Haselhuhn
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© Ralph Martin
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Haselhuhn

Das Haselhuhn ist die kleinste der vier in der Schweiz heimischen Raufusshühnerarten. Es lebt in Nadel- und Mischwäldern in den Alpen und im westlichen Jura und bevorzugt abwechslungsreiche Wälder mit einer gut ausgebildeten Kraut- und Strauchschicht. Die Bestandsgrösse wurde für den Brutvogelatlas (2013–2016) auf 3000–5500 Paare geschätzt. Der Trend beim Verbreitungsgebiet scheint seit Längerem grundsätzlich stabil. Nur im östlichen und zentralen Jura hat das Haselhuhn in den letzten Jahrzehnten etwas Lebensraum verloren. Von zentraler Bedeutung für das Haselhuhn sind Sträucher, die Beeren oder Blütenstände («Kätzchen») tragen, von denen sich diese Art im Wesentlichen ernährt, vor allem in der kalten Jahreszeit.

Verbreitung und Entwicklung

Schematisierte Verbreitung
Verbreitung - Haselhuhn
Schematisierte Verbreitung zur Brutzeit (ocker), im Winter (blau punktiert) oder zu den Zugzeiten (weinrot punktiert).
Brutbestandsindex
Die Grafik zeigt die relative Entwicklung des Brutbestands in der Schweiz (100 = Mittelwert). Lesebeispiel: Ein Wert von 130 bedeutet, dass der Bestand im entsprechenden Jahr 30% über dem Mittelwert der gesamten berücksichtigten Zeitperiode lag.
Bestand und Verbreitung Schweiz
  • Verbreitet in den Alpen und entlang den Voralpen ab einer Höhe von ca. 1100 m ü.M. sowie auf den Höhen des westlichen Jura.
  • Bestand auf 3000–5500 Paare geschätzt (2013–2016).
Entwicklung Schweiz
  • Leichter Rückgang im östlichen und zentralen Jura, sonst vermutlich stabile Entwicklung des Verbreitungsgebiets.
International
  • Hauptverbreitung in Nord- und Nordosteuropa von Norwegen bis Russland, dazu in den Alpen, Karpaten und auf dem Balkan.
  • In westeuropäischen Mittelgebirgen wie Schwarzwald oder Vogesen entweder verschwunden oder vom Aussterben bedroht.

Lebensraum und Nahrung

Lebensraum
Wald
Mischwald, Nadelwald, Waldrand
Nahrung
Insekten und Spinnen
Insekten, Spinnen, Kleininsekten
Früchte
Beeren
Pflanzen
Knospen, Krautpflanzen
Lebensraum- und Nahrungsansprüche

Das Haselhuhn besiedelt Nadel- und Mischwälder. In reinen Laubwäldern kommt es kaum vor. Wichtig ist genügend Deckung in Form einer gut ausgebildeten Kraut- und Strauchschicht sowie ausreichend Nahrungspflanzen.

Nahrungshabitat

  • Haselhühner fressen Knospen, Blätter, Triebe von Pflanzen sowie Beeren.
  • Liegt Schnee, suchen sie sich Beeren und Kätzchen auf Sträuchern.
  • Küken nehmen in den ersten Lebenswochen Gliederfüsser auf.

Neststandort

  • Wie alle Hühnervögel sind auch Haselhühner Bodenbrüter.

Winterhabitat

  • Das Winterhabitat ist im Prinzip dasselbe wie dasjenige im Sommer. Nur halten sich die Vögel viel häufiger auf Bäumen und Sträuchern auf.
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Haselhuhn

