Ziegenmelker
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© Arto Juvonen
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Ziegenmelker

Der Ziegenmelker ist ein unauffälliger dämmerungsaktiver Vogel. Er brütet bevorzugt in lichten, vegetationsarmen Wäldern und jagt auf extensiv genutzten Wiesen nach Nachtfaltern. Er nutzt zum Brüten und Jagen ergänzende Lebensräume, die manchmal in mehreren Kilometern Entfernung voneinander liegen. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist der Bestand der Ziegenmelker in der Schweiz stark zurückgegangen. Er ist derzeit stabil, aber mit knapp über 50 bekannten Brutvögeln im Land nach wie vor gering. Seine Verbreitung beschränkt sich auf Wälder, deren Klima- oder Bodenverhältnisse keine Ansiedlung von Bäumen zulassen, oder auf durch Naturkatastrophen beeinträchtigte Flächen.

Verbreitung und Entwicklung

Schematisierte Verbreitung
Verbreitung - Ziegenmelker
Schematisierte Verbreitung zur Brutzeit (ocker), im Winter (blau punktiert) oder zu den Zugzeiten (weinrot punktiert).
Brutbestandsindex
Die Grafik zeigt die relative Entwicklung des Brutbestands in der Schweiz (100 = Mittelwert). Lesebeispiel: Ein Wert von 130 bedeutet, dass der Bestand im entsprechenden Jahr 30% über dem Mittelwert der gesamten berücksichtigten Zeitperiode lag.
Bestand und Verbreitung Schweiz
  • Das Kerngebiet der Art liegt im Wallis, genauer gesagt auf den südexponierten Hanglagen zwischen Sitten und Brig. Dort gibt es rund 35 Reviere.
  • Auch im Tessin und in Graubünden befinden sich einige Reviere.
Entwicklung Schweiz
  • Starker Rückgang seit den 1950er-Jahren, danach Stabilisierung.
  • Hauptursachen für den Rückgang waren die Verdichtung der Wälder und der Verlust von Wiesen.
  • Die Art hält sich an natürlich offenen Standorten mit wenig Bodenvegetation auf.
International
  • Brutgebiet vom Mittelmeerraum bis zu den Steppen- und subborealen Zonen Europas und des Maghreb bis hin zur Mongolei.
  • Generell ist die Art in Mitteleuropa rückläufig, vermehrt sich aber lokal.

Lebensraum und Nahrung

Lebensraum
Kulturland
Rebberge, Wiesen und Weiden
Trockenstandorte und Felsen
Felsensteppe
Wald
Mischwald, Waldrand
Nahrung
Insekten und Spinnen
Fluginsekten, Nachtfalter
Lebensraum- und Nahrungsansprüche

Der Ziegenmelker bewohnt lichte Wälder mit wenig Krautvegetation bis in 1600 m Höhe. Für die Jagd benötigt er ergänzende Lebensräume: extensiv genutzte Wiesen und Rebflächen oder Alpwiesen.

Nahrungshabitat

  • Jagt an Brutplätzen, aber auch auf extensiv genutzten Wiesen mit vielen Fluginsekten im Umkreis von 1 bis 2 km.

Neststandort

  • Brütet am Boden, vorwiegend in lichten Wäldern mit wenig Krautvegetation.

Winterhabitat

  • Langstreckenzieher.
  • Überwintert in den Savannen südlich der afrikanischen Tropenwälder
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Ziegenmelker

