Flussuferläufer
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© Daniele Occhiato
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Flussuferläufer

Der Flussuferläufer lebt entlang von Wasserläufen auf Kies- und Sandflächen mit niedriger Vegetation, in denen er sein Nest tarnen kann. Infolge Lebensraumverlust durch die Kanalisierung von Flüssen und die Errichtung von Staudämmen konzentriert sich fast der gesamte Bestand von weniger als 100 Paaren auf die Auengebiete der Alpen und Voralpen.

Die Hauptbedrohungen für die Art in ihren Brutgebieten sind Störungen durch Freizeitaktivitäten und abrupte Änderungen der Abflussmengen. Mehrere Projekte zur Revitalisierung von Auengebieten haben gezeigt, dass die Art sehr gut auf Massnahmen reagiert, sofern das Problem der Störungen berücksichtigt und Massnahmen zur Lenkung der Öffentlichkeit ergriffen werden.

Verbreitung und Entwicklung

Schematisierte Verbreitung
Verbreitung - Flussuferläufer
Schematisierte Verbreitung zur Brutzeit (ocker), im Winter (blau punktiert) oder zu den Zugzeiten (weinrot punktiert).
Brutbestandsindex
Die Grafik zeigt die relative Entwicklung des Brutbestands in der Schweiz (100 = Mittelwert). Lesebeispiel: Ein Wert von 130 bedeutet, dass der Bestand im entsprechenden Jahr 30% über dem Mittelwert der gesamten berücksichtigten Zeitperiode lag.
Bestand und Verbreitung Schweiz
  • Kommt nur noch in den Auengebieten der Alpen und Voralpen vor.
  • Der Kanton Graubünden beherbergt mehr als 50 % des Schweizer Bestands.
  • Auf dem Zug hält sich die Art an Ufern von Seen und Flüssen auf, wenige Individuen verbringen den Winter in der Schweiz, vor allem am Genfersee.
Entwicklung Schweiz
  • Anfangs des 20. Jahrhunderts im Mittelland noch häufig, seither Rückgang der Verbreitung und Bestandsgrösse.
  • Leichte Erholung seit 2009 dank Revitalisierungen.
  • Mitte der 1970er-Jahre ca. 100–130 Paare, heute ca. 70–90 Paare. Abnahme des besetzten Areals im selben Zeitraum um 60 %.
International
  • Entwicklung in Europa ist ähnlich wie in der Schweiz, mit stärkerem Rückgang in tieferen Lagen als in Alpen und Voralpen.
  • In Mitteleuropa brüten heute max. 5000–8000 Paare, mit Schwerpunkten Alpen, Sudeten und Karpaten sowie Teilen des Rheintales.

Lebensraum und Nahrung

Lebensraum
Feuchtgebiete und Gewässer
Fliessgewässer, Mündungsgebiete, felsige Inseln
Nahrung
Insekten und Spinnen
Insekten, Spinnen, Ameisen, Grossinsekten, Insektenlarven, Kleininsekten
andere Wassertiere
Krebstiere
Würmer
Wirbellose
Lebensraum- und Nahrungsansprüche

Der Flussuferläufer benötigt ausgedehnte Auengebiete mit eher langsam fliessenden Flussabschnitten, die Sand- und Kiesbänke mit Pioniervegetation aufweisen.

Nahrungshabitat

  • Die Art sucht ihre Nahrung an Gewässern, an Flussufern oder in kleinen Gewässern oder Tümpeln mit stehenden Gewässern.

Neststandort

  • Pioniervegetation ist entscheidend für den Neststandort und als Rückzugsgebiet für die Jungtiere.
  • Das Nest ist in der niedrigen Vegetation getarnt, meist etwas abseits des Wassers.

Winterhabitat

  • Auf dem Zug und im Winter nutzt der Flussuferläufer verschiedene Lebensräume, vor allem Seeufern, aber auch kleinere Gewässer oder Flüsse.
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Flussuferläufer

Der Flussuferläufer lebt entlang von Wasserläufen auf Kies- und Sandflächen mit niedriger Vegetation, in denen er sein Nest tarnen kann. Infolge Lebensraumverlust durch die Kanalisierung von Flüssen und die Errichtung von Staudämmen konzentriert sich fast der gesamte Bestand von weniger als 100 Paaren auf die Auengebiete der Alpen und Voralpen.

