Dohle
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© Marcel Burkhardt
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Dohle

Die Dohle bevorzugt offene Flächen wie kurzrasige Wiesen und Weiden oder Äcker zur Nahrungssuche. Sie brütet kolonieweise in Hohlräumen an Gebäuden, in Baumhöhlen in Parks und Waldrändern sowie an Felswänden.

In der Schweiz ist die Dohle vor allem im Mittelland, im Jura und entlang klimatisch günstiger Alpentäler verbreitet. Zwischen den 1970er- und 1990er-Jahren hat sich die Verbreitung ausgedünnt und der Bestand ist auf rund 1000 Paare gesunken. Aktuell sind es zwischen 1250 und 1500 Paare (Brutvogelatlas 2013–2016).

Dohlen sind stark an traditionelle Brutplätze gebunden, deren Schutz eine grosse Bedeutung hat. Die Art kann lokal durch Nisthilfen in unmittelbarer Nähe von geeigneten Nahrungsflächen gefördert werden.

Verbreitung und Entwicklung

Schematisierte Verbreitung
Verbreitung - Dohle
Schematisierte Verbreitung zur Brutzeit (ocker), im Winter (blau punktiert) oder zu den Zugzeiten (weinrot punktiert).
Brutbestandsindex
Die Grafik zeigt die relative Entwicklung des Brutbestands in der Schweiz (100 = Mittelwert). Lesebeispiel: Ein Wert von 130 bedeutet, dass der Bestand im entsprechenden Jahr 30% über dem Mittelwert der gesamten berücksichtigten Zeitperiode lag.
Bestand und Verbreitung Schweiz
  • Im Mittelland und Jura weit verbreitet, bei Riom GR und Brig VS auch in Alpentälern, im Tessin.
  • Brutplätze meist unterhalb von 600 m ü.M., vereinzelt bis über 1000 m ü.M.
  • Kolonien mit über 40 Paaren: Schloss Hallwyl AG, Schloss Landshut BE, Casti da Riom GR, Museggmauer LU, Kloster St. Urban LU.
Entwicklung Schweiz
  • Zwischen 1972–1976 und 1993–1996 Ausdünnung der Verbreitung und Rückgang des Bestands auf rund 1000 Paare.
  • Ab 2010 Zunahme des Bestands auf 1250–1500 Brutpaare.
International
  • Verbreitung in Eurasien bis Sibirien, Mongolei und Afghanistan, in Afrika in Marokko und Westalgerien.
  • In Europa Bestand in den letzten Jahrzehnten insgesamt stabil.
  • Geringe Ausbreitungstendenzen in Skandinavien.
  • In Mitteleuropa gebietsweise deutliche Einbussen.

Lebensraum und Nahrung

Lebensraum
Kulturland
Ackerflächen, Wiesen und Weiden
Siedlung
Gebäude, Parkanlagen, Siedlungen
Trockenstandorte und Felsen
Felswände, Steinbrüche
Wald
Waldrand
Nahrung
Abfall
Müll, Brot, Kompost
Insekten und Spinnen
Insekten, Spinnen, Ameisen, Grossinsekten, Insektenlarven
Samen
Getreidesamen
Früchte
Früchte
Würmer
Regenwürmer
Lebensraum- und Nahrungsansprüche

Die Dohle nutzt zur Nahrungssuche bevorzugt offene oder kurzrasige Kulturlandflächen. Brutstandorte befinden sich in Siedlungen, Industriequartieren, Parkanlagen, an Waldrändern und in Felsgebieten.

Nahrungshabitat

  • Kurzrasige Wiesen und Weiden, Äcker mit lückigem Bewuchs, Kompostierungsanlagen sowie Schul- und Sportgelände.
  • Nutzt Siedlungsabfälle bei Mangel an guten Nahrungsflächen nahe der Brutplätze.

Neststandort

  • Hohlräume in hohen Gebäuden und anderen Bauwerken (z.B. Brücken, Industrieanlagen, Natelantennen etc.) sowie in Molasse- und Kalkwänden.
  • Baumhöhlen an Waldrändern und in Parkanlagen.
  • Nimmt Nistkästen an.

Winterhabitat

  • Bleibt im Winter grösstenteils in der Schweiz.
  • Vergesellschaftung mit Saat- und Rabenkrähen in den Nahrungsgebieten (Wiesen, Weiden, Äcker) und an Schlafplätzen (z.B. Baumbestände oder hohe Bauten).
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Dohle

Die Dohle bevorzugt offene Flächen wie kurzrasige Wiesen und Weiden oder Äcker zur Nahrungssuche. Sie brütet kolonieweise in Hohlräumen an Gebäuden, in Baumhöhlen in Parks und Waldrändern sowie an Felswänden.