Der Ziegenmelker ist ein unauffälliger dämmerungsaktiver Vogel. Er brütet bevorzugt in lichten, vegetationsarmen Wäldern und jagt auf extensiv genutzten Wiesen nach Nachtfaltern. Er nutzt zum Brüten und Jagen ergänzende Lebensräume, die manchmal in mehreren Kilometern Entfernung voneinander liegen. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist der Bestand der Ziegenmelker in der Schweiz stark zurückgegangen. Er ist derzeit stabil, aber mit knapp über 50 bekannten Brutvögeln im Land nach wie vor gering. Seine Verbreitung beschränkt sich auf Wälder, deren Klima- oder Bodenverhältnisse keine Ansiedlung von Bäumen zulassen, oder auf durch Naturkatastrophen beeinträchtigte Flächen.
National Prioritäre Art (NPA)
Der Faktor «Verantwortung» beschreibt die internationale Bedeutung des schweizerischen Bestands einer Art. Die Zuteilung zu den Verantwortungsklassen erfolgte vor allem aufgrund der geografischen Verbreitung (Schweiz, europäisch oder weltweit) und der genetischen und/oder ökologischen Bedeutung der Schweizer Populationen.
  • alleinige Verantwortung
  • sehr hohe Verantwortung
  • hohe Verantwortung
  • Verantwortung
  • Mitverantwortung
  • geringe Mitverantwortung
Handlungsebene (NPA)
Für alle National Prioritären Arten wird angegeben, auf welcher Handlungsebene Massnahmen erfolgen sollten: im Rahmen der spezifischen «Artenförderung» (AF), durch spezifischen «Lebensraumförderung» (LF) oder durch die biodiversitätsfreundliche Nutzung der natürlichen Ressourcen auf der «Ganzen Landesfläche» (GL) durch alle Sektoralpolitiken.
Eine Art wurde immer nur einer Ebene zugeteilt. Wenn Massnahmen auf der Ebene «Ganze Landesfläche» (GL) für die Erhaltung und Förderung der Art nicht genügen, braucht es die zweite Ebene, die spezifische «Lebensraumförderung» (LF). Wenn dies ebenfalls nicht ausreicht, kommt zusätzlich die spezifische «Artenförderung» (AF) zum Zuge. Eine Art, die spezifische Artenfördermassnahmen benötigt, ist demzufolge auch bei der Umsetzung von Massnahmen auf den Ebenen «Lebensraumförderung» und «Ganze Landesfläche» besonders zu berücksichtigen.
  • AF Artenförderung
  • LF Lebensraumförderung
  • GL ganze Landesfläche
AF
Dringlichkeit
Für alle Arten der Handlungsebenen «Artenförderung» (AF) und «Lebensraumförderung» (LF) erfolgte eine Beurteilung durch Expert:innen, mit welcher zeitlichen Dringlichkeit Massnahmen umzusetzen, fortzusetzen und/oder neu zu planen sind. Dabei wurden die beiden Faktoren Gefährdung und internationale Verantwortung einbezogen und die Erfolgsaussichten berücksichtigt.
  • dringend
Circle
Circle
Circle
Bestand Schweiz
(2025)
Der Bestand gibt an, wie viele Paare im angegebenen Zeitraum gebrütet haben. Da diese Zahl von Jahr zu Jahr schwankt und es Ungenauigkeiten bei der Bestandserhebung gibt, wird eine Bandbreite angegeben. Bei einigen schwierig zu erfassenden Arten sind nur die balzenden Männchen angegeben. Aus den Angaben zum Bestand kann man nicht einfach durch Verdopplung die Zahl der Individuen berechnen. Die Anzahl Vögel ist nach der Brutzeit viel höher, einige Vögel brauchen Jahre, bis sie fortpflanzungsfähig sind und teilweise ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern nicht 1:1.
40-50Paare
Rote Liste
Rote Listen basieren auf den wissenschaftlichen Kriterien der IUCN und beurteilen das Aussterberisiko einer Art. Das hilft zu erkennen, wo der Handlungsbedarf im Naturschutz besonders gross ist.
  • stark gefährdet (EN)

Projektträger

Gefahren, Aktivitäten und Prognosen
Limitierende Faktoren und Gefahren

Die Verdichtung der Wälder und der Verlust insektenreicher Wiesen trugen massgeblich zum Rückgang der Art in der Schweiz bei. Die Bodenbrüter werden auch durch Freizeitaktivitäten oder nicht an der Leine geführte Hunde erheblich gestört.

