Mauersegler
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© Marcel Burkhardt
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Mauersegler

Der Mauersegler ist in Dörfern und Städten weit verbreitet, mit Bestandsschwerpunkt im Mittelland. Vereinzelt wurden auch Bruten bis auf über 2000 m ü.M. festgestellt. Als Brutort wählt der Mauersegler dunkle, meist kleine Nischen an Gebäuden, an welche er jeweils treu zurückkehrt. Durch Renovationen oder Gebäudeabrisse gehen allerdings zahlreiche Brutplätze verloren, so dass deren Schutz und Erhalt für den Bestandeserhalt essenziell ist. Dafür braucht es eine gute Datengrundlage und die Rücksichtsnahme von vielen Akteuren wie z.B. Kantone/Gemeinden und Planenden bei Bauvorhaben. Mit Nisthilfen können Brutplätze zudem meist einfach gefördert und zusätzliches Nistplatzangebot geschaffen werden.

Verbreitung und Entwicklung

Schematisierte Verbreitung
Verbreitung - Mauersegler
Schematisierte Verbreitung zur Brutzeit (ocker), im Winter (blau punktiert) oder zu den Zugzeiten (weinrot punktiert).
Brutbestandsindex
Die Grafik zeigt die relative Entwicklung des Brutbestands in der Schweiz (100 = Mittelwert). Lesebeispiel: Ein Wert von 130 bedeutet, dass der Bestand im entsprechenden Jahr 30% über dem Mittelwert der gesamten berücksichtigten Zeitperiode lag.
Bestand und Verbreitung Schweiz
  • In der Schweiz weit verbreitet mit Schwerpunkt in den grossen Agglomerationen und Städten.
  • Hauptverbreitung zwischen 350 und 1000 m ü.M, vereinzelte Bruten bis rund 2400 m ü.M
Entwicklung Schweiz
  • Der schweizerische Bestand ist über die Jahre schwankend.
  • Gebietsweise wurde ein Bestandsrückgang festgestellt.
International
  • Weit verbreitet in einem breiten Gürtel von Nordafrika und Nordeuropa bis zum Baikalsee und China.
  • In Europa ging der Bestand seit 1980 um rund 25 % zurück.
  • Ein starker Bestandsrückgang wird z.B. in Grossbritannien festgestellt.

Lebensraum und Nahrung

Lebensraum
Siedlung
Gebäude, Siedlungen
Nahrung
Insekten und Spinnen
Fluginsekten
Lebensraum- und Nahrungsansprüche

Der Mauersegler brütet meist in kleinen, dunklen Hohlräumen in Gebäuden. Solche Nischen findet er vor allem in Dörfern und Städten der tieferen und mittleren Lagen.

Nahrungshabitat

  • Luftraum über offenen Gebieten, wie z.B. Gewässer, Siedlungen, Landwirtschaftsgebiet, Gebirge.

Neststandort

  • Hauptsächlich in Hohlräumen und Nischen an Gebäuden, wobei auch künstliche Nisthilfen gut angenommen werden.
  • Zeigt eine hohe Treue zum Brutplatz.

Winterhabitat

  • Langstreckenzieher.
  • Überwintert im tropischen Afrika.
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Mauersegler

Der Mauersegler ist in Dörfern und Städten weit verbreitet, mit Bestandsschwerpunkt im Mittelland. Vereinzelt wurden auch Bruten bis auf über 2000 m ü.M. festgestellt. Als Brutort wählt der Mauersegler dunkle, meist kleine Nischen an Gebäuden, an welche er jeweils treu zurückkehrt. Durch Renovationen oder Gebäudeabrisse gehen allerdings zahlreiche Brutplätze verloren, so dass deren Schutz und Erhalt für den Bestandeserhalt essenziell ist. Dafür braucht es eine gute Datengrundlage und die Rücksichtsnahme von vielen Akteuren wie z.B. Kantone/Gemeinden und Planenden bei Bauvorhaben. Mit Nisthilfen können Brutplätze zudem meist einfach gefördert und zusätzliches Nistplatzangebot geschaffen werden.
National Prioritäre Art (NPA)
Der Faktor «Verantwortung» beschreibt die internationale Bedeutung des schweizerischen Bestands einer Art. Die Zuteilung zu den Verantwortungsklassen erfolgte vor allem aufgrund der geografischen Verbreitung (Schweiz, europäisch oder weltweit) und der genetischen und/oder ökologischen Bedeutung der Schweizer Populationen.
  • alleinige Verantwortung
  • sehr hohe Verantwortung
  • hohe Verantwortung
  • Verantwortung
  • Mitverantwortung
  • geringe Mitverantwortung
Handlungsebene (NPA)
Für alle National Prioritären Arten wird angegeben, auf welcher Handlungsebene Massnahmen erfolgen sollten: im Rahmen der spezifischen «Artenförderung» (AF), durch spezifischen «Lebensraumförderung» (LF) oder durch die biodiversitätsfreundliche Nutzung der natürlichen Ressourcen auf der «Ganzen Landesfläche» (GL) durch alle Sektoralpolitiken.
Eine Art wurde immer nur einer Ebene zugeteilt. Wenn Massnahmen auf der Ebene «Ganze Landesfläche» (GL) für die Erhaltung und Förderung der Art nicht genügen, braucht es die zweite Ebene, die spezifische «Lebensraumförderung» (LF). Wenn dies ebenfalls nicht ausreicht, kommt zusätzlich die spezifische «Artenförderung» (AF) zum Zuge. Eine Art, die spezifische Artenfördermassnahmen benötigt, ist demzufolge auch bei der Umsetzung von Massnahmen auf den Ebenen «Lebensraumförderung» und «Ganze Landesfläche» besonders zu berücksichtigen.
  • AF Artenförderung
  • LF Lebensraumförderung
  • GL ganze Landesfläche
AF
Dringlichkeit
Für alle Arten der Handlungsebenen «Artenförderung» (AF) und «Lebensraumförderung» (LF) erfolgte eine Beurteilung durch Expert:innen, mit welcher zeitlichen Dringlichkeit Massnahmen umzusetzen, fortzusetzen und/oder neu zu planen sind. Dabei wurden die beiden Faktoren Gefährdung und internationale Verantwortung einbezogen und die Erfolgsaussichten berücksichtigt.
  • notwendig und wichtig
Circle
Circle
Circle
Bestand Schweiz
(2025)
Der Bestand gibt an, wie viele Paare im angegebenen Zeitraum gebrütet haben. Da diese Zahl von Jahr zu Jahr schwankt und es Ungenauigkeiten bei der Bestandserhebung gibt, wird eine Bandbreite angegeben. Bei einigen schwierig zu erfassenden Arten sind nur die balzenden Männchen angegeben. Aus den Angaben zum Bestand kann man nicht einfach durch Verdopplung die Zahl der Individuen berechnen. Die Anzahl Vögel ist nach der Brutzeit viel höher, einige Vögel brauchen Jahre, bis sie fortpflanzungsfähig sind und teilweise ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern nicht 1:1.
50000-80000Paare
Rote Liste
Rote Listen basieren auf den wissenschaftlichen Kriterien der IUCN und beurteilen das Aussterberisiko einer Art. Das hilft zu erkennen, wo der Handlungsbedarf im Naturschutz besonders gross ist.
  • nahezu bedroht (NT)