In der Schweiz ist die Dohle vor allem im Mittelland, im Jura und entlang klimatisch günstiger Alpentäler verbreitet. Zwischen den 1970er- und 1990er-Jahren hat sich die Verbreitung ausgedünnt und der Bestand ist auf rund 1000 Paare gesunken. Aktuell sind es zwischen 1250 und 1500 Paare (Brutvogelatlas 2013–2016).

Dohlen sind stark an traditionelle Brutplätze gebunden, deren Schutz eine grosse Bedeutung hat. Die Art kann lokal durch Nisthilfen in unmittelbarer Nähe von geeigneten Nahrungsflächen gefördert werden.
National Prioritäre Art (NPA)
Der Faktor «Verantwortung» beschreibt die internationale Bedeutung des schweizerischen Bestands einer Art. Die Zuteilung zu den Verantwortungsklassen erfolgte vor allem aufgrund der geografischen Verbreitung (Schweiz, europäisch oder weltweit) und der genetischen und/oder ökologischen Bedeutung der Schweizer Populationen.
  • alleinige Verantwortung
  • sehr hohe Verantwortung
  • hohe Verantwortung
  • Verantwortung
  • Mitverantwortung
  • geringe Mitverantwortung
Handlungsebene (NPA)
Für alle National Prioritären Arten wird angegeben, auf welcher Handlungsebene Massnahmen erfolgen sollten: im Rahmen der spezifischen «Artenförderung» (AF), durch spezifischen «Lebensraumförderung» (LF) oder durch die biodiversitätsfreundliche Nutzung der natürlichen Ressourcen auf der «Ganzen Landesfläche» (GL) durch alle Sektoralpolitiken.
Eine Art wurde immer nur einer Ebene zugeteilt. Wenn Massnahmen auf der Ebene «Ganze Landesfläche» (GL) für die Erhaltung und Förderung der Art nicht genügen, braucht es die zweite Ebene, die spezifische «Lebensraumförderung» (LF). Wenn dies ebenfalls nicht ausreicht, kommt zusätzlich die spezifische «Artenförderung» (AF) zum Zuge. Eine Art, die spezifische Artenfördermassnahmen benötigt, ist demzufolge auch bei der Umsetzung von Massnahmen auf den Ebenen «Lebensraumförderung» und «Ganze Landesfläche» besonders zu berücksichtigen.
  • AF Artenförderung
  • LF Lebensraumförderung
  • GL ganze Landesfläche
AF
Dringlichkeit
Für alle Arten der Handlungsebenen «Artenförderung» (AF) und «Lebensraumförderung» (LF) erfolgte eine Beurteilung durch Expert:innen, mit welcher zeitlichen Dringlichkeit Massnahmen umzusetzen, fortzusetzen und/oder neu zu planen sind. Dabei wurden die beiden Faktoren Gefährdung und internationale Verantwortung einbezogen und die Erfolgsaussichten berücksichtigt.
  • notwendig und wichtig
Circle
Circle
Circle
Bestand Schweiz
(2025)
Der Bestand gibt an, wie viele Paare im angegebenen Zeitraum gebrütet haben. Da diese Zahl von Jahr zu Jahr schwankt und es Ungenauigkeiten bei der Bestandserhebung gibt, wird eine Bandbreite angegeben. Bei einigen schwierig zu erfassenden Arten sind nur die balzenden Männchen angegeben. Aus den Angaben zum Bestand kann man nicht einfach durch Verdopplung die Zahl der Individuen berechnen. Die Anzahl Vögel ist nach der Brutzeit viel höher, einige Vögel brauchen Jahre, bis sie fortpflanzungsfähig sind und teilweise ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern nicht 1:1.
1200-1700Paare
Rote Liste
Rote Listen basieren auf den wissenschaftlichen Kriterien der IUCN und beurteilen das Aussterberisiko einer Art. Das hilft zu erkennen, wo der Handlungsbedarf im Naturschutz besonders gross ist.
  • nahezu bedroht (NT)

Projektträger

Gefahren, Aktivitäten und Prognosen
Limitierende Faktoren und Gefahren

Die Hauptfaktoren, welche die Dohle gefährden, sind Brutplatzverluste durch das Entfernen von Höhlenbäumen und Gebäudesanierungen sowie qualitativ und quantitativ ungenügende Nestlingsnahrung während der Brutzeit.

 
Brutzeit
  • Verlust von Brutplätzen infolge Gebäudesanierungen oder mutwilligem Verschliessen sowie Holzschlag in Wirtschaftswäldern.
  • Mangelnde Verfüg- und Erreichbarkeit von wirbellosen Tieren als Nestlingsnahrung (Intensivierung der Landwirtschaft, Ausweitung der Siedlungsgebiete).
 
