Turteltaube
Verbreitung und Entwicklung
Lebensraum und Nahrung
Turteltaube
Der Verlust naturnaher Kulturlandschaften durch die intensive Landwirtschaft reduziert die Brut- und Nahrungsräume der Turteltaube und ihr Bruterfolg sinkt. Zusätzlich ist sie durch Jagd und illegale Abschüsse auf dem Zug bedroht.
- Das Hauptproblem ist der Mangel an zugänglicher Nahrung nahe den Brutplätzen. Als Körnerfresserin benötigt die Turteltaube während der Brutzeit grosse Mengen an Samen, die bodennah auf offenen Flächen verfügbar sein müssen.
- Der Jagddruck auf die Turteltaube ist hoch. Viele Populationen passieren mehrere jagdaktive europäsiche Länder mit langer Jagdzeit.
- Verlässliche Zahlen zur Mortalität durch illegale Abschüsse fehlen meist.
- Schweizweites Monitoring der Bestände intensivieren.
- Verwendung von Klangattrappen verbessert die Reviererkennung deutlich: Auch in der Schweiz ist diese Methode geeignet, die Reviere besser zu erfassen – besonders bei geringer Gesangsaktivität einzelner Vögel.
- Habitate mit samenreichen Ackerwildkräutern fördern, die am Boden zugänglich sind.
- Offene Bodenstellen für Nahrungssuche erhalten.
- Förderung lichter Wälder, z.B. durch Waldbeweidung (z.B. Wisentprojekte).
- Feuchte Landschaftselemente wie flachuferige Teiche schaffen oder erhalten.
- Für gezielte effektive Massnahmen braucht es Erkenntnisse zu deren Auswirkung auf Lebensraumnutzung, Nahrungsverhalten und Bruterfolg.
- Sind Schweizer Bestände selbsterhaltend? Wieviel Austausch findet dazwischen statt?
- Negative Bestandstrends international und in der Schweiz.
- Förderung lokaler Populationen erfordert umfassende Lebensraumaufwertungen.
- Erfolgreiche Beispiele aus England, den Niederlanden und Deutschland zeigen Wirkung gezielter Massnahmen.
- Das von 2021 bis 2025 vorübergehende Jagdverbot in Frankreich, Spanien und Portugal zeigt Erfolge – deutliche Erholung der Bestände in diversen Ländern. Weiterführung des Jagdmoratoriums ist notwendig.
Spontanbrache mit einjährigen Pflanzen in der nähe bekannter Brutplätze anlegen.
Reich strukturierte Landschaften mit offenen, bewirtschafteten Flächen zur Nahrungsaufnahme, angrenzenden Gehölzen in Gruppen (Wälder, Gebüsche, Baumgruppen) oder Linien (Ufergehölze, Hecken) sowie einer nahegelegenen Wasserquelle.