Die Hauptbedrohungen für die Art in ihren Brutgebieten sind Störungen durch Freizeitaktivitäten und abrupte Änderungen der Abflussmengen. Mehrere Projekte zur Revitalisierung von Auengebieten haben gezeigt, dass die Art sehr gut auf Massnahmen reagiert, sofern das Problem der Störungen berücksichtigt und Massnahmen zur Lenkung der Öffentlichkeit ergriffen werden.
National Prioritäre Art (NPA)
Der Faktor «Verantwortung» beschreibt die internationale Bedeutung des schweizerischen Bestands einer Art. Die Zuteilung zu den Verantwortungsklassen erfolgte vor allem aufgrund der geografischen Verbreitung (Schweiz, europäisch oder weltweit) und der genetischen und/oder ökologischen Bedeutung der Schweizer Populationen.
  • alleinige Verantwortung
  • sehr hohe Verantwortung
  • hohe Verantwortung
  • Verantwortung
  • Mitverantwortung
  • geringe Mitverantwortung
Handlungsebene (NPA)
Für alle National Prioritären Arten wird angegeben, auf welcher Handlungsebene Massnahmen erfolgen sollten: im Rahmen der spezifischen «Artenförderung» (AF), durch spezifischen «Lebensraumförderung» (LF) oder durch die biodiversitätsfreundliche Nutzung der natürlichen Ressourcen auf der «Ganzen Landesfläche» (GL) durch alle Sektoralpolitiken.
Eine Art wurde immer nur einer Ebene zugeteilt. Wenn Massnahmen auf der Ebene «Ganze Landesfläche» (GL) für die Erhaltung und Förderung der Art nicht genügen, braucht es die zweite Ebene, die spezifische «Lebensraumförderung» (LF). Wenn dies ebenfalls nicht ausreicht, kommt zusätzlich die spezifische «Artenförderung» (AF) zum Zuge. Eine Art, die spezifische Artenfördermassnahmen benötigt, ist demzufolge auch bei der Umsetzung von Massnahmen auf den Ebenen «Lebensraumförderung» und «Ganze Landesfläche» besonders zu berücksichtigen.
  • AF Artenförderung
  • LF Lebensraumförderung
  • GL ganze Landesfläche
AF
Dringlichkeit
Für alle Arten der Handlungsebenen «Artenförderung» (AF) und «Lebensraumförderung» (LF) erfolgte eine Beurteilung durch Expert:innen, mit welcher zeitlichen Dringlichkeit Massnahmen umzusetzen, fortzusetzen und/oder neu zu planen sind. Dabei wurden die beiden Faktoren Gefährdung und internationale Verantwortung einbezogen und die Erfolgsaussichten berücksichtigt.
  • dringend
Circle
Circle
Circle
Bestand Schweiz
(2025)
Der Bestand gibt an, wie viele Paare im angegebenen Zeitraum gebrütet haben. Da diese Zahl von Jahr zu Jahr schwankt und es Ungenauigkeiten bei der Bestandserhebung gibt, wird eine Bandbreite angegeben. Bei einigen schwierig zu erfassenden Arten sind nur die balzenden Männchen angegeben. Aus den Angaben zum Bestand kann man nicht einfach durch Verdopplung die Zahl der Individuen berechnen. Die Anzahl Vögel ist nach der Brutzeit viel höher, einige Vögel brauchen Jahre, bis sie fortpflanzungsfähig sind und teilweise ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern nicht 1:1.
100-170Paare
Rote Liste
Rote Listen basieren auf den wissenschaftlichen Kriterien der IUCN und beurteilen das Aussterberisiko einer Art. Das hilft zu erkennen, wo der Handlungsbedarf im Naturschutz besonders gross ist.
  • stark gefährdet (EN)

Projektträger

Gefahren, Aktivitäten und Prognosen
Limitierende Faktoren und Gefahren

Die grösste Bedrohung ist der Mangel an geeignetem Lebensraum. Die Begradigung und Kanalisierung von Flüssen führte zum Verschwinden vieler Auengebiete. Zudem verlieren Flüsse wegen Wasserkraftanlagen ihre natürliche hydrologische und sedimentäre Dynamik und werden ungeeignet zum Brüten.

