Flussregenpfeifer
In der Schweiz gilt der Flussregenpfeifer mit 90–120 Brutpaaren und einer unregelmässigen Verbreitung als stark gefährdet.
Die Art ist in natürlichen und neu besiedelten Lebensräumen vielen Bedrohungen ausgesetzt, kann aber durch Flussrevitalisierungen und Schutz der Brutplätze vor Störungen gefördert werden.
Verbreitung und Entwicklung
Lebensraum und Nahrung
Flussregenpfeifer
In der Schweiz gilt der Flussregenpfeifer mit 90–120 Brutpaaren und einer unregelmässigen Verbreitung als stark gefährdet.
Die Art ist in natürlichen und neu besiedelten Lebensräumen vielen Bedrohungen ausgesetzt, kann aber durch Flussrevitalisierungen und Schutz der Brutplätze vor Störungen gefördert werden.
In der Schweiz fehlt es dem Flussregenpfeifer an geeigneten Bruthabitaten, da natürliche Flussdynamiken durch die Begradigung von Wasserläufen und dem Bau von Wasserkraftwerken verloren gingen. Zwar kann die Art auch Ersatzlebensräume nutzen, doch auch diese sind selten und oft nur temporär geeignet.
- Fehlen der natürlichen Dynamik von Fliessgewässern.
- In natürlichen Lebensräumen: Störungen durch Erholungssuchende und plötzliche Veränderung der Wasserführung (Hochwasser) führen zu Brutverlusten.
- In Ersatzlebensräumen (z.B. Kiesgruben) besteht Gefahr durch die Bewirtschaftung.
- Geeignete Rast- oder Überwinterungsgebiete sind relativ begrenzt, und auch hier führt der menschliche Druck zu häufigen Störungen.
- Bestandsüberwachung fortsetzen, insbesondere in Gebieten mit Revitalisierungsprojekten.
- Verstärktes Monitoring an Ersatzstandorten: Besonders wichtig ist, Nistplätze so früh wie möglich zu entdecken, vor allem in Kiesgruben und auf Baustellen, um Schutzmassnahmen zu ergreifen.
- Gross angelegte Flussrevitalisierungsprojekte entwickeln, inklusive Besucherlenkung.
- Natürliche hydrologische und sedimentäre Dynamik von Flüssen sicherstellen zur Schaffung von Pionierlebensräumen.
- In Ersatzlebensräumen: Kommunikation mit Akteuren verbessern (v.a. Kiesgrubenbetreiber), damit Brutplätze geschützt werden.
- Untersuchung der Bedeutung von Fortpflanzungserfolg, Überleben, Ein- und Auswanderung für die Populationsentwicklung an natürlichen Brutplätzen und in Ersatzlebensräumen.
- Ermittlung der Auswirkungen von Störungen und menschlichen Aktivitäten auf die Art in den verschiedenen Lebensräumen.
- Die Erfahrungen aus mehreren Aufwertungsprojekten zeigen, dass die Art sehr gut auf die zu ihren Gunsten ergriffenen Revitalisierungsmassnahmen reagiert und die Zahl der in natürlichen Lebensräumen brütenden Paare steigt.
- Die Art kann sich nur halten, wenn das Angebot an Lebensräumen ausreichend ist. Daher braucht es weitere Anstrengungen, damit genügend natürliche Brutplätze, aber auch Ersatzlebensräume zur Verfügung stehen.
Störungen durch Menschen oder Hunde können Lebensräume beeinträchtigen und u.a. zu Brutverlusten führen. Verhindern lässt sich dies durch Informationen, Absperrungen, Gebote oder Verbote.
Renaturierung von Fliessgewässern, vor allem durch Verbreiterung des Flussbetts, und Rückkehr zu einer natürlichen hydrologischen und sedimentären Dynamik.