Gartenrotschwanz
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© Markus Varesvuo
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Gartenrotschwanz

Der Gartenrotschwanz bewohnt lichte Wälder, baumreiche Kulturlandschaften und Siedlungen mit alten Baumbeständen. Von erhöhten Sitzwarten aus jagt er Insekten, die er am Boden in lückiger Vegetation erbeutet. Ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts schrumpften die Bestände in der Schweiz, besonders im Mittelland, vor allem wegen dem Verschwinden von Hochstammobstgärten. Seit den späten 1990er-Jahren ist der Bestand einigermassen stabil. Heute liegen die Verbreitungsschwerpunkte auf der Alpensüdseite und im Wallis. Die wenigen über das Mittelland und Jura verteilten Populationen konnten sich halten. Entscheidend für den Schutz sind die Sicherung eines hohen Baumbestands, die Schaffung strukturreicher Flächen mit offenen Bodenstellen sowie das Anbringen von Nisthilfen.

Verbreitung und Entwicklung

Schematisierte Verbreitung
Verbreitung - Gartenrotschwanz
Schematisierte Verbreitung zur Brutzeit (ocker), im Winter (blau punktiert) oder zu den Zugzeiten (weinrot punktiert).
Brutbestandsindex
Die Grafik zeigt die relative Entwicklung des Brutbestands in der Schweiz (100 = Mittelwert). Lesebeispiel: Ein Wert von 130 bedeutet, dass der Bestand im entsprechenden Jahr 30% über dem Mittelwert der gesamten berücksichtigten Zeitperiode lag.
Bestand und Verbreitung Schweiz
  • Schweizweit verbreitet mit Hauptvorkommen im Tessin, Wallis und den Bündner Südtälern.
  • Kleinere Vorkommen in den übrigen Alpentälern, teilweise bis 2200 m ü.M., und im Jura.
  • Im Mittelland selten und nur lokal grössere Bestände (Region Basel).
Entwicklung Schweiz
  • Regional stark unterschiedliche Trends.
  • Bestandsabnahme im 20. Jahrhundert besonders im Mittelland (dort teils bis heute anhaltend).
  • Seit 2002 gesammthaft leichte Bestandserholung, vor allem dank Zunahmen im Wallis und Tessin.
International
  • In Europa weit verbreitet mit Schwerpunkt in Nordeuropa und im nördlichen Osteuropa.
  • Starke Bestandsabnahme zwischen 1960 und 1990, seither hat sich der europäische Bestand leicht erhohlt.

Lebensraum und Nahrung

Lebensraum
Kulturland
Obstgärten, Rebberge
Siedlung
Gärten, Parkanlagen, Siedlungen
Nahrung
Insekten und Spinnen
Insekten, Spinnen, Ameisen, Fluginsekten, Insektenlarven, Kleininsekten
Früchte
Beeren
Lebensraum- und Nahrungsansprüche

Der natürliche Lebensraum sind lichte Wälder. In der Schweiz werden halboffene Kulturlandschaften wie Obstgärten oder Rebberge und Siedlungsgebiete mit einem hohen Baumbestand und lückiger Bodenvegetation besiedelt.

Nahrungshabitat

  • Lückige, offene, insektenreiche Bodenvegetation in unmittelbarer Umgebung von Bäumen.

Neststandort

  • Baumhöhlen, Nistkästen, teilweise auch Gebäudenischen.

Winterhabitat

  • Savannen südlich der Sahara.
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Gartenrotschwanz

