Dorngrasmücke
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© Mathias Schäf
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Dorngrasmücke

Die Dorngrasmücke ist ein typischer Brutvogel strukturreicher, extensiv genutzter, offener Kulturlandschaften. Sie braucht sonnige, niedrige Hecken, Dorngestrüpp, Krautsäume und Brachen. Durch die intensive Landwirtschaft sind solche Lebensräume und auch Insekten als Nahrungsgrundlage stark zurückgegangen. Die früher häufige Dorngrasmücke hat im 20. Jahrhundert stark abgenommen. Seit 1993–1996 ist wieder eine leichte Erholung spürbar und die Verbreitung scheint etwas zugenommen zu haben. Der Bestand wurde im aktuellen Brutvogelatlas (2013–2016) auf 1800–2500 Paare geschätzt– die Art gilt als potenziell gefährdet. Um die Dorngrasmücke zu fördern, braucht es vielfältige Randstrukturen, ältere Brachen, weniger Pestizide und eine extensive Pflege von Hecken und Säumen.

Verbreitung und Entwicklung

Schematisierte Verbreitung
Verbreitung - Dorngrasmücke
Schematisierte Verbreitung zur Brutzeit (ocker), im Winter (blau punktiert) oder zu den Zugzeiten (weinrot punktiert).
Brutbestandsindex
Die Grafik zeigt die relative Entwicklung des Brutbestands in der Schweiz (100 = Mittelwert). Lesebeispiel: Ein Wert von 130 bedeutet, dass der Bestand im entsprechenden Jahr 30% über dem Mittelwert der gesamten berücksichtigten Zeitperiode lag.
Bestand und Verbreitung Schweiz
  • Brütet vor allem im westlichen Mittelland und in tiefen Lagen des Juras.
  • Regionale Erholung, vor allem in der Champagne genevoise (GE), im Grossen Moos (BE/FR), in der Ajoie (JU) und im Klettgau (SH) dank gezielter Fördermassnahmen.
Entwicklung Schweiz
  • Starker Rückgang seit den 1970er-Jahren, mit regionaler Erholung ab den 1990er-Jahren.
  • Aktuell 1800–2500 Paare, sehr lokal im Mittelland bei extensiver Bewirtschaftung und dank Förderprojekten.
  • In der Roten Liste als potenziell gefährdet (NT) eingestuft.
International
  • Weit verbreitet in Europa und Nordafrika bis Zentralasien.
  • Europäische Bestände weitgehend stabil, regionale Abnahmen in Südeuropa.
  • International als nicht gefährdet eingestuft.

Lebensraum und Nahrung

Lebensraum
Kulturland
Ackerflächen, Brachen, Hecken
Nahrung
Insekten und Spinnen
Ameisen, Fluginsekten, Insektenlarven, Kleininsekten
Früchte
Beeren
Lebensraum- und Nahrungsansprüche

Die Dorngrasmücke bewohnt extensiv genutzte, offene Kulturlandschaften mit Kraut- und Strauchvegetation. Wichtig sind besonnte Lebensräume mit Dornbüschen, niedrigen Hecken und angrenzenden Krautsäumen.

Nahrungshabitat

  • Ruderalzonen, Säume, Brachen, Wegränder, Böschungen und Hecken an sonnigen Standorten.

Neststandort

  • Dornige Hecken und Büsche.
  • Alte, strukturreiche Brachen.

Winterhabitat

  • Überwintert südlich der Sahara.
  • Offene Landschaften mit Büschen und Bäumen, landwirtschaftlich genutzte Flächen, Savannen, Grasland.
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Dorngrasmücke

Die Dorngrasmücke ist ein typischer Brutvogel strukturreicher, extensiv genutzter, offener Kulturlandschaften. Sie braucht sonnige, niedrige Hecken, Dorngestrüpp, Krautsäume und Brachen. Durch die intensive Landwirtschaft sind solche Lebensräume und auch Insekten als Nahrungsgrundlage stark zurückgegangen. Die früher häufige Dorngrasmücke hat im 20. Jahrhundert stark abgenommen. Seit 1993–1996 ist wieder eine leichte Erholung spürbar und die Verbreitung scheint etwas zugenommen zu haben. Der Bestand wurde im aktuellen Brutvogelatlas (2013–2016) auf 1800–2500 Paare geschätzt– die Art gilt als potenziell gefährdet. Um die Dorngrasmücke zu fördern, braucht es vielfältige Randstrukturen, ältere Brachen, weniger Pestizide und eine extensive Pflege von Hecken und Säumen.
National Prioritäre Art (NPA)
Der Faktor «Verantwortung» beschreibt die internationale Bedeutung des schweizerischen Bestands einer Art. Die Zuteilung zu den Verantwortungsklassen erfolgte vor allem aufgrund der geografischen Verbreitung (Schweiz, europäisch oder weltweit) und der genetischen und/oder ökologischen Bedeutung der Schweizer Populationen.
  • alleinige Verantwortung
  • sehr hohe Verantwortung
  • hohe Verantwortung
  • Verantwortung
  • Mitverantwortung
  • geringe Mitverantwortung
Handlungsebene (NPA)
Für alle National Prioritären Arten wird angegeben, auf welcher Handlungsebene Massnahmen erfolgen sollten: im Rahmen der spezifischen «Artenförderung» (AF), durch spezifischen «Lebensraumförderung» (LF) oder durch die biodiversitätsfreundliche Nutzung der natürlichen Ressourcen auf der «Ganzen Landesfläche» (GL) durch alle Sektoralpolitiken.
Eine Art wurde immer nur einer Ebene zugeteilt. Wenn Massnahmen auf der Ebene «Ganze Landesfläche» (GL) für die Erhaltung und Förderung der Art nicht genügen, braucht es die zweite Ebene, die spezifische «Lebensraumförderung» (LF). Wenn dies ebenfalls nicht ausreicht, kommt zusätzlich die spezifische «Artenförderung» (AF) zum Zuge. Eine Art, die spezifische Artenfördermassnahmen benötigt, ist demzufolge auch bei der Umsetzung von Massnahmen auf den Ebenen «Lebensraumförderung» und «Ganze Landesfläche» besonders zu berücksichtigen.
  • AF Artenförderung
  • LF Lebensraumförderung
  • GL ganze Landesfläche
AF
Dringlichkeit
Für alle Arten der Handlungsebenen «Artenförderung» (AF) und «Lebensraumförderung» (LF) erfolgte eine Beurteilung durch Expert:innen, mit welcher zeitlichen Dringlichkeit Massnahmen umzusetzen, fortzusetzen und/oder neu zu planen sind. Dabei wurden die beiden Faktoren Gefährdung und internationale Verantwortung einbezogen und die Erfolgsaussichten berücksichtigt.
  • notwendig und wichtig
Circle
Circle
Circle
Bestand Schweiz
(2025)
Der Bestand gibt an, wie viele Paare im angegebenen Zeitraum gebrütet haben. Da diese Zahl von Jahr zu Jahr schwankt und es Ungenauigkeiten bei der Bestandserhebung gibt, wird eine Bandbreite angegeben. Bei einigen schwierig zu erfassenden Arten sind nur die balzenden Männchen angegeben. Aus den Angaben zum Bestand kann man nicht einfach durch Verdopplung die Zahl der Individuen berechnen. Die Anzahl Vögel ist nach der Brutzeit viel höher, einige Vögel brauchen Jahre, bis sie fortpflanzungsfähig sind und teilweise ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern nicht 1:1.
1300-2100Paare
Rote Liste
Rote Listen basieren auf den wissenschaftlichen Kriterien der IUCN und beurteilen das Aussterberisiko einer Art. Das hilft zu erkennen, wo der Handlungsbedarf im Naturschutz besonders gross ist.
  • nahezu bedroht (NT)

