Dohle
In der Schweiz ist die Dohle vor allem im Mittelland, im Jura und entlang klimatisch günstiger Alpentäler verbreitet. Zwischen den 1970er- und 1990er-Jahren hat sich die Verbreitung ausgedünnt und der Bestand ist auf rund 1000 Paare gesunken. Aktuell sind es zwischen 1250 und 1500 Paare (Brutvogelatlas 2013–2016).
Dohlen sind stark an traditionelle Brutplätze gebunden, deren Schutz eine grosse Bedeutung hat. Die Art kann lokal durch Nisthilfen in unmittelbarer Nähe von geeigneten Nahrungsflächen gefördert werden.
Verbreitung und Entwicklung
Lebensraum und Nahrung
Dohle
In der Schweiz ist die Dohle vor allem im Mittelland, im Jura und entlang klimatisch günstiger Alpentäler verbreitet. Zwischen den 1970er- und 1990er-Jahren hat sich die Verbreitung ausgedünnt und der Bestand ist auf rund 1000 Paare gesunken. Aktuell sind es zwischen 1250 und 1500 Paare (Brutvogelatlas 2013–2016).
Dohlen sind stark an traditionelle Brutplätze gebunden, deren Schutz eine grosse Bedeutung hat. Die Art kann lokal durch Nisthilfen in unmittelbarer Nähe von geeigneten Nahrungsflächen gefördert werden.
Die Hauptfaktoren, welche die Dohle gefährden, sind Brutplatzverluste durch das Entfernen von Höhlenbäumen und Gebäudesanierungen sowie qualitativ und quantitativ ungenügende Nestlingsnahrung während der Brutzeit.
- Verlust von Brutplätzen infolge Gebäudesanierungen oder mutwilligem Verschliessen sowie Holzschlag in Wirtschaftswäldern.
- Mangelnde Verfüg- und Erreichbarkeit von wirbellosen Tieren als Nestlingsnahrung (Intensivierung der Landwirtschaft, Ausweitung der Siedlungsgebiete).
- Keine nennenswerten limitierenden Faktoren im Winter bekannt.
- Kolonien werden nach der Brutzeit verlassen, ab Spätsommer sind wieder Dohlen an Kolonien anzutreffen.
- Jungvögel können auch in Südwesteuropa überwintern, daneben verbringen auch Dohlen aus Nordosteuropa den Winter bei uns.
- Bestandsüberwachung durch jährliches Monitoring an rund 100 ausgewählten Kolonien.
- Brutplätze bei Bauvorhaben erhalten und wo sinnvoll und möglich erweitern.
- Sicherung von Höhlenbäumen in Altholzbeständen und gegebenenfalls Erweiterung mit Nisthilfen.
- Bereitstellung von Nisthilfen in der Nähe günstiger Nahrungsquellen.
- Förderung einer extensiv bewirtschafteten, strukturreichen Kulturlandschaft, v.a. im Bereich der Brutplätze.
- Vergleich von Nahrungsflächen (Vegetationsdichte, -höhe etc.) zwischen florierenden Kolonien und solchen mit Bestandsabnahmen durchführen.
- Sind Kolonien in städtischen Gebieten einer ökologischen Falle ausgesetzt? Neben dem Bruterfolg auch andere demografische Parameter (z.B. Überleben von Altvögeln, Ab-/Zuwanderung) untersuchen.
- Nahrungsmangel und damit niedriger Fortpflanzungserfolg von Kolonien in Siedlungen wird sich durch weitere Verdichtung und Ausweitung der Siedlungsgebiete verschärfen.
- Durch den Verlust von Höhlenbäumen in Wirtschaftswäldern muss ohne Fördermassnahmen mit dem Erlöschen von Baumkolonien gerechnet werden.
- Nationaler Bestandstrend steigend dank gezielter Fördermassnahmen durch lokale Vereine, Naturschutzämter und Gebäudebesitzer.
Die Anbringung von Nistkästen in der Nähe von geeigneten Nahrungsflächen wirkt dem Mangel an Nistgelegenheiten entgegen.
Höhlenbäume bieten Nistmöglichkeiten für verschiedenste Arten.
Ungedüngte Wiesen, Verzicht auf Pestizide oder Mahd fördern die Vielfalt an Pflanzen und Insekten und damit die Lebensraumqualität (Nahrungsangebot).