Der Gartenrotschwanz bewohnt lichte Wälder, baumreiche Kulturlandschaften und Siedlungen mit alten Baumbeständen. Von erhöhten Sitzwarten aus jagt er Insekten, die er am Boden in lückiger Vegetation erbeutet. Ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts schrumpften die Bestände in der Schweiz, besonders im Mittelland, vor allem wegen dem Verschwinden von Hochstammobstgärten. Seit den späten 1990er-Jahren ist der Bestand einigermassen stabil. Heute liegen die Verbreitungsschwerpunkte auf der Alpensüdseite und im Wallis. Die wenigen über das Mittelland und Jura verteilten Populationen konnten sich halten. Entscheidend für den Schutz sind die Sicherung eines hohen Baumbestands, die Schaffung strukturreicher Flächen mit offenen Bodenstellen sowie das Anbringen von Nisthilfen.
National Prioritäre Art (NPA)
Der Faktor «Verantwortung» beschreibt die internationale Bedeutung des schweizerischen Bestands einer Art. Die Zuteilung zu den Verantwortungsklassen erfolgte vor allem aufgrund der geografischen Verbreitung (Schweiz, europäisch oder weltweit) und der genetischen und/oder ökologischen Bedeutung der Schweizer Populationen.
  • alleinige Verantwortung
  • sehr hohe Verantwortung
  • hohe Verantwortung
  • Verantwortung
  • Mitverantwortung
  • geringe Mitverantwortung
Handlungsebene (NPA)
Für alle National Prioritären Arten wird angegeben, auf welcher Handlungsebene Massnahmen erfolgen sollten: im Rahmen der spezifischen «Artenförderung» (AF), durch spezifischen «Lebensraumförderung» (LF) oder durch die biodiversitätsfreundliche Nutzung der natürlichen Ressourcen auf der «Ganzen Landesfläche» (GL) durch alle Sektoralpolitiken.
Eine Art wurde immer nur einer Ebene zugeteilt. Wenn Massnahmen auf der Ebene «Ganze Landesfläche» (GL) für die Erhaltung und Förderung der Art nicht genügen, braucht es die zweite Ebene, die spezifische «Lebensraumförderung» (LF). Wenn dies ebenfalls nicht ausreicht, kommt zusätzlich die spezifische «Artenförderung» (AF) zum Zuge. Eine Art, die spezifische Artenfördermassnahmen benötigt, ist demzufolge auch bei der Umsetzung von Massnahmen auf den Ebenen «Lebensraumförderung» und «Ganze Landesfläche» besonders zu berücksichtigen.
  • AF Artenförderung
  • LF Lebensraumförderung
  • GL ganze Landesfläche
AF
Dringlichkeit
Für alle Arten der Handlungsebenen «Artenförderung» (AF) und «Lebensraumförderung» (LF) erfolgte eine Beurteilung durch Expert:innen, mit welcher zeitlichen Dringlichkeit Massnahmen umzusetzen, fortzusetzen und/oder neu zu planen sind. Dabei wurden die beiden Faktoren Gefährdung und internationale Verantwortung einbezogen und die Erfolgsaussichten berücksichtigt.
  • notwendig und wichtig
Circle
Circle
Circle
Bestand Schweiz
(2025)
Der Bestand gibt an, wie viele Paare im angegebenen Zeitraum gebrütet haben. Da diese Zahl von Jahr zu Jahr schwankt und es Ungenauigkeiten bei der Bestandserhebung gibt, wird eine Bandbreite angegeben. Bei einigen schwierig zu erfassenden Arten sind nur die balzenden Männchen angegeben. Aus den Angaben zum Bestand kann man nicht einfach durch Verdopplung die Zahl der Individuen berechnen. Die Anzahl Vögel ist nach der Brutzeit viel höher, einige Vögel brauchen Jahre, bis sie fortpflanzungsfähig sind und teilweise ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern nicht 1:1.
9000-16000Paare
Rote Liste
Rote Listen basieren auf den wissenschaftlichen Kriterien der IUCN und beurteilen das Aussterberisiko einer Art. Das hilft zu erkennen, wo der Handlungsbedarf im Naturschutz besonders gross ist.
  • nahezu bedroht (NT)

Projektträger

Gefahren, Aktivitäten und Prognosen
Limitierende Faktoren und Gefahren

Eine der wichtigsten Gründe für die Gefährdung des Gartenrotschwanz ist der Verlust an geeigneten Bruthabitaten. Vor allem wertvolle Hochstammobstgärten und Baumbestände gehen nach wie vor durch die Intensivierung der Landwirtschaft und verdichtetes Bauen in den Siedlungen verloren.

 
Brutzeit
  • Es fehlen baumreiche Kulturlandschaften und Siedlungen mit alten grossen Bäumen (Friedhöfe, Gärten oder Parkanlagen) mit lückiger Vegetation am Boden und ausreichendem Insektenangebot.
  • Geeignete Nistplätze wie Baumhöhlen, Nischen an Gebäuden oder Nistkästen müssen vorhanden sein.
 