 
Brutzeit
  • Brütet am Boden in Gebieten mit spärlicher Krautvegetation (dichte Begrünung wird gemieden), die jedoch reich an Insekten sind.
  • Störungen, insbesondere nicht an der Leine geführte Hunde, sind Risikofaktoren für Jungtiere oder Eier.
 
Zug/Winter
  • Überwintert in den Savannen südlich der afrikanischen Regenwälder.
  • Verlust von Lebensraum, beispielsweise durch Intensivierung der Landwirtschaft, Abholzung und Ausdünnung der Savanne.
  • Trockenheit und Jagd während des Vogelzugs und im Winter.
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Notwendige Aktivitäten
Monitoring
  • Die Art lässt sich nur schwer zählen, da sie sich zwischen Brut- und Jagdgebieten bewegt.
  • Ziegenmelker werden in der Schweiz gezielt überwacht, es gibt jedoch kein nationales Monitoring.
 
Förderung
  • Zur Förderung der Art wurden forstwirtschaftliche Massnahmen ergriffen, die jedoch an die Wiederherstellung von Wiesen gekoppelt werden müssen.
  • Besonders wichtig ist der Schutz der aktuell genutzten Brut- und Jagdgebiete.
 
Forschung
  • GPS-Daten belegen eine komplexe Lebensraumnutzung, die sich im Laufe der Saison ändert.
  • Im Wallis erfasste Daten ermöglichen es, die Nutzung des Reviers durch die Vögel genau zu untersuchen und an diesen Standorten Fördermassnahmen umzusetzen.
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Erfolgsaussichten und Prognosen
  • Der Bestand in der Schweiz scheint sich zu stabilisieren. Der Zuwachs zwischen 2018 und 2020 ist vor allem auf die Entdeckung eines neuen, bis dahin unbemerkten Standorts zurückzuführen.
  • Trockenperioden schaffen neue halboffene Gebiete, die sich für Ziegenmelker günstig auswirken könnten.
  • Eine Voraussetzung für die Förderung der Art ist aber auch der Schutz der insektenreichen Wiesen.
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Fördermassnahmen und Stakeholder
Lückige Vegetation schaffen

Der Kahlschlag von Wäldern kann förderlich für die Art sein. Ein Teil der Kriechgewächse (< 20%) und einige grosse Bäume müssen jedoch erhalten bleiben. Die Krautvegetation am Standort muss ebenfalls in Grenzen gehalten werden. Diese Massnahmen sollten in der Nähe von insektenreichen Wiesen stattfinden.

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Forstwirtschaft
Kantone
Naturschutz
Pärke
Extensive Beweidung fördern

Durch Beweidung, insbesondere mit Ziegen, wird verhindert, dass die Vegetation zu dicht wird und die Nahrungssuche sowie die Schaffung geeigneter Brutstätten behindert.

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Forstwirtschaft
Gemeinden
Kantone
Naturschutz
Pärke
Lückige Vegetation schaffen

Lebensraum, der früher geeignet war, in dem jedoch die Vegetation allmählich wieder die Oberhand gewinnt. Flächen ohne Bodenvegetation werden rar.

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Forstwirtschaft
Kantone
Naturschutz
Pärke
Förderprojekte Schweizerische Vogelwarte
Artenförderung
Artenförderung Ziegenmelker
vogelwarte.ch
Aufschwung für die Vogelwelt
Beweidung der Felsensteppe im Naturpark Pfyn-Finges VS
vogelwarte.ch
Aufschwung für die Vogelwelt
Auflichtung des lichten Waldes in Rénalo TI
vogelwarte.ch
Förderprojekte Birdlife
Artenförderungsprogramm Tessin
birdlife.ch
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Vögel der Schweiz

Ziegenmelker

Der Ziegenmelker ruht tagsüber regungslos und verlässt sich auf seine Tarnung. Meist ist der schnurrende Gesang der einzige Hinweis auf seine Anwesenheit. Um den Ziegenmelker rankten sich in früheren Zeiten viele Geschichten. So wurde er von den alten Griechen Ziegenkopf genannt, da er sich nachts den Ställen näherte. Die Mär kursierte, dass er die Ziegen melke und diese daraufhin er...
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