Das Haselhuhn ist die kleinste der vier in der Schweiz heimischen Raufusshühnerarten. Es lebt in Nadel- und Mischwäldern in den Alpen und im westlichen Jura und bevorzugt abwechslungsreiche Wälder mit einer gut ausgebildeten Kraut- und Strauchschicht. Die Bestandsgrösse wurde für den Brutvogelatlas (2013–2016) auf 3000–5500 Paare geschätzt. Der Trend beim Verbreitungsgebiet scheint seit Längerem grundsätzlich stabil. Nur im östlichen und zentralen Jura hat das Haselhuhn in den letzten Jahrzehnten etwas Lebensraum verloren. Von zentraler Bedeutung für das Haselhuhn sind Sträucher, die Beeren oder Blütenstände («Kätzchen») tragen, von denen sich diese Art im Wesentlichen ernährt, vor allem in der kalten Jahreszeit.
National Prioritäre Art (NPA)
Der Faktor «Verantwortung» beschreibt die internationale Bedeutung des schweizerischen Bestands einer Art. Die Zuteilung zu den Verantwortungsklassen erfolgte vor allem aufgrund der geografischen Verbreitung (Schweiz, europäisch oder weltweit) und der genetischen und/oder ökologischen Bedeutung der Schweizer Populationen.
  • alleinige Verantwortung
  • sehr hohe Verantwortung
  • hohe Verantwortung
  • Verantwortung
  • Mitverantwortung
  • geringe Mitverantwortung
Handlungsebene (NPA)
Für alle National Prioritären Arten wird angegeben, auf welcher Handlungsebene Massnahmen erfolgen sollten: im Rahmen der spezifischen «Artenförderung» (AF), durch spezifischen «Lebensraumförderung» (LF) oder durch die biodiversitätsfreundliche Nutzung der natürlichen Ressourcen auf der «Ganzen Landesfläche» (GL) durch alle Sektoralpolitiken.
Eine Art wurde immer nur einer Ebene zugeteilt. Wenn Massnahmen auf der Ebene «Ganze Landesfläche» (GL) für die Erhaltung und Förderung der Art nicht genügen, braucht es die zweite Ebene, die spezifische «Lebensraumförderung» (LF). Wenn dies ebenfalls nicht ausreicht, kommt zusätzlich die spezifische «Artenförderung» (AF) zum Zuge. Eine Art, die spezifische Artenfördermassnahmen benötigt, ist demzufolge auch bei der Umsetzung von Massnahmen auf den Ebenen «Lebensraumförderung» und «Ganze Landesfläche» besonders zu berücksichtigen.
  • AF Artenförderung
  • LF Lebensraumförderung
  • GL ganze Landesfläche
AF
Dringlichkeit
Für alle Arten der Handlungsebenen «Artenförderung» (AF) und «Lebensraumförderung» (LF) erfolgte eine Beurteilung durch Expert:innen, mit welcher zeitlichen Dringlichkeit Massnahmen umzusetzen, fortzusetzen und/oder neu zu planen sind. Dabei wurden die beiden Faktoren Gefährdung und internationale Verantwortung einbezogen und die Erfolgsaussichten berücksichtigt.
  • notwendig und wichtig
Circle
Circle
Circle
Bestand Schweiz
(2025)
Der Bestand gibt an, wie viele Paare im angegebenen Zeitraum gebrütet haben. Da diese Zahl von Jahr zu Jahr schwankt und es Ungenauigkeiten bei der Bestandserhebung gibt, wird eine Bandbreite angegeben. Bei einigen schwierig zu erfassenden Arten sind nur die balzenden Männchen angegeben. Aus den Angaben zum Bestand kann man nicht einfach durch Verdopplung die Zahl der Individuen berechnen. Die Anzahl Vögel ist nach der Brutzeit viel höher, einige Vögel brauchen Jahre, bis sie fortpflanzungsfähig sind und teilweise ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern nicht 1:1.
3000-5000Paare
Rote Liste
Rote Listen basieren auf den wissenschaftlichen Kriterien der IUCN und beurteilen das Aussterberisiko einer Art. Das hilft zu erkennen, wo der Handlungsbedarf im Naturschutz besonders gross ist.
  • nahezu bedroht (NT)

Projektträger

Gefahren, Aktivitäten und Prognosen
Limitierende Faktoren und Gefahren

Der mit Abstand wichtigste limitierende Faktor für das Haselhuhn in der Schweiz ist der Aufbau der Wälder. Haselhühner brauchen einen Mindestanteil an Nadelholz als Sichtschutz gegen Prädatoren sowie beeren- bzw. kätzchentragende Straucharten.

 
Brutzeit
  • Wesentlich für den Bruterfolg ist das Wetter in den Monaten Juni und Juli, wobei nasse Witterung die Sterblichkeit der Küken erhöht.
  • Gute Deckung als Schutz vor Prädatoren wie Fuchs, Marder, Habicht und Sperber ist wichtig.
 
Zug/Winter
  • Im Winter sind Haselhühner von beeren- bzw. kätzchentragenden Straucharten abhängig, weil sie nur auf diesen Nahrung finden, sobald Schnee liegt.
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Notwendige Aktivitäten
Monitoring
  • Monitoring beim Haselhuhn in der Schweiz gibt es fast nur durch die Erfassung von Zufallsbeobachtungen, vor allem durch die Schweizerische Vogelwarte, teils auch durch einzelne Kantone.
  • Im zentralen und östlichen Jura wäre ein intensiviertes Monitoring für die Förderung der Art wichtig.
 
Förderung
  • Förderprojekte einzelner Kantone auf kleiner Fläche, bislang Wallis und Neuenburg, neu auch Uri.
  • Aufwertungen haben zum Ziel, wichtigen Nahrungspflanzen genügend Raum und damit Licht zu geben und für ausreichend Deckung zu sorgen.
  • Nötig ist aber vor allem ein Projekt, im Rahmen dessen abgeklärt wird, wo im Jura Förderung möglich und sinnvoll ist.
 
Forschung
  • Die Schweizerische Vogelwarte testet die Möglichkeit, die Präsenz von Haselhühnern mittels automatischer Ton-Aufnahmegeräte und Analyse-Software nachzuweisen.
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Erfolgsaussichten und Prognosen
  • In den Alpen inkl. Voralpen ab ca. 1100 m ü.M. sind die Prognosen für das Haselhuhn gut. Die Bedingungen (Nadelholz, weitverbreitete beerentragende Sträucher) stimmen.
  • Im Jura ist wegen der Walddynamik (Rückzug der Nadelbaumarten, zunehmende Dominanz der Laubbaumarten) ein Rückzug in grössere Höhen wahrscheinlich, wodurch die Art langfristig wohl nur im westlichen Jura überleben wird.
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Fördermassnahmen und Stakeholder
Lückige Vegetation schaffen

Lückige Waldbestände schaffen durch forstliche Bewirtschaftung.

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Forstwirtschaft
Gemeinden
Kantone
Störungen verhindern / minimieren
Störungen durch Menschen, Hunde oder Fahrzeuge können Lebensräume beeinträchtigen und unter anderem zu Brutverlusten führen.
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Gemeinden
Jagd und Fischerei
Pärke
Tourismus und Sport
Deckungsangebot fördern

Die Förderung eines Mindestanteils an Nadelholz in der Baumschicht sorgt für den Sichtschutz, den das Haselhuhn v.a. auch im Winter braucht.

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Forstwirtschaft
Gemeinden
Kantone
Förderprojekte Schweizerische Vogelwarte
Lebensraum Wald
Artenförderung Haselhuhn
vogelwarte.ch
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Vögel der Schweiz

Haselhuhn

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