Zug/Winter
  • Eine Dürrephase in der Sahelzone in den 1960er-Jahren führte zu markanten Bestandseinbussen.
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Notwendige Aktivitäten
Monitoring
  • Bestandstrend wird durch das Monitoring Häufige Brutvögel (MHB) erfasst.
  • Monitoring und Erfolgskontrollen in Projektgebieten in den Kantonen Thurgau/St. Gallen, Nordwestschweiz, La Chaux-de-Fonds sowie in verschiedenen Siedlungen in der Westschweiz.
 
Förderung
  • Schutz verbleibender Obstgärten respektive Erhöhung der Hochstammfläche, Erhalt alter Bäume (auch Totholz), v.a. Nuss- und Birnbäume.
  • Förderung der extensiven Unternutzung und Schaffung lückiger Vegetation z.B. durch Ruderalflächen.
  • Anbringung geeigneter Nistkästen.
  • Förderung und Erhalt von Bäumen und naturnahen Grünflächen in Siedlungen.
 
Forschung
  • Ermittlung des Habitatpotenzials, vor allem in der Nähe bestehender Bestände.
  • Evaluierung von Födermassnahmen, z.B. optimale Menge und räumliche Verteilung offenen Bodens.
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Erfolgsaussichten und Prognosen
  • Beispielprojekte in Hochstammobstgärten zeigen Erfolge von Fördermassnahmen, sind aber oft sehr aufwändig und es braucht ausreichend finanzielle Anreize.
  • Bekannte Bestände im Siedlungsraum (u.a. Freizeitgärten, Parkanlagen, Friedhöfe) sind dank Massnahmen stabil oder gar zunehmend.
  • Verdichtetes Bauen bedroht den Lebensraum in Siedlungen: alte Baumbeständen und offene Flächen via Zonennutzungspläne erhalten.
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Fördermassnahmen und Stakeholder
Gestaffelte Mahd
Gestaffelte Mahd führt zu einem Mosaik an niedriger und hoher Vegetation und optimiert die Erreichbarkeit und das Angebot an Nahrung.
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Kantone
Landwirtschaft
Höhlenbäume erhalten

Höhlenbäume bieten Nistmöglichkeiten für den Gartenrotschwanz und andere Höhlenbrüter.

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Forstwirtschaft
Gemeinden
Landwirtschaft
Naturschutz
Private
Hochstammobstgärten erhalten/fördern
Hochstammobstgärten mit extensiver Unternutzung sind ein wichtiger Lebensraum für viele Vogelarten.
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Bund
Gemeinden
Kantone
Landwirtschaft
Lückige Vegetation schaffen
Eine lückige Vegetation verbessert die Nahrungszugänglichkeit am Boden.
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Landwirtschaft
Private
Nisthilfen anbieten und pflegen
Die Anbringung und der Unterhalt von Nistkästen oder Kunstnestern wirkt dem Mangel an natürlichen Nistgelegenheiten entgegen.
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Landwirtschaft
Naturschutz
Private
Sing- oder Jagdwarten fördern
Einzelsträucher, Bäume oder Holzpfosten können als Singwarten und Jagdwarten dienen und verbessern die Lebensraumausstattung.
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Landwirtschaft
Naturschutz
Private
Förderprojekte Schweizerische Vogelwarte
Artenförderung
Artenförderung Gartenrotschwanz
vogelwarte.ch
Förderprojekte Birdlife
Artenförderungsprogramm Gartenrotschwanz
birdlife.ch
Obstgarten Farnsberg
obstgarten-farnsberg.ch
Weitere Projekte
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Vögel der Schweiz

Gartenrotschwanz

Der Gartenrotschwanz ist einer unserer prächtigsten Singvögel und meist leicht zu beobachten. Seit den Sechzigerjahren hat er besonders in den Niederungen viel Terrain eingebüsst. Vielerorts sind in den verbliebenen Obstbaugebieten nur noch einzelne Männchen mit ihrem wehmütig tönenden Gesang anzutreffen. Der Gartenrotschwanz ist ein Langstreckenzieher und verbringt die Hälfte des Ja...
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