Schleiereule
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© Ruedi Aeschlimann
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Schleiereule

Die Schleiereule besiedelt als Kulturfolgerin strukturreiches Landwirtschaftsland mit hoher Kleinsäugerdichte. Sie jagt im offenen Gelände, jedoch bevorzugt entlang von Hecken, Brachen und Feldrändern. Ihre Brutplätze befinden sich meist im Innern von Gebäuden, in Nischen oder in Nistkästen.

In der Schweiz brütet die Schleiereule vorwiegend im Flachland unterhalb von 700 m ü.M. Der Bestand zeigt starke jährliche Schwankungen.

Das Bereitstellen von Nisthilfen in weiträumigen Landwirtschaftsgebieten ist eine effiziente Methode zur Förderung der Schleiereule. Das Nahrungsangebot kann durch Biodiversitätsförderflächen, gestaffelte Mahd und Kleinstrukturen gefördert werden.

Verbreitung und Entwicklung

Schematisierte Verbreitung
Verbreitung - Schleiereule
Schematisierte Verbreitung zur Brutzeit (ocker), im Winter (blau punktiert) oder zu den Zugzeiten (weinrot punktiert).
Brutbestandsindex
Die Grafik zeigt die relative Entwicklung des Brutbestands in der Schweiz (100 = Mittelwert). Lesebeispiel: Ein Wert von 130 bedeutet, dass der Bestand im entsprechenden Jahr 30% über dem Mittelwert der gesamten berücksichtigten Zeitperiode lag.
Bestand und Verbreitung Schweiz
  • Verbreitung im Mittelland, der Ajoie (JU) und im nordöstlichen Jura.
  • Brutplätze bis auf wenige Ausnahmen unterhalb von 700 m ü.M.
  • Höchste Dichten in der westlichen Genferseeregion, der Broye-Ebene und der Ajoie.
Entwicklung Schweiz
  • Negative Bestandsentwicklung ab den 1950er-Jahren und Erholung seit den 1980er-Jahren.
  • Bestand im Mittelland seit den 1990er-Jahren in etwa stabil (200–1000 Paare).
  • Kurzfristig starke jährliche Bestandsschwankungen (Mäuseangebot, Härte des Winters).
International
  • Weltweite Verbreitung mit Lücken in kälteren Regionen und der Antarktis sowie in grossen Wüsten und im tropischen Regenwald.
  • Kommt in Europa vom Mittelmeer bis nach Grossbritannien, Dänemark und ins Baltikum vor.
  • Gesamteuropäisch grosse Schwankungen der Bestände.

Lebensraum und Nahrung

Lebensraum
Kulturland
Ackerflächen, Brachen, Hecken, Obstgärten, Wiesen und Weiden
Siedlung
Gebäude, Siedlungen
Nahrung
Säugetiere
Kleinsäuger, Nagetiere, Wühlmäuse
Vögel
Kleinvögel
Lebensraum- und Nahrungsansprüche

Die Schleiereule bewohnt offene Kulturlandschaften, oft in der Nähe von Siedlungen. Sie jagt bevorzugt entlang von Strukturen. Die Art brütet als ausgesprochene Kulturfolgerin fast nur in Gebäuden und nimmt gerne Nisthilfen an.

Nahrungshabitat

  • Offene, reich strukturierte Kulturlandschaften mit Bäumen, Obstgärten und Hecken.
  • Jagt entlang von Strukturen (Säume, Brachen, Wege, Feldränder) in niedrigem Suchflug oder von Sitzwarten aus.

Neststandort

  • Brutplätze im Innern von Scheunen, Ställen, Kirchen und anderen Gebäuden.
  • Nistkästen an Gebäuden werden gerne angenommen.

Winterhabitat

  • Bleibt ganzjährig in der Schweiz.
  • Jagd v.a. in Wiesen und Weiden.
  • Siedlungsnah, Einstände und Jagd in zugänglichen Scheunen und Ställen.
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Schleiereule

Die Schleiereule besiedelt als Kulturfolgerin strukturreiches Landwirtschaftsland mit hoher Kleinsäugerdichte. Sie jagt im offenen Gelände, jedoch bevorzugt entlang von Hecken, Brachen und Feldrändern. Ihre Brutplätze befinden sich meist im Innern von Gebäuden, in Nischen oder in Nistkästen.

In der Schweiz brütet die Schleiereule vorwiegend im Flachland unterhalb von 700 m ü.M. Der Bestand zeigt starke jährliche Schwankungen.

