Flussseeschwalbe
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© Marcel Burkhardt
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Flussseeschwalbe

Die Flussseeschwalbe brütet auf Pionierflächen an Gewässern, die vor Fressfeinden wie Füchsen geschützt sind. Die ursprünglichen Brutplätze auf Kiesbänken an den Flüssen im Mittelland gingen durch die Begradigung der Gewässer verloren. Als Ersatz wurde ein Netz von Brutplattformen und -flossen an vielen Seen und einigen Kleinseen geschaffen, welches die Art gut angenommen hat. Aktuell brüten in der Schweiz etwa 700 Paare in 20 Kolonien. Die Schwerpunkte liegen in der Region des Genfersees, der Dreiseen-Region und der Region Zürich. Der Unterhalt dieses Netzes von Bruthilfen ist sehr wichtig, um die Art bei uns als Brutvogel zu halten. Bauliche Massnahmen an den Plattformen sollen die Brutplatzkonkurrenz mit der Mittelmeermöwe entschärfen.

Verbreitung und Entwicklung

Schematisierte Verbreitung
Verbreitung - Flussseeschwalbe
Schematisierte Verbreitung zur Brutzeit (ocker), im Winter (blau punktiert) oder zu den Zugzeiten (weinrot punktiert).
Brutbestandsindex
Die Grafik zeigt die relative Entwicklung des Brutbestands in der Schweiz (100 = Mittelwert). Lesebeispiel: Ein Wert von 130 bedeutet, dass der Bestand im entsprechenden Jahr 30% über dem Mittelwert der gesamten berücksichtigten Zeitperiode lag.
Bestand und Verbreitung Schweiz
  • Kolonien kommen hauptsächlich an Seen und Kleinseen mit Bruthilfen (Plattformen, Flossen, Brutinseln, teils Flachdächer) im Mittelland vor.
  • Verbreitungsschwerpunkte in der Region des Genfersees, der Dreiseen-Region und der Region Zürich.
  • Brütet vereinzelt auf natürlichen Sandbänken und Pfosten.
Entwicklung Schweiz
  • Die letzten natürlichen Kiesbänke verschwanden in den 1940er-Jahren durch die Begradigung der Fliessgewässer; danach wurde ein Netz von Ersatzbruthilfen angelegt.
  • Seit 1976 nahm der Bestand von 200 Brutpaaren ständig zu, seit 2015 Stabilisierung bei etwa 700 Paaren in 20 Kolonien.
International
  • Brütet in den gemässigten Zonen über die ganze Nordhalbkugel und überwintert an den Küsten auf der Südhalbkugel.
  • In Europa war der Trend in den letzten Jahren positiv. In vielen Ländern nahm der Bestand zu, in Schottland etwas ab, in Russland und der Ukraine war er stabil.

Lebensraum und Nahrung

Lebensraum
Feuchtgebiete und Gewässer
Feuchtgebiete, Fliessgewässer, Mündungsgebiete, Seen, felsige Inseln
Siedlung
Gebäude
Nahrung
Amphibien
Frösche
Insekten und Spinnen
Insekten, Fluginsekten, Insektenlarven
Fische
Fische
andere Wassertiere
Krebstiere, Wasserschnecken
Lebensraum- und Nahrungsansprüche

Brütet an Seen, Kleinseen und Flüssen (Stauseen) in den Niederungen mit Nistmöglichkeiten, die Schutz vor terrestrischen Feinden bieten.

Nahrungshabitat

  • Seen, Kleinseen, Flüsse mit guten Nahrungsgründen.
  • Frisst an Süssgewässern hauptsächlich kleine Oberflächenfische, Krebstiere und Wasserinsektenlarven, teils Froschlurche, Kaulquappen und Egel.

Neststandort

  • Meist mit Kies und etwas Vegetation bedeckte, übersichtliche Flächen: Brutplattformen und -flosse, künstliche Inseln, teils Flachdächer, daneben teils Pfosten, Baumstämme und natürliche Sandbänke.

Winterhabitat

  • Langstreckenzieher.
  • Die europäische Population überwintert hauptsächlich an der Westküste Afrikas.
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Flussseeschwalbe

