Auerhuhn
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© Marcel Burkhardt
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Auerhuhn

Das Auerhuhn ist die grösste der vier in der Schweiz heimischen Raufusshühnerarten. Es lebt in strukturreichen, lückigen Bergwäldern im westlichen Jura, entlang der nördlichen Voralpen sowie in den Zentralalpen Graubündens. Die Bestandsgrösse wurde für 2013–2016 auf 760–960 Vögel geschätzt (380–480 Hähne, dazu etwa gleich viele Hennen). Sie hatte während Jahrzehnten stark abgenommen. Gründe dafür waren zum einen die Holzvorratszunahme in den Bergwäldern, zum anderen die Zunahme von Störungen. Die nötigen Massnahmen sind erstens die Auflichtung der Wälder mit waldbaulichen Eingriffen und zweitens der Schutz gegen Störungen, z.B. mit der Etablierung von Wildruhezonen.

Verbreitung und Entwicklung

Schematisierte Verbreitung
Verbreitung - Auerhuhn
Schematisierte Verbreitung zur Brutzeit (ocker), im Winter (blau punktiert) oder zu den Zugzeiten (weinrot punktiert).
Brutbestandsindex
Die Grafik zeigt die relative Entwicklung des Brutbestands in der Schweiz (100 = Mittelwert). Lesebeispiel: Ein Wert von 130 bedeutet, dass der Bestand im entsprechenden Jahr 30% über dem Mittelwert der gesamten berücksichtigten Zeitperiode lag.
Bestand und Verbreitung Schweiz
  • Verbreitet im westlichen Jura, entlang der nördlichen Voralpen vom Kanton Bern bis in den Kanton St. Gallen und in den Zentralalpen Graubündens.
  • Bestand zur Zeit des aktuellen Brutvogelatlas (2013–2016) 380–480 Hähne im Frühjahr, aktuell vermutlich eher mehr.
Entwicklung Schweiz
  • In den Voralpen und wahrscheinlich auch in den Zentralalpen langfristig stabiler bis leicht positiver Trend.
  • Im Jura langfristig negativer Trend und Reduktion des Areals auf die höchsten Lagen des Waadtländer Jura.
International
  • Hauptverbreitungsgebiet boreal (Fennoskandien und Russland), Nebenverbreitung in den Karpaten, Alpen und Pyrenäen.
  • In den meisten europäischen Mittelgebirgen vom Aussterben bedroht.

Lebensraum und Nahrung

Lebensraum
Wald
Nadelwald
Nahrung
Insekten und Spinnen
Insektenlarven, Kleininsekten
Pflanzen
Knospen, Krautpflanzen
Lebensraum- und Nahrungsansprüche

Das Auerhuhn besiedelt heterogen aufgebaute, lückige Nadelwälder und nadelholz-dominierte Mischwälder. Eine gut ausgeprägte Zwergstrauch- und Krautschicht ist wichtig für die Jungenaufzucht, liefert Deckung und Nahrung.

Nahrungshabitat

  • Liegt kein Schnee, suchen Auerhühner ihre Nahrung in Bodennähe. Sobald Schnee liegt, fressen sie Nadeln von Föhren, Weisstannen und Fichten.

Neststandort

  • Wie alle Hühnervögel sind Auerhühner Bodenbrüter.

Winterhabitat

  • Winterhabitat ist im Prinzip dasselbe wie jenes im Sommer, nur halten sich die Hühner im Winter häufiger auf Bäumen auf.
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Auerhuhn