Das Bereitstellen von Nisthilfen in weiträumigen Landwirtschaftsgebieten ist eine effiziente Methode zur Förderung der Schleiereule. Das Nahrungsangebot kann durch Biodiversitätsförderflächen, gestaffelte Mahd und Kleinstrukturen gefördert werden.
National Prioritäre Art (NPA)
Der Faktor «Verantwortung» beschreibt die internationale Bedeutung des schweizerischen Bestands einer Art. Die Zuteilung zu den Verantwortungsklassen erfolgte vor allem aufgrund der geografischen Verbreitung (Schweiz, europäisch oder weltweit) und der genetischen und/oder ökologischen Bedeutung der Schweizer Populationen.
  • alleinige Verantwortung
  • sehr hohe Verantwortung
  • hohe Verantwortung
  • Verantwortung
  • Mitverantwortung
  • geringe Mitverantwortung
Handlungsebene (NPA)
Für alle National Prioritären Arten wird angegeben, auf welcher Handlungsebene Massnahmen erfolgen sollten: im Rahmen der spezifischen «Artenförderung» (AF), durch spezifischen «Lebensraumförderung» (LF) oder durch die biodiversitätsfreundliche Nutzung der natürlichen Ressourcen auf der «Ganzen Landesfläche» (GL) durch alle Sektoralpolitiken.
Eine Art wurde immer nur einer Ebene zugeteilt. Wenn Massnahmen auf der Ebene «Ganze Landesfläche» (GL) für die Erhaltung und Förderung der Art nicht genügen, braucht es die zweite Ebene, die spezifische «Lebensraumförderung» (LF). Wenn dies ebenfalls nicht ausreicht, kommt zusätzlich die spezifische «Artenförderung» (AF) zum Zuge. Eine Art, die spezifische Artenfördermassnahmen benötigt, ist demzufolge auch bei der Umsetzung von Massnahmen auf den Ebenen «Lebensraumförderung» und «Ganze Landesfläche» besonders zu berücksichtigen.
  • AF Artenförderung
  • LF Lebensraumförderung
  • GL ganze Landesfläche
AF
Dringlichkeit
Für alle Arten der Handlungsebenen «Artenförderung» (AF) und «Lebensraumförderung» (LF) erfolgte eine Beurteilung durch Expert:innen, mit welcher zeitlichen Dringlichkeit Massnahmen umzusetzen, fortzusetzen und/oder neu zu planen sind. Dabei wurden die beiden Faktoren Gefährdung und internationale Verantwortung einbezogen und die Erfolgsaussichten berücksichtigt.
  • notwendig und wichtig
Circle
Circle
Circle
Bestand Schweiz
(2025)
Der Bestand gibt an, wie viele Paare im angegebenen Zeitraum gebrütet haben. Da diese Zahl von Jahr zu Jahr schwankt und es Ungenauigkeiten bei der Bestandserhebung gibt, wird eine Bandbreite angegeben. Bei einigen schwierig zu erfassenden Arten sind nur die balzenden Männchen angegeben. Aus den Angaben zum Bestand kann man nicht einfach durch Verdopplung die Zahl der Individuen berechnen. Die Anzahl Vögel ist nach der Brutzeit viel höher, einige Vögel brauchen Jahre, bis sie fortpflanzungsfähig sind und teilweise ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern nicht 1:1.
300-1300Paare
Rote Liste
Rote Listen basieren auf den wissenschaftlichen Kriterien der IUCN und beurteilen das Aussterberisiko einer Art. Das hilft zu erkennen, wo der Handlungsbedarf im Naturschutz besonders gross ist.
  • nahezu bedroht (NT)

Projektträger

Gefahren, Aktivitäten und Prognosen
Limitierende Faktoren und Gefahren

Limitierend für die Schleiereule sind vor allem das Verschwinden von Brutplätzen, schlechtere Verfüg- und Erreichbarkeit von Kleinsäugern durch intensive Landwirtschaft, Schlechtwetterperioden zur Brutzeit sowie schneereiche Winter. Auch fordert der Strassenverkehr viele Opfer.

 
Brutzeit
  • Verlust von Brutplätzen durch Gebäuderenovationen oder Verschwinden von Feldscheunen.
  • Durch intensivierte landwirtschaftliche Nutzung und Überbauung werden Jagdgebiete unattraktiv.
  • Schlechtwetterperioden zur Nestlingszeit erhöhen die Sterblichkeit von Jungtieren.
 
