Auerhuhn
Verbreitung und Entwicklung
Lebensraum und Nahrung
Auerhuhn
Die wesentlichen limitierenden Faktoren für das Auerhuhn in der Schweiz sind fehlender Lebensraum (zu homogene Wälder oder solche mit zu viel Laubholz) und Störungen (zu häufige Präsenz von Menschen in den Bergwäldern).
- Nass-kaltes Wetter im Juni und Juli erhöht die Mortalität der Küken. Störungen durch Menschen können diesen Effekt zusätzlich verstärken.
- Wichtig sind auch Lücken im Wald für ein gutes Nahrungsangebot (Insektenlarven, Spinnen).
- Die wesentliche Gefahr für das Auerhuhn im Winter sind Störungen. Werden die Vögel zu häufig aufgescheucht, verlieren sie viel Energie. Das kann die Fortpflanzung im darauf folgenden Frühling negativ beeinflussen.
- Ein Monitoring der Auerhuhnverbreitung gibt es in allen Kantonen, in denen diese Art vorkommt.
- Für die Artenförderung sind diese Daten die essenzielle Basis.
- Einzelne Kantone gehen weiter und haben Programme zur Schätzung der Bestandsgrösse.
- Alle Kantone mit Auerhuhnvorkommen setzen Massnahmen zur Verbesserung der Waldstruktur um, meist innerhalb von Sonderwaldreservaten, teilweise aber auch ohne Waldreservate.
- Die meisten Kantone haben zum Schutz gegen zu viele Störungen in den kritischen Lebensräumen Wildruhezonen eingerichtet.
- Bei der Berner Fachhochschule BFH läuft ein Forschungsprojekt mit zwei Zielen: (a) Bestandsschätzung, (b) Ermittlung der Vernetzung der räumlich bisweilen recht weit auseinander liegenden Vorkommen.
- Zweckmässig wäre ein neues Assessment der Rückgangsursachen in den Gebieten mit negativen Trends.
- In den nördlichen Voralpen und in den Zentralalpen wird das Auerhuhn langfristig bleiben.
- Im Jura hat das Auerhuhn nur auf den höchsten Lagen des westlichen Jura (Kanton Waadt) eine Chance. Aus dem ganzen restlichen Jura ist die Art schon heute verschwunden, in erster Linie wegen der ungünstigen Veränderung der Wälder.
Auerhühner reagieren empfindlich auf Störungen vor allem zur Balz- und Brutzeit (März bis Juli). Wildruhezonen sind ein geeignetes Instrument zum Schutz gegen Störung.
Beim Auerhuhn ist das Ziel weniger die «lückige Vegetation», sondern der «lückige» Wald, d.h. mit offener Baumschicht, aber auch mit Altbeständen.
Wissenstransfer: Aus-und Weiterbildung verantwortlicher Personen der Forstwirtschaft über den Aufbau des optimalen Auerhuhn-Lebensraums und wie man ihn fördern kann.