Das Auerhuhn ist die grösste der vier in der Schweiz heimischen Raufusshühnerarten. Es lebt in strukturreichen, lückigen Bergwäldern im westlichen Jura, entlang der nördlichen Voralpen sowie in den Zentralalpen Graubündens. Die Bestandsgrösse wurde für 2013–2016 auf 760–960 Vögel geschätzt (380–480 Hähne, dazu etwa gleich viele Hennen). Sie hatte während Jahrzehnten stark abgenommen. Gründe dafür waren zum einen die Holzvorratszunahme in den Bergwäldern, zum anderen die Zunahme von Störungen. Die nötigen Massnahmen sind erstens die Auflichtung der Wälder mit waldbaulichen Eingriffen und zweitens der Schutz gegen Störungen, z.B. mit der Etablierung von Wildruhezonen.
National Prioritäre Art (NPA)
Der Faktor «Verantwortung» beschreibt die internationale Bedeutung des schweizerischen Bestands einer Art. Die Zuteilung zu den Verantwortungsklassen erfolgte vor allem aufgrund der geografischen Verbreitung (Schweiz, europäisch oder weltweit) und der genetischen und/oder ökologischen Bedeutung der Schweizer Populationen.
  • alleinige Verantwortung
  • sehr hohe Verantwortung
  • hohe Verantwortung
  • Verantwortung
  • Mitverantwortung
  • geringe Mitverantwortung
Handlungsebene (NPA)
Für alle National Prioritären Arten wird angegeben, auf welcher Handlungsebene Massnahmen erfolgen sollten: im Rahmen der spezifischen «Artenförderung» (AF), durch spezifischen «Lebensraumförderung» (LF) oder durch die biodiversitätsfreundliche Nutzung der natürlichen Ressourcen auf der «Ganzen Landesfläche» (GL) durch alle Sektoralpolitiken.
Eine Art wurde immer nur einer Ebene zugeteilt. Wenn Massnahmen auf der Ebene «Ganze Landesfläche» (GL) für die Erhaltung und Förderung der Art nicht genügen, braucht es die zweite Ebene, die spezifische «Lebensraumförderung» (LF). Wenn dies ebenfalls nicht ausreicht, kommt zusätzlich die spezifische «Artenförderung» (AF) zum Zuge. Eine Art, die spezifische Artenfördermassnahmen benötigt, ist demzufolge auch bei der Umsetzung von Massnahmen auf den Ebenen «Lebensraumförderung» und «Ganze Landesfläche» besonders zu berücksichtigen.
  • AF Artenförderung
  • LF Lebensraumförderung
  • GL ganze Landesfläche
AF
Dringlichkeit
Für alle Arten der Handlungsebenen «Artenförderung» (AF) und «Lebensraumförderung» (LF) erfolgte eine Beurteilung durch Expert:innen, mit welcher zeitlichen Dringlichkeit Massnahmen umzusetzen, fortzusetzen und/oder neu zu planen sind. Dabei wurden die beiden Faktoren Gefährdung und internationale Verantwortung einbezogen und die Erfolgsaussichten berücksichtigt.
  • notwendig und wichtig
Circle
Circle
Circle
Bestand Schweiz
(2025)
Der Bestand gibt an, wie viele Paare im angegebenen Zeitraum gebrütet haben. Da diese Zahl von Jahr zu Jahr schwankt und es Ungenauigkeiten bei der Bestandserhebung gibt, wird eine Bandbreite angegeben. Bei einigen schwierig zu erfassenden Arten sind nur die balzenden Männchen angegeben. Aus den Angaben zum Bestand kann man nicht einfach durch Verdopplung die Zahl der Individuen berechnen. Die Anzahl Vögel ist nach der Brutzeit viel höher, einige Vögel brauchen Jahre, bis sie fortpflanzungsfähig sind und teilweise ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern nicht 1:1.
300-500Männchen
Rote Liste
Rote Listen basieren auf den wissenschaftlichen Kriterien der IUCN und beurteilen das Aussterberisiko einer Art. Das hilft zu erkennen, wo der Handlungsbedarf im Naturschutz besonders gross ist.
  • stark gefährdet (EN)

Projektträger

Gefahren, Aktivitäten und Prognosen
Limitierende Faktoren und Gefahren

Die wesentlichen limitierenden Faktoren für das Auerhuhn in der Schweiz sind fehlender Lebensraum (zu homogene Wälder oder solche mit zu viel Laubholz) und Störungen (zu häufige Präsenz von Menschen in den Bergwäldern).

