Ziegenmelker
Verbreitung und Entwicklung
Lebensraum und Nahrung
Ziegenmelker
Die Verdichtung der Wälder und der Verlust insektenreicher Wiesen trugen massgeblich zum Rückgang der Art in der Schweiz bei. Die Bodenbrüter werden auch durch Freizeitaktivitäten oder nicht an der Leine geführte Hunde erheblich gestört.
- Brütet am Boden in Gebieten mit spärlicher Krautvegetation (dichte Begrünung wird gemieden), die jedoch reich an Insekten sind.
- Störungen, insbesondere nicht an der Leine geführte Hunde, sind Risikofaktoren für Jungtiere oder Eier.
- Überwintert in den Savannen südlich der afrikanischen Regenwälder.
- Verlust von Lebensraum, beispielsweise durch Intensivierung der Landwirtschaft, Abholzung und Ausdünnung der Savanne.
- Trockenheit und Jagd während des Vogelzugs und im Winter.
- Die Art lässt sich nur schwer zählen, da sie sich zwischen Brut- und Jagdgebieten bewegt.
- Ziegenmelker werden in der Schweiz gezielt überwacht, es gibt jedoch kein nationales Monitoring.
- Zur Förderung der Art wurden forstwirtschaftliche Massnahmen ergriffen, die jedoch an die Wiederherstellung von Wiesen gekoppelt werden müssen.
- Besonders wichtig ist der Schutz der aktuell genutzten Brut- und Jagdgebiete.
- GPS-Daten belegen eine komplexe Lebensraumnutzung, die sich im Laufe der Saison ändert.
- Im Wallis erfasste Daten ermöglichen es, die Nutzung des Reviers durch die Vögel genau zu untersuchen und an diesen Standorten Fördermassnahmen umzusetzen.
- Der Bestand in der Schweiz scheint sich zu stabilisieren. Der Zuwachs zwischen 2018 und 2020 ist vor allem auf die Entdeckung eines neuen, bis dahin unbemerkten Standorts zurückzuführen.
- Trockenperioden schaffen neue halboffene Gebiete, die sich für Ziegenmelker günstig auswirken könnten.
- Eine Voraussetzung für die Förderung der Art ist aber auch der Schutz der insektenreichen Wiesen.
Der Kahlschlag von Wäldern kann förderlich für die Art sein. Ein Teil der Kriechgewächse (< 20%) und einige grosse Bäume müssen jedoch erhalten bleiben. Die Krautvegetation am Standort muss ebenfalls in Grenzen gehalten werden. Diese Massnahmen sollten in der Nähe von insektenreichen Wiesen stattfinden.
Durch Beweidung, insbesondere mit Ziegen, wird verhindert, dass die Vegetation zu dicht wird und die Nahrungssuche sowie die Schaffung geeigneter Brutstätten behindert.
Lebensraum, der früher geeignet war, in dem jedoch die Vegetation allmählich wieder die Oberhand gewinnt. Flächen ohne Bodenvegetation werden rar.