 
Brutzeit
  • Menschlichen Störungen sind die grösste Gefahr zur Brutzeit, da die Auen beliebte Naherholungsgebiete sind. Störungen führen oft zum Verlassen oder gar zur Zerstörung der Nester.
  • Plötzliche Veränderungen der Wasserführung sind eine Gefahr, da Hochwasser Bruten wegschwemmen kann.
 
Zug/Winter
  • Geeignete Rast- oder Überwinterungsgebiete sind relativ begrenzt, und auch hier führt der menschliche Druck zu häufigen Störungen.
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Notwendige Aktivitäten
Monitoring
  • Bestandsüberwachung fortsetzen, insbesondere in Gebieten, in denen Aufwertungsprojekte durchgeführt wurden oder geplant sind.
  • Gezielte Suche in geeigneten Lebensräumen, um übersehene Brutpaare zu entdecken.
 
Förderung
  • Umsetzung neuer gross angelegter Revitalisierungsprojekte, mit Berücksichtigung der Störungsproblematik bereits bei der Projektplanung.
  • Sensibilisierung und Einführung von Massnahmen zur Lenkung der Öffentlichkeit in Beständen, wo dies noch nicht der Fall ist.
  • Förderung der natürlichen hydrologischen Dynamik, wo immer dies möglich ist.
 
Forschung
  • Bedeutung von Bruterfolg, Überleben, Einwanderung/Migration für die Entwicklung der Populationen.
  • Einfluss von Störungen auf die Brutbestände.
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Erfolgsaussichten und Prognosen
  • Die Erfahrung mit Aufwertungsprojekten zeigen: Berücksichtigt man seine Ansprüche, kann der Flussuferläufer rasch und deutlich zunehmen.
  • Schlüsselaspekt für den Erfolg von Revitalisierungsprojekten: Berücksichtigung des Störungsmanagement bereits in der Entwicklungsphase.
  • Anpassung der gesetzlichen Rahmenbedingungen erlauben die Umsetztung ehrgeiziger Flussrevitalisierungsprojekte zugunsten von Flussuferläufer und weiterer Arten.
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Fördermassnahmen und Stakeholder
Störungen verhindern / minimieren

Störungen durch Menschen oder Hunde können Lebensräume beeinträchtigen und u.a. zu Brutverlusten führen. Verhindern lässt sich dies durch Informationen, Absperrungen, Gebote oder Verbote

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Gemeinden
Jagd und Fischerei
Kantone
Naturschutz
Tourismus und Sport
Gewässerrenaturierung
Renaturierung von Fliessgewässern, vor allem durch Verbreiterung des Flussbetts, und Wiederherstellung von Lebensräumen für auf Flussökosysteme angewiesene Arten.
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Bund
Gemeinden
Jagd und Fischerei
Kantone
Förderprojekte Schweizerische Vogelwarte
Praxisorientierte Forschung
Besucherlenkung im revitalisierten Auengebiet bei Bever
vogelwarte.ch
Förderprojekte Birdlife
Artenförderungsprogramm Flussuferläufer
birdlife.ch
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© Daniele Occhiato
Vögel der Schweiz

Flussuferläufer

Der Flussuferläufer hält bei der Nahrungssuche oft inne und wippt mit dem Hinterkörper. Er fällt besonders durch seinen Schwirrflug auf, eine Serie von raschen, flachen Flügelschlägen, die von einer kurzen Gleitphase unterbrochen wird. Dabei werden oft schrill tönende Rufe ausgestossen. Die letzten 100 Brutpaare der Schweiz brüten in naturnahen Flussauen der Alpen und Voralpen....
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Synergien mit anderen Prioritätsarten