 
Brutzeit
  • Nass-kaltes Wetter im Juni und Juli erhöht die Mortalität der Küken. Störungen durch Menschen können diesen Effekt zusätzlich verstärken.
  • Wichtig sind auch Lücken im Wald für ein gutes Nahrungsangebot (Insektenlarven, Spinnen).
 
Zug/Winter
  • Die wesentliche Gefahr für das Auerhuhn im Winter sind Störungen. Werden die Vögel zu häufig aufgescheucht, verlieren sie viel Energie. Das kann die Fortpflanzung im darauf folgenden Frühling negativ beeinflussen.
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Notwendige Aktivitäten
Monitoring
  • Ein Monitoring der Auerhuhnverbreitung gibt es in allen Kantonen, in denen diese Art vorkommt.
  • Für die Artenförderung sind diese Daten die essenzielle Basis.
  • Einzelne Kantone gehen weiter und haben Programme zur Schätzung der Bestandsgrösse.
 
Förderung
  • Alle Kantone mit Auerhuhnvorkommen setzen Massnahmen zur Verbesserung der Waldstruktur um, meist innerhalb von Sonderwaldreservaten, teilweise aber auch ohne Waldreservate.
  • Die meisten Kantone haben zum Schutz gegen zu viele Störungen in den kritischen Lebensräumen Wildruhezonen eingerichtet.
 
Forschung
  • Bei der Berner Fachhochschule BFH läuft ein Forschungsprojekt mit zwei Zielen: (a) Bestandsschätzung, (b) Ermittlung der Vernetzung der räumlich bisweilen recht weit auseinander liegenden Vorkommen.
  • Zweckmässig wäre ein neues Assessment der Rückgangsursachen in den Gebieten mit negativen Trends.
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Erfolgsaussichten und Prognosen
  • In den nördlichen Voralpen und in den Zentralalpen wird das Auerhuhn langfristig bleiben.
  • Im Jura hat das Auerhuhn nur auf den höchsten Lagen des westlichen Jura (Kanton Waadt) eine Chance. Aus dem ganzen restlichen Jura ist die Art schon heute verschwunden, in erster Linie wegen der ungünstigen Veränderung der Wälder.
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Fördermassnahmen und Stakeholder
Störungen verhindern / minimieren

Auerhühner reagieren empfindlich auf Störungen vor allem zur Balz- und Brutzeit (März bis Juli). Wildruhezonen sind ein geeignetes Instrument zum Schutz gegen Störung.

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Jagd und Fischerei
Kantone
Private
Tourismus und Sport
Lückige Vegetation schaffen

Beim Auerhuhn ist das Ziel weniger die «lückige Vegetation», sondern der «lückige» Wald, d.h. mit offener Baumschicht, aber auch mit Altbeständen.

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Forstwirtschaft
Kantone
Angepasste Bewirtschaftung

Wissenstransfer: Aus-und Weiterbildung verantwortlicher Personen der Forstwirtschaft über den Aufbau des optimalen Auerhuhn-Lebensraums und wie man ihn fördern kann.

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Forstwirtschaft
Kantone
Förderprojekte Schweizerische Vogelwarte
Lebensraum Wald
Artenförderung Auerhuhn
vogelwarte.ch
Weitere Projekte
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Vögel der Schweiz

Auerhuhn

Auerhühner stellen sehr hohe Ansprüche an ihren Lebensraum. Die Bestände nehmen seit Jahrzehnten in ganz Mitteleuropa deutlich ab, womit auch die eindrucksvolle Balz immer seltener zu sehen ist. Dabei stolzieren die Auerhähne mit gefächertem Schwanz, gesenkten Flügeln, gesträubten Bartfedern und hochgestrecktem Hals auf der Arena umher. Der Balzgesang beginnt mit dem «Knappen», das s...
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