Projektträger

Gefahren, Aktivitäten und Prognosen
Limitierende Faktoren und Gefahren

Für den Mauersegler ist der Verlust von Nistplätzen die grösste Gefahr – etwa durch Sanierungen, energetische Renovationen oder den Abriss von Gebäuden. Witterungsbedingte Bestandsrückgänge werden dagegen häufig innert weniger Jahre kompensiert.

 
Brutzeit
  • Angebot an geeigneten Bruthöhlen.
  • Zerstörung bestehender Brutplätze bei Bauvorhaben.
 
Zug/Winter
  • Lange Schlechtwetterperioden auf dem Zug können zu Verlusten führen.
  • Exposition in Überwinterungsgebieten gegenüber Pestiziden, die in Europa verboten sind.
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Notwendige Aktivitäten
Monitoring
  • Entwicklung einzelner Mauerseglerkolonien wird durch die Schweizerische Vogelwarte in Zusammenarbeit mit freiwilligen Koloniebetreuerinnen und -betreuern verfolgt.
 
Förderung
  • Schutz und Erhalt der Brutplätze bei Bauvorhaben durch Gebäudebrüterinventare.
  • Anbringen von künstlichen Nisthilfen als Ersatz während der Bauphase.
  • Erweiterung des Brutplatzangebots durch Nisthilfen.
  • Sensibilisierung und Beratung von Interessensvertreterinnen und Akteuren.
 
Forschung
  • Auswirkungen von Insektenrückgang auf Bruterfolg und Bestandsentwicklung untersuchen.
  • Untersuchen, ob der durch die Entwicklung einzelner Kolonien ermittelte Bestandstrend tatsächlich korrekt ist, weil in der Regel nur gut unterhaltene Kolonien in die Berechnung einfliessen.
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Erfolgsaussichten und Prognosen
  • Der Mauersegler brütet in vielen Ortschaften, aber durch Renovation oder Abriss älterer Gebäude gehen zahlreihe Brutplätze verloren.
  • Durch konsequenten Schutz dieser Brutplätze kann die Art den Bestand wahrscheinlich gut halten.
  • Mauersegler können bei entsprechender Information und Motivation der Leute vielerorts mittels Nisthilfen gefördert werden.
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Fördermassnahmen und Stakeholder
Nistplätze bei Bauvorhaben berücksichtigen

Der Schutz bestehender Nistplätze ist für den Erhalt des Mauerseglerbestands zentral, da die Paare jeweils an denselben Brutort zurückkehren. Ein wichtiges Element dafür sind Gebäudebrüterinventare.

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Gebäudeverwaltungen
Gemeinden
Kantone
Planer und Architekten
Private
Nisthilfen anbieten und pflegen

Das Angebot an geeigneten Bruthöhlen ist limitiert. Allerdings lassen sich solche durch Nisthilfen einfach und erfolgreich imitieren.

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Gemeinden
Naturschutz
Planer und Architekten
Private
Förderprojekte Schweizerische Vogelwarte
Lebensraum Siedlung
Artenförderung Mauer- und Alpensegler
vogelwarte.ch
Lebensraum Siedlung
Schutz von Gebäudebrütern
vogelwarte.ch
Förderprojekte Birdlife
Artenförderung Mauer- und Alpensegler
birdlife.ch
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Vögel der Schweiz

Mauersegler

Kaum ein Vogel ist besser an das Leben in der Luft angepasst als der Mauersegler. Der ausgezeichnete Flugjäger sieht einer Schwalbe ähnlich, fliegt aber rasanter. Im Flug schläft er und paart sich auch. Bei den abends aufsteigenden Mauerseglern dachte man früher, dass sie in der Dunkelheit zurückkehrten oder die Nacht auf dem Mond verbrächten. Der Baselbieter Ornithologe Emil Weitnau...
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