Projektträger

Gefahren, Aktivitäten und Prognosen
Limitierende Faktoren und Gefahren

Die Dorngrasmücke ist vor allem durch den Lebensraumverlust im Brutgebiet gefährdet. Strukturverarmung und intensive Nutzung des Kulturlandes führen zum Rückgang geeigneter Flächen. Auch Trockenperioden im Winterquartier wirken sich negativ aus.

 
Brutzeit
  • Verlust des Lebensraums: Verschwinden von Hecken, Brachen und ungenutzter Randzonen im offenen Kulturland.
  • Intensive Landwirtschaft: Pestizide reduzieren das Nahrungsangebot.
 
Zug/Winter
  • Ausgeprägte Dürren im Winterquartier führen zu geringerem Überleben.
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Notwendige Aktivitäten
Monitoring
  • Systematische Erhebung lokaler Populationen als Grundlage für Erfolgskontrollen gezielter Massnahmen.
  • Der nationale Trend sollte weiterhin überwacht werden.
 
Förderung
  • Gezielte Massnahmen durch lokale Förderprojekte umsetzen, welche die Lebensraumqualität der Dorngrasmücke verbessern.
  • Schaffung spezifischer Förderflächen im offenen, sonnigen Kulturland.
  • Alte Brachen mit angepasster Pflege sind ideal.
  • Angepasster Unterhalt und Pflege von dornreichen Niederhecken.
 
Forschung
  • Lebensraumansprüche und Fördermassnahmen sind grösstenteils bekannt.
  • Überwinterungsquartier: Kenntnisse verbessern zum Einfluss von Dürreperioden und Klimawandel auf die Populationen.
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Erfolgsaussichten und Prognosen
  • Lokale Erfolge dank Naturschutzprojekten mit gezielten Massnahmen im offenen Kulturland wie Anlage von Buntbrachen, Hecken und strukturreichen Säumen.
  • Ohne Erhalt und Förderung von Strukturelementen des Kulturlands sind weitere Rückgänge zu erwarten.
  • Klimawandelbedingte Dürren im Winterquartier könnten künftige Einbrüche verursachen, wie in den 1960er-Jahren.
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Fördermassnahmen und Stakeholder
Biodiversitätsförderflächen anlegen

Buntbrache in offener Kulturlandschaft – Buntbrachen sollten nicht in unmittelbarer Waldnähe angelegt werden, sondern an einem sonnigen, offenen Standort.

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Landwirtschaft
Dornenreiche Hecken anlegen

Niedrige Hecken – eine entsprechende Pflege ist entscheidend, um die Hecken als geeigneten Lebensraum zu erhalten.

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Landwirtschaft
Naturschutz
Kleinstrukturen fördern

In Buntbrachen und Säumen im offenen Kulturland Kleinstrutkturen wie Ast- oder Steinhaufen anlegen.

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Landwirtschaft
Naturschutz
Extensive Bewirtschaftung fördern

Ein Verzicht auf Pestizide fördert Insekten und erhöht so das Nahrungsangebot.

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Kantone
Landwirtschaft
Förderprojekte Schweizerische Vogelwarte
Regionalstellen
Lebensraumverbundsystem Klettgau
vogelwarte.ch
Lebensraum Kulturland
Lebensraumverbundsystem Grosses Moos
vogelwarte.ch
Regionalstellen
Lebensraumverbundsystem Sankt Galler Rheintal
vogelwarte.ch
Förderprojekte Birdlife
Revitalisierung der Kulturlandschaften in der Ajoie (JU)
birdlife.ch
National Prioritäre Kulturlandvögel im Grossen Moos (BE-FR)
birdlife.ch
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Vögel der Schweiz

Dorngrasmücke

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