Wiedehopf
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© Marcel Burkhardt
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Wiedehopf

Der Wiedehopf bevorzugt extensiv genutztes Kulturland in Trockengebieten. In der Schweiz besiedelt er vor allem Rebberge und Obstkulturen. Seine Nahrung sucht er am Boden in karger oder spärlicher Vegetation. Er ist auf Bruthöhlen angewiesen, und eine ausreichende Menge gut erreichbarer Grossinsekten ist entscheidend für die Aufzucht der Jungen.

2016 wurde der Bestand in der Schweiz auf 180–260 Brutpaare geschätzt, die in den Alpentälern und im westlichen Mittelland konzentriert sind. Zwischen 1959 und 2000 kam es zu einem starken Bestandsrückgang. Dann trugen Schutzprojekte auf lokaler Ebene Früchte.

Vorteilhaft ist ein Begrünungsmanagement, das Zugang zu den Beutetieren des Wiedehopfs auf grossen Flächen sicherstellt. Lokal trägt das Anbringen von Nistkästen in der Nähe geeigneter Lebensräume zur Förderung der Art bei.

Verbreitung und Entwicklung

Schematisierte Verbreitung
Verbreitung - Wiedehopf
Schematisierte Verbreitung zur Brutzeit (ocker), im Winter (blau punktiert) oder zu den Zugzeiten (weinrot punktiert).
Brutbestandsindex
Die Grafik zeigt die relative Entwicklung des Brutbestands in der Schweiz (100 = Mittelwert). Lesebeispiel: Ein Wert von 130 bedeutet, dass der Bestand im entsprechenden Jahr 30% über dem Mittelwert der gesamten berücksichtigten Zeitperiode lag.
Bestand und Verbreitung Schweiz
  • 180–260 Brutpaare 2013–2016.
  • Besiedelt warme Regionen mit wenigen Niederschlagstagen, vor allem die Alpentäler, die westliche Genferseeregion und einige Teile des Jurafusses.
  • Andernorts sporadisch Brutplätze.
Entwicklung Schweiz
  • Starker Rückgang in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts.
  • Schätzungsweise 100–150 Paare Mitte der 1990er-Jahre.
  • Seither Zunahme des Bestands in mehreren Kantonen.
International
  • Hauptsächlich in Süd- und Osteuropa verbreitet.
  • Starker Rückgang in Mitteleuropa im 20. Jahrhundert, wie auch in der Schweiz.
  • Tendenzen in den Nachbarländern zuletzt eher positiv.

Lebensraum und Nahrung

Lebensraum
Kulturland
Hecken, Obstgärten, Rebberge, Wiesen und Weiden
Wald
Kastanienwald, Waldrand
Nahrung
Insekten und Spinnen
Grossinsekten, Heuschrecken, Insektenlarven
Lebensraum- und Nahrungsansprüche

Teilweise offenes, strukturreiches Kulturland ist der Hauptlebensraum des Wiedehopfs. In der Schweiz bewohnt er vor allem Rebberge und Obstgärten, vereinzelt auch Trockenwiesen oder -weiden.

Nahrungshabitat

  • Flächen mit lockerem Untergrund, spärlicher oder karger Vegetation sowie vielen Grossinsekten.

Neststandort

  • Hohlräume: natürliche Baumhöhlen, Spechtlöcher, Nischen in Gebäuden und Mauern.
  • Nimmt Nistkästen gut an.

Winterhabitat

  • Extensiv genutztes Kulturland und Halbwüsten im Mittelmeerraum.
  • Savannen in Subsahara-Afrika.
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Wiedehopf

Der Wiedehopf bevorzugt extensiv genutztes Kulturland in Trockengebieten. In der Schweiz besiedelt er vor allem Rebberge und Obstkulturen. Seine Nahrung sucht er am Boden in karger oder spärlicher Vegetation. Er ist auf Bruthöhlen angewiesen, und eine ausreichende Menge gut erreichbarer Grossinsekten ist entscheidend für die Aufzucht der Jungen.

2016 wurde der Bestand in der Schweiz auf 180–260 Brutpaare geschätzt, die in den Alpentälern und im westlichen Mittelland konzentriert sind. Zwischen 1959 und 2000 kam es zu einem starken Bestandsrückgang. Dann trugen Schutzprojekte auf lokaler Ebene Früchte.

