Mehlschwalbe
Der Bestand der Mehlschwalbe nimmt seit den 1990er-Jahren schweizweit ab, die Art wurde 2010 erstmals als nahezu bedroht eingestuft.
Die Nester am Gebäude sind stark von menschlichen Einflüssen abhängig. Oft gehen die mehrjährig genutzten Nester bei Bauvorhaben verloren oder werden nicht mehr toleriert. Weiter wirken sich der Verlust an Insektenbiomasse und an Nestbaumaterial negativ aus. Durch Rücksichtnahme, Sensibilisierung und das Anbieten von Kunstnestern kann der Mehlschwalbe geholfen werden.
Verbreitung und Entwicklung
Lebensraum und Nahrung
Mehlschwalbe
Der Bestand der Mehlschwalbe nimmt seit den 1990er-Jahren schweizweit ab, die Art wurde 2010 erstmals als nahezu bedroht eingestuft.
Die Nester am Gebäude sind stark von menschlichen Einflüssen abhängig. Oft gehen die mehrjährig genutzten Nester bei Bauvorhaben verloren oder werden nicht mehr toleriert. Weiter wirken sich der Verlust an Insektenbiomasse und an Nestbaumaterial negativ aus. Durch Rücksichtnahme, Sensibilisierung und das Anbieten von Kunstnestern kann der Mehlschwalbe geholfen werden.
Das Verschwinden von Brutplätzen bei Bauvorhaben, der Mangel an Nestbaumaterial durch Versiegelung und trockene Frühlinge, der Rückgang an Fluginsekten durch Intensivierung der Landwirtschaft sowie die moderne Bauweise von Gebäuden sind Risikofaktoren für die Mehlschwalbe.
- Mangel an Nestbaumaterial (Versiegelung der Böden) sowie fehlende Strukturen für den Nestbau an modernen Gebäuden.
- Schwindende Toleranz der Gebäudebewohnenden gegenüber Bruten und teils mutwillige Zerstörung der Nester.
- Rückgang der Biomasse an Fluginsekten.
- Schlechtwetterperioden auf dem Zug können zu Verlusten führen.
- Ausreichendes Nahrungsangebot auf dem Zug und im Winterquartier.
- In einigen Ländern werden Schwalben illegal gejagt.
- Bestandsentwicklung wird im Rahmen der Überwachungsprojekte der Schweizerischen Vogelwarte verfolgt (Monitoring Häufige Brutvögel).
- Lokale Projekte von Freiwilligen erheben Anzahl und Besetzung der Nester, teils über viele Jahre hinweg.
- Wirkungskontrollen nach Anbringung von Nisthilfen.
- Gebäudebrüterinventar der Schweizerischen Vogelwarte mit dem Ziel, Brutstandorte zu schützen (Berücksichtigung der Nester bei Bauvorhaben).
- Zahlreiche BirdLife-Sektionen und Privatpersonen bringen Kunstnester an (v.a. bei fehlendem Nestbaumaterial). Dies ist in der Nähe bestehender Kolonien besonders wirkungsvoll.
- Lebensraumaufwertungen rund um Kolonien wären notwendig (z.B. Entsiegelung der Böden, naturnahe Gärten).
- Feuchthalten von Lehmpfützen.
- Auswirkungen von Insektenrückgang auf Bruterfolg und Bestandsentwicklung untersuchen.
- Kenntnisse schaffen zu Faktoren, die das langfristiges Bestehen von Kolonien beeinflussen.
- Mehlschwalben sind eng an menschliche Bauten gebunden und daher stark auf die Toleranz der Bevölkerung angewiesen. Sensibilisierung von Bewohnenden und Gebäudebesitzenden ist zentral.
- Kunstnestern sind eine sehr wirkungsvolle Massnahme, wenn optimal angewendet: in der Nähe bestehender Kolonie, ideal montiert, Kotbretter anbringen.
- Auswirkungen des Klimawandels auf Insektenbiomasse und Sterblichkeit zur Zugzeit sollten im Auge behalten werden.
Der Erhalt bestehender Nistplätze ist für die Mehlschwalbe von grosser Bedeutung, da sie jeweils an denselben Brutort zurückkehrt. Ein zentrales Element dafür sind Gebäudebrüterinventare.
Das Anbieten von Nisthilfen ist besonders dort wertvoll, wo kein Nestbaumaterial zur Verfügung steht und in der Nähe besetzter Kolonien.
Durch Biodiversitätsförderflächen im Landwirtschaftsgebiet können Insekten, die wiederum die Nahrung für Mehlschwalben sind, gefördert werden.
Kleinparzellierte und vielfältige Kulturlandschaften, aber auch naturnahe Siedlungen und Gärten bieten Lebensraum und Nahrungsgrundlage für viele Vogelarten.