hohe Verantwortung
  • hohe Verantwortung
  • Verantwortung
  • Mitverantwortung
  • geringe Mitverantwortung
Handlungsebene (NPA)
Für alle National Prioritären Arten wird angegeben, auf welcher Handlungsebene Massnahmen erfolgen sollten: im Rahmen der spezifischen «Artenförderung» (AF), durch spezifischen «Lebensraumförderung» (LF) oder durch die biodiversitätsfreundliche Nutzung der natürlichen Ressourcen auf der «Ganzen Landesfläche» (GL) durch alle Sektoralpolitiken.
Eine Art wurde immer nur einer Ebene zugeteilt. Wenn Massnahmen auf der Ebene «Ganze Landesfläche» (GL) für die Erhaltung und Förderung der Art nicht genügen, braucht es die zweite Ebene, die spezifische «Lebensraumförderung» (LF). Wenn dies ebenfalls nicht ausreicht, kommt zusätzlich die spezifische «Artenförderung» (AF) zum Zuge. Eine Art, die spezifische Artenfördermassnahmen benötigt, ist demzufolge auch bei der Umsetzung von Massnahmen auf den Ebenen «Lebensraumförderung» und «Ganze Landesfläche» besonders zu berücksichtigen.
  • AF Artenförderung
  • LF Lebensraumförderung
  • GL ganze Landesfläche
AF
Dringlichkeit
Für alle Arten der Handlungsebenen «Artenförderung» (AF) und «Lebensraumförderung» (LF) erfolgte eine Beurteilung durch Expert:innen, mit welcher zeitlichen Dringlichkeit Massnahmen umzusetzen, fortzusetzen und/oder neu zu planen sind. Dabei wurden die beiden Faktoren Gefährdung und internationale Verantwortung einbezogen und die Erfolgsaussichten berücksichtigt.
  • notwendig und wichtig
Circle
Circle
Circle
Bestand Schweiz
(2021-2024)
Der Bestand gibt an, wie viele Paare im angegebenen Zeitraum gebrütet haben. Da diese Zahl von Jahr zu Jahr schwankt und es Ungenauigkeiten bei der Bestandserhebung gibt, wird eine Bandbreite angegeben. Bei einigen schwierig zu erfassenden Arten sind nur die balzenden Männchen angegeben. Aus den Angaben zum Bestand kann man nicht einfach durch Verdopplung die Zahl der Individuen berechnen. Die Anzahl Vögel ist nach der Brutzeit viel höher, einige Vögel brauchen Jahre, bis sie fortpflanzungsfähig sind und teilweise ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern nicht 1:1.
50-70Paare
Rote Liste
Rote Listen basieren auf den wissenschaftlichen Kriterien der IUCN und beurteilen das Aussterberisiko einer Art. Das hilft zu erkennen, wo der Handlungsbedarf im Naturschutz besonders gross ist.
  • verletzlich (VU)

Projektträger

Gefahren, Aktivitäten und Prognosen
Limitierende Faktoren und Gefahren

Alt- und toholzreiche, zusammenhängende, grossflächige Laub- und Mischwälder mit Totholzmengen über 50 m³/ha in Teilbereichen der Reviere (20–120 ha) sind limitierend. Gefährdung durch kürzere Umtriebszeiten und das Entfernen von Höhlen-/Habitatbäumen.

 
Brutzeit
  • Mangel an grossen, zusammenhängenden Laub- und Mischwäldern mit Totholzmengen über 50 m³/ha.
  • Entfernung von Bruthöhlen und Habitatbäumen.
  • Entfernung von alten Laubbäumen und stehendem Totholz.
 
Zug/Winter
  • Wie Brutzeit.
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Notwendige Aktivitäten
Monitoring
  • Kartierungen mit Klangattrappen alle 5–10 Jahre in Vorkommensgebieten.
  • In ausgewählten Regionen (z.B. Graubünden, Glarus) finden teilweise jährlich Kartierungen statt.
  • Monitoring im gesamten Areal zur Berechnung eines Brutbestandsindex ist aufgrund der tiefen Antreffwahrscheinlichkeit und des hohen Aufwands nicht möglich.
 
Förderung
  • Verlängern der Umtriebszeiten.
  • Profitiert von Wäldern, die seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr bewirtschaftet wurden.
  • Extensive Bewirtschaftung und Totholzförderung in Schutz- und Nutzwäldern.
  • Einrichten von Naturwaldreservaten, Alt- und Totholzinseln.
  • Stehenlassen von bekannten und potenziellen Höhlenbäumen.
 
Forschung
  • Weiterhin Wissenslücken bezüglich Brutbiologie und Populationsdynamik.
  • Lebensraumeignung und Totholzverfügbarkeit für die Art in der Schweiz unbekannt.
  • Ausbreitungsverhalten junger Vögel unbekannt.
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Erfolgsaussichten und Prognosen
  • Die Art profitiert von Waldnaturschutz, die Umwandlung Nadelwälder zu Laubmisch ist ebenso vorteilhaft, auch die Totholzzunahme.
  • Seit Jahrzehnten nicht mehr bewirtschaftete Wälder wichtig.
  • Schutzwaldbewirtschaftung mit Alt- und Totholzförderung zentral.
  • Alte Laub-, Misch- und Auenwälder mit Mikrohabitaten fördern.
  • Steigende Holznachfrage/kürzere Umtriebszeiten könnten Altholzbestände und Totholz reduzieren.
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Fördermassnahmen und Stakeholder
Totholzanteil erhöhen
Stehendes und liegendes Totholz fördert das Insektenangebot und die Nistmöglichkeiten für Höhlenbrüter.
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Bund
Forstwirtschaft
Kantone
Pärke
Höhlenbäume erhalten
Höhlenbäume bieten Nistmöglichkeiten für verschiedenste Vogelarten.
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Bund
Forstwirtschaft
Kantone
Pärke
Förderprojekte Schweizerische Vogelwarte
Lebensraum Wald
Artenförderung Weissrückenspecht
vogelwarte.ch
Lebensraum Wald
Extremereignisse als Chance
vogelwarte.ch
Weitere Projekte
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Vögel der Schweiz

Weissrückenspecht

Der Weissrückenspecht ist der grösste und seltenste der schwarzweissen Spechte. Wegen seiner hohen Lebensraumansprüche – naturnahe Wälder mit vielen absterbenden und toten Bäumen – ist das Vorkommen des Weissrückenspechts auf entlegene und schwer zugängliche Wälder beschränkt. Er hat eine heimliche Lebensweise und ist am ehesten in der Balzperiode zu beobachten....
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