Vorteilhaft ist ein Begrünungsmanagement, das Zugang zu den Beutetieren des Wiedehopfs auf grossen Flächen sicherstellt. Lokal trägt das Anbringen von Nistkästen in der Nähe geeigneter Lebensräume zur Förderung der Art bei.
National Prioritäre Art (NPA)
Der Faktor «Verantwortung» beschreibt die internationale Bedeutung des schweizerischen Bestands einer Art. Die Zuteilung zu den Verantwortungsklassen erfolgte vor allem aufgrund der geografischen Verbreitung (Schweiz, europäisch oder weltweit) und der genetischen und/oder ökologischen Bedeutung der Schweizer Populationen.
  • alleinige Verantwortung
  • sehr hohe Verantwortung
  • hohe Verantwortung
  • Verantwortung
  • Mitverantwortung
  • geringe Mitverantwortung
Handlungsebene (NPA)
Für alle National Prioritären Arten wird angegeben, auf welcher Handlungsebene Massnahmen erfolgen sollten: im Rahmen der spezifischen «Artenförderung» (AF), durch spezifischen «Lebensraumförderung» (LF) oder durch die biodiversitätsfreundliche Nutzung der natürlichen Ressourcen auf der «Ganzen Landesfläche» (GL) durch alle Sektoralpolitiken.
Eine Art wurde immer nur einer Ebene zugeteilt. Wenn Massnahmen auf der Ebene «Ganze Landesfläche» (GL) für die Erhaltung und Förderung der Art nicht genügen, braucht es die zweite Ebene, die spezifische «Lebensraumförderung» (LF). Wenn dies ebenfalls nicht ausreicht, kommt zusätzlich die spezifische «Artenförderung» (AF) zum Zuge. Eine Art, die spezifische Artenfördermassnahmen benötigt, ist demzufolge auch bei der Umsetzung von Massnahmen auf den Ebenen «Lebensraumförderung» und «Ganze Landesfläche» besonders zu berücksichtigen.
  • AF Artenförderung
  • LF Lebensraumförderung
  • GL ganze Landesfläche
AF
Dringlichkeit
Für alle Arten der Handlungsebenen «Artenförderung» (AF) und «Lebensraumförderung» (LF) erfolgte eine Beurteilung durch Expert:innen, mit welcher zeitlichen Dringlichkeit Massnahmen umzusetzen, fortzusetzen und/oder neu zu planen sind. Dabei wurden die beiden Faktoren Gefährdung und internationale Verantwortung einbezogen und die Erfolgsaussichten berücksichtigt.
  • notwendig und wichtig
Circle
Circle
Circle
Bestand Schweiz
(2025)
Der Bestand gibt an, wie viele Paare im angegebenen Zeitraum gebrütet haben. Da diese Zahl von Jahr zu Jahr schwankt und es Ungenauigkeiten bei der Bestandserhebung gibt, wird eine Bandbreite angegeben. Bei einigen schwierig zu erfassenden Arten sind nur die balzenden Männchen angegeben. Aus den Angaben zum Bestand kann man nicht einfach durch Verdopplung die Zahl der Individuen berechnen. Die Anzahl Vögel ist nach der Brutzeit viel höher, einige Vögel brauchen Jahre, bis sie fortpflanzungsfähig sind und teilweise ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern nicht 1:1.
180-300Paare
Rote Liste
Rote Listen basieren auf den wissenschaftlichen Kriterien der IUCN und beurteilen das Aussterberisiko einer Art. Das hilft zu erkennen, wo der Handlungsbedarf im Naturschutz besonders gross ist.
  • verletzlich (VU)

Projektträger

Gefahren, Aktivitäten und Prognosen
Limitierende Faktoren und Gefahren

Die Art ist auf Lebensräume mit Grossinsekten am Boden und Zugang zu diesen sowie geeignete Bruthöhlen angewiesen. Die Witterungsbedingungen in der Brutzeit beeinflussen die Populationsdynamik.