Die Flussseeschwalbe brütet auf Pionierflächen an Gewässern, die vor Fressfeinden wie Füchsen geschützt sind. Die ursprünglichen Brutplätze auf Kiesbänken an den Flüssen im Mittelland gingen durch die Begradigung der Gewässer verloren. Als Ersatz wurde ein Netz von Brutplattformen und -flossen an vielen Seen und einigen Kleinseen geschaffen, welches die Art gut angenommen hat. Aktuell brüten in der Schweiz etwa 700 Paare in 20 Kolonien. Die Schwerpunkte liegen in der Region des Genfersees, der Dreiseen-Region und der Region Zürich. Der Unterhalt dieses Netzes von Bruthilfen ist sehr wichtig, um die Art bei uns als Brutvogel zu halten. Bauliche Massnahmen an den Plattformen sollen die Brutplatzkonkurrenz mit der Mittelmeermöwe entschärfen.
National Prioritäre Art (NPA)
Der Faktor «Verantwortung» beschreibt die internationale Bedeutung des schweizerischen Bestands einer Art. Die Zuteilung zu den Verantwortungsklassen erfolgte vor allem aufgrund der geografischen Verbreitung (Schweiz, europäisch oder weltweit) und der genetischen und/oder ökologischen Bedeutung der Schweizer Populationen.
  • alleinige Verantwortung
  • sehr hohe Verantwortung
  • hohe Verantwortung
  • Verantwortung
  • Mitverantwortung
  • geringe Mitverantwortung
Handlungsebene (NPA)
Für alle National Prioritären Arten wird angegeben, auf welcher Handlungsebene Massnahmen erfolgen sollten: im Rahmen der spezifischen «Artenförderung» (AF), durch spezifischen «Lebensraumförderung» (LF) oder durch die biodiversitätsfreundliche Nutzung der natürlichen Ressourcen auf der «Ganzen Landesfläche» (GL) durch alle Sektoralpolitiken.
Eine Art wurde immer nur einer Ebene zugeteilt. Wenn Massnahmen auf der Ebene «Ganze Landesfläche» (GL) für die Erhaltung und Förderung der Art nicht genügen, braucht es die zweite Ebene, die spezifische «Lebensraumförderung» (LF). Wenn dies ebenfalls nicht ausreicht, kommt zusätzlich die spezifische «Artenförderung» (AF) zum Zuge. Eine Art, die spezifische Artenfördermassnahmen benötigt, ist demzufolge auch bei der Umsetzung von Massnahmen auf den Ebenen «Lebensraumförderung» und «Ganze Landesfläche» besonders zu berücksichtigen.
  • AF Artenförderung
  • LF Lebensraumförderung
  • GL ganze Landesfläche
AF
Dringlichkeit
Für alle Arten der Handlungsebenen «Artenförderung» (AF) und «Lebensraumförderung» (LF) erfolgte eine Beurteilung durch Expert:innen, mit welcher zeitlichen Dringlichkeit Massnahmen umzusetzen, fortzusetzen und/oder neu zu planen sind. Dabei wurden die beiden Faktoren Gefährdung und internationale Verantwortung einbezogen und die Erfolgsaussichten berücksichtigt.
  • notwendig und wichtig
Circle
Circle
Circle
Bestand Schweiz
(2021-2024)
Der Bestand gibt an, wie viele Paare im angegebenen Zeitraum gebrütet haben. Da diese Zahl von Jahr zu Jahr schwankt und es Ungenauigkeiten bei der Bestandserhebung gibt, wird eine Bandbreite angegeben. Bei einigen schwierig zu erfassenden Arten sind nur die balzenden Männchen angegeben. Aus den Angaben zum Bestand kann man nicht einfach durch Verdopplung die Zahl der Individuen berechnen. Die Anzahl Vögel ist nach der Brutzeit viel höher, einige Vögel brauchen Jahre, bis sie fortpflanzungsfähig sind und teilweise ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern nicht 1:1.
670-770Paare
Rote Liste
Rote Listen basieren auf den wissenschaftlichen Kriterien der IUCN und beurteilen das Aussterberisiko einer Art. Das hilft zu erkennen, wo der Handlungsbedarf im Naturschutz besonders gross ist.
  • nahezu bedroht (NT)

Projektträger

Gefahren, Aktivitäten und Prognosen
Limitierende Faktoren und Gefahren

Die Verfügbarkeit der Nistplätze ist limitierend. Da durch die Begradigung der Flüsse die natürlichen Brutplätze auf Kiesbänken an Flüssen und Deltas verschwunden sind, brütet die Art heute fast nur auf künstlichen Bruthilfen.

 
Brutzeit
  • Ein ausreichendes Netz von unterhaltenen Brutplattformen und -flossen ist wichtig, um genügend Raum zum Brüten und das Ausweichen bei Prädationsdruck zu ermöglichen.
  • Die Brutplatzkonkurrenz mit der Mittelmeermöwe sollte durch bauliche Massnahmen entschärft werden.
 
Zug/Winter
  • Genügend Rasthabitate sind vorhanden.
  • Überwintert in Afrika.
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Notwendige Aktivitäten
Monitoring
  • Der Brutbestand wird jährlich durch freiwillige lokale Mitarbeitende erhoben. Somit können Probleme frühzeitig erkannt und angegangen werden.
  • Die Schweizerischen Vogelwarte erfasst die Bestände pro Gebiet.
 
Förderung
  • Lokale Organisationen haben an den geeigneten Gewässern ein Netz von Bruthilfen aufgebaut und unterhalten es.
  • Schweizerische Vogelwarte und BirdLife Schweiz organisieren regelmässige Treffen, um einen Austausch zwischen den Koloniebetreuenden zu ermöglichen.
 
Forschung
  • Wissen über Faktoren, welche die Besiedlung von neuen Brutplätzen (vor allem Flachdächer) beeinflussen.
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Erfolgsaussichten und Prognosen
  • Wird das Netz von Bruthilfen unterhalten, kann sich die Art bei uns halten.
  • Massnahmen an den Bruthilfen entschärfen Konkurrenz mit Mittelmeermöwen (z.B. Abdecken bzw. Auswassern der Bruthilfen bis kurz vor Ankunft der Flussseeschwalbe, Ergänzung von weiteren Flossen/Plattformen bei Platzmangel).
  • Ein Ausbau des Netzes von Bruthilfen ermöglicht ein besseres Ausweichen bei Prädationsdruck.
  • Wiederausbreitung des Uhus führt teils zu Brutplatzaufgaben.
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Fördermassnahmen und Stakeholder
Brutplattformen zur Verfügung stellen
Brutplattformen oder Flosse auf Gewässern bieten Ersatzlebensraum zu störungsfreien Kiesbänken.
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Gemeinden
Kantone
Naturschutz
Störungen verhindern / minimieren
Störungen durch Menschen, Hunde oder Fahrzeuge können Lebensräume beeinträchtigen und unter anderem zu Brutverlusten führen.
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Gemeinden
Jagd und Fischerei
Kantone
Naturschutz
Tourismus und Sport
Förderprojekte Schweizerische Vogelwarte
Monitoring
Monitoring Ausgewählte Arten
vogelwarte.ch
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Vögel der Schweiz

Flussseeschwalbe

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