Zug/Winter
  • Keine nennenswerten limitierenden Faktoren im Winter bekannt.
  • Kolonien werden nach der Brutzeit verlassen, ab Spätsommer sind wieder Dohlen an Kolonien anzutreffen.
  • Jungvögel können auch in Südwesteuropa überwintern, daneben verbringen auch Dohlen aus Nordosteuropa den Winter bei uns.
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Notwendige Aktivitäten
Monitoring
  • Bestandsüberwachung durch jährliches Monitoring an rund 100 ausgewählten Kolonien.
 
Förderung
  • Brutplätze bei Bauvorhaben erhalten und wo sinnvoll und möglich erweitern.
  • Sicherung von Höhlenbäumen in Altholzbeständen und gegebenenfalls Erweiterung mit Nisthilfen.
  • Bereitstellung von Nisthilfen in der Nähe günstiger Nahrungsquellen.
  • Förderung einer extensiv bewirtschafteten, strukturreichen Kulturlandschaft, v.a. im Bereich der Brutplätze.
 
Forschung
  • Vergleich von Nahrungsflächen (Vegetationsdichte, -höhe etc.) zwischen florierenden Kolonien und solchen mit Bestandsabnahmen durchführen.
  • Sind Kolonien in städtischen Gebieten einer ökologischen Falle ausgesetzt? Neben dem Bruterfolg auch andere demografische Parameter (z.B. Überleben von Altvögeln, Ab-/Zuwanderung) untersuchen.
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Erfolgsaussichten und Prognosen
  • Nahrungsmangel und damit niedriger Fortpflanzungserfolg von Kolonien in Siedlungen wird sich durch weitere Verdichtung und Ausweitung der Siedlungsgebiete verschärfen.
  • Durch den Verlust von Höhlenbäumen in Wirtschaftswäldern muss ohne Fördermassnahmen mit dem Erlöschen von Baumkolonien gerechnet werden.
  • Nationaler Bestandstrend steigend dank gezielter Fördermassnahmen durch lokale Vereine, Naturschutzämter und Gebäudebesitzer.
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Fördermassnahmen und Stakeholder
Nistplätze bei Bauvorhaben berücksichtigen
Auf bekannte Nistplätze von Gebäudebrütern (bspw. durch Inventare in Gemeinden) soll bei Bauvorhaben Rücksicht genommen werden.
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Gemeinden
Industrie und Gewerbe
Kantone
Planer und Architekten
Private
Nisthilfen anbieten und pflegen

Die Anbringung von Nistkästen in der Nähe von geeigneten Nahrungsflächen wirkt dem Mangel an Nistgelegenheiten entgegen.

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Gemeinden
Industrie und Gewerbe
Kantone
Naturschutz
Höhlenbäume erhalten

Höhlenbäume bieten Nistmöglichkeiten für verschiedenste Arten.

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Forstwirtschaft
Gemeinden
Kantone
Pärke
Extensive Beweidung fördern
Eine extensive Beweidung fördert eine arten- und strukturreiche Vegetation.
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Landwirtschaft
Extensive Bewirtschaftung fördern

Ungedüngte Wiesen, Verzicht auf Pestizide oder Mahd fördern die Vielfalt an Pflanzen und Insekten und damit die Lebensraumqualität (Nahrungsangebot).

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Gemeinden
Landwirtschaft
Private
Lückige Vegetation schaffen
Eine lückige Vegetation verbessert die Nahrungszugänglichkeit am Boden.
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Gemeinden
Landwirtschaft
Naturschutz
Private
Förderprojekte Schweizerische Vogelwarte
Artenförderung
Artenförderung Dohle
vogelwarte.ch
Monitoring
Monitoring Ausgewählte Arten
vogelwarte.ch
Lebensraum Kulturland
Lebensraumverbundsystem Grosses Moos
vogelwarte.ch
Regionalstellen
Lebensraumverbundsystem Sankt Galler Rheintal
vogelwarte.ch
Förderprojekte Birdlife
BirdLife Thurgau: Artenförderung Dohle
vogelschutz-tg.ch
BirdLife Aargau: Schutz und Förderung der Dohle in Wirtschaftswäldern
birdlife-ag.ch
BirdLife Oberwallis
birdlife-oberwallis.ch
Weitere Projekte
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© Marcel Burkhardt
Vögel der Schweiz

Dohle

Dohlen sind relativ kleine, lebhafte und gesellige Rabenvögel. Sie sind Allesfresser und verschmähen weder pflanzliche oder tierische Nahrung noch Siedlungsabfälle. Zur Nahrungssuche bevorzugen sie offene Flächen, in erster Linie kurzgrasiges Kulturland wie Felder und Weiden. Die Paare leben in Dauerehe und sind fast immer zusammen, auch an den Schlafplätzen. Bevor sie sich dort nied...
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Synergien mit anderen Prioritätsarten