 
Brutzeit
  • Flächen mit karger oder spärlicher Vegetation, die reich an Grossinsekten sind.
  • Hohlräume in der Nähe geeigneter Lebensräume.
  • Kühles und regnerisches Wetter in der Brutzeit.
  • Lokal Störungen, teilweise durch Fotografen.
 
Zug/Winter
  • Adulte Tiere sterben vorwiegend während des Vogelzugs oder im Überwinterungsgebiet in der Sahelzone.
  • Sehr trockene Jahre erhöhen die Sterblichkeit der adulten Vögel in der Sahelzone.
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Notwendige Aktivitäten
Monitoring
  • Weiterführung des regionalen Monitorings von Brutpopulationen.
 
Förderung
  • Förderung der Nahrungsressourcen durch Schutz von Grossinsekten mittels beschränktem Einsatz von Insektiziden und extensiver Nutzung landwirtschaftlicher Flächen.
  • Diversifizierte Begrünung und angepasste Bewirtschaftung im Obst- und Rebbau, um den Zugang zu Beutetieren zu erleichtern.
  • Anbringen von Nistkästen als Ergänzung zu den natürlichen Brutplätzen.
 
Forschung
  • Weiterführung des Populationsmonitorings im Mittelwallis.
  • Bewertung der Wirkung von Methoden des Begrünungsmanagements auf Reichtum an und Zugang zu Beutetieren.
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Erfolgsaussichten und Prognosen
  • Ökologische Ausgleichsmassnahmen in der Landwirtschaft und im Rebbau könnten sich künftig positiv auf die Bestände auswirken.
  • Die zunehmende Zahl von Projekten zum Anbringen von Nistkästen in geeigneten Lebensräumen könnte zur Erholung der Population beitragen.
  • Die Witterungsbedingungen während der Brutzeit werden voraussichtlich eine wichtige Rolle für die Bestandsentwicklung spielen.
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Fördermassnahmen und Stakeholder
Lückige Vegetation schaffen
Eine lückige Vegetation verbessert die Nahrungszugänglichkeit am Boden.
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Gemeinden
Kantone
Landwirtschaft
Private
Nisthilfen anbieten und pflegen
Die Anbringung und der Unterhalt von Nistkästen oder Kunstnestern wirkt dem Mangel an natürlichen Nistgelegenheiten entgegen.
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Landwirtschaft
Naturschutz
Private
Pärke
Extensive Bewirtschaftung fördern
Ungedüngte Wiesen, Verzicht auf Pestizide oder Mulchen fördern die Vielfalt an Pflanzen und Insekten und damit die Lebensraumqualität (Nistplätze für Bodenbrüter, Nahrungsangebot).
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Kantone
Landwirtschaft
Höhlenbäume erhalten
Höhlenbäume bieten Nistmöglichkeiten für verschiedenste Vogelarten.
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Forstwirtschaft
Landwirtschaft
Naturschutz
Private
Pärke
Hochstammobstgärten erhalten/fördern
Hochstammobstgärten mit extensiver Unternutzung sind ein wichtiger Lebensraum für viele Vogelarten.
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Gemeinden
Kantone
Landwirtschaft
Private
Förderprojekte Schweizerische Vogelwarte
Populationsbiologie
Populationsökologie von Wiedehopf und Wendehals
vogelwarte.ch
Artenförderung
Artenförderung Wiedehopf
vogelwarte.ch
Lebensraum Kulturland
Rebberge Wallis
vogelwarte.ch
Förderprojekte Birdlife
Artenförderungsprogramm Wiedehopf, BirdLife
birdlife.ch
OAG (Ornithologische Arbeitsgruppe Graubünden): Wiedehopfprojekt
naturmuseum.gr.ch
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Vögel der Schweiz

Wiedehopf

Mit dem prächtigen Kopfschmuck, dem orangebräunlichen Gefieder und den breiten, schwarzen und weissen Bändern auf Schwingen und Schwanz wirkt der Wiedehopf wie ein exotischer Vogel. Er stellt hohe Ansprüche an seinen Lebensraum: Besonders ein üppiges Angebot an Grossinsekten und geeignete Bruthöhlen müssen vorhanden sein. In der Schweiz findet er nur noch in wenigen Gebieten ein Ausk...
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