Zug/Winter
  • Nahrungsverfüg- und -erreichbarkeit im Winter beeinflussen die Bestände massgeblich, insbesondere eine länger dauernde Schneebedeckung führt zu starker Bestandsreduktion.
  • Gefahr von Kollissionen im Strassenverkehr vor allem für abwandernde Jungtiere.
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Notwendige Aktivitäten
Monitoring
  • Im Rahmen des integrierten Populationsmonitorings der Schweizerischen Vogelwarte sammeln freiwillige Mitarbeitende in etlichen Projektgebieten jährlich Daten zu Bestand und Bruterfolg.
 
Förderung
  • Extensivierung der Landwirtschaft, Förderung von Biodiversitätsförderflächen und Strukturen wie Ackerschonstreifen, Brachen, Buschgruppen, Hecken und vielfältigen Randstrukturen.
  • Erhalt von artenreichem Grünland.
  • Sitzwarten können den Jagderfolg erhöhen.
  • Erhalt und Ausbau des Nistplatzangebots, Anbringen und Unterhalt von Nistkästen.
 
Forschung
  • Aktuell verschiedene Forschungsaktivitäten zu Habitatwahl, Bruterfolg und Ausbreitungsverhalten.
  • Auswirkungen von sozialen und nicht sozialen Umweltfaktoren auf die Fitness von Schleiereulen werden untersucht.
  • Untersuchungen zum Einfluss von Lichtverschmutzung auf das Verhalten der Schleiereule laufen.
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Erfolgsaussichten und Prognosen
  • Profitiert von milden Wintern.
  • Dank den bereitgestellten Nisthilfen ist das Angebot an Nistplätzen in einigen Regionen kein limitierender Faktor.
  • Hohe Verluste durch zunehmenden Strassenverkehr.
  • Der Schleiereulenbestand wird sich nur dann im heutigen Rahmen halten können, wenn die laufenden Aktivitäten zum Schutz und zur Förderung der Art weitergeführt werden.
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Fördermassnahmen und Stakeholder
Biodiversitätsförderflächen anlegen

Buntbrachen, Säume auf Acker sowie extensiv bewirtschaftete und spät genutzte Wiesen und Weiden bieten ein ausreichendes und zugängliches Nahrungsangebot.

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Kantone
Landwirtschaft
Gestaffelte Mahd
Gestaffelte Mahd führt zu einem Mosaik an niedriger und hoher Vegetation und optimiert die Erreichbarkeit und das Angebot an Nahrung.
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Kantone
Landwirtschaft
Sing- oder Jagdwarten fördern

Einzelsträucher, Bäume, Hecken oder Holzpfosten können als Jagdwarten dienen und verbessern die Lebensraumausstattung.

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Landwirtschaft
Naturschutz
Private
Nisthilfen anbieten und pflegen

Die Anbringung und der Unterhalt von Nistkästen in der Nähe von geeigneten Jagdflächen wirkt dem Mangel an natürlichen Nistgelegenheiten entgegen.

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Landwirtschaft
Naturschutz
Private
Pärke
Nistplätze bei Bauvorhaben berücksichtigen
Auf bekannte Nistplätze von Gebäudebrütern (bspw. durch Inventare in Gemeinden) soll bei Bauvorhaben Rücksicht genommen werden.
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Gemeinden
Kantone
Landwirtschaft
Planer und Architekten
Private
Extensive Bewirtschaftung fördern

Ungedüngte Wiesen, Verzicht auf Pestizide oder Mahd fördern die Lebensraumqualität (Nahrungsangebot).

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Landwirtschaft
Förderprojekte Schweizerische Vogelwarte
Artenförderung
Artenförderung Turmfalke und Schleiereule
vogelwarte.ch
Anthropogene Einflüsse
Auswirkungen von künstlichem Licht bei Nacht auf Schleiereulen
vogelwarte.ch
Anthropogene Einflüsse
Habitatwahl, Bruterfolg und Ausbreitungsverhalten von Schleiereulen
vogelwarte.ch
Populationsbiologie
Demografisches Populationsmonitoring
vogelwarte.ch
Regionalstellen
Lebensraumverbundsystem Sankt Galler Rheintal
vogelwarte.ch
Anthropogene Einflüsse
Ökotoxikologie
vogelwarte.ch
Förderprojekte Birdlife
Artenförderung Turmfalke und Schleiereule
birdlife.ch
BirdLife Thurgau: Artenförderung Schleiereule und Turmfalke
vogelschutz-tg.ch
BirdLife Zug: Waldkäuze, Turmfalken & Schleiereulen fördern
birdlife-zug.ch
Weitere Projekte
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Vögel der Schweiz

Schleiereule

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