Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten
Lachmöwe
Die Lachmöwe brütet in vor terrestrischen Feinden geschützten Übergangsbereichen zwischen Wasser und Land. Der Bestand liegt in der Schweiz heute bei 500–700 Brutpaaren in etwa 10 Kolonien. Die Brutorte liegen vor allem an den Mittellandseen mit Bruthilfen, teils in den verbliebenen grösseren Feuchtgebieten wie im Neeracherried (ZH). Natürliche Gewässerufer werden nur ab und zu besiedelt, da offenbar die Struktur meist nicht genügt. Die Art nutzt vor allem, zusammen mit der Flussseeschwalbe, die angebotenen Brutplattformen und -flosse. Der Unterhalt dieses Netzes von Bruthilfen ist daher sehr wichtig, um die Art bei uns als Brutvogel zu halten. Bauliche Massnahmen sollen die Brutplatzkonkurrenz mit der Mittelmeermöwe entschärfen.
Verbreitung und Entwicklung
Schematisierte Verbreitung
Schematisierte Verbreitung zur Brutzeit (ocker), im Winter (blau punktiert) oder zu den Zugzeiten (weinrot punktiert).
Brutbestandsindex
Die Grafik zeigt die relative Entwicklung des Brutbestands in der Schweiz (100 = Mittelwert). Lesebeispiel: Ein Wert von 130 bedeutet, dass der Bestand im entsprechenden Jahr 30% über dem Mittelwert der gesamten berücksichtigten Zeitperiode lag.
Lebensraum und Nahrung
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten
Lachmöwe
Die Lachmöwe brütet in vor terrestrischen Feinden geschützten Übergangsbereichen zwischen Wasser und Land. Der Bestand liegt in der Schweiz heute bei 500–700 Brutpaaren in etwa 10 Kolonien. Die Brutorte liegen vor allem an den Mittellandseen mit Bruthilfen, teils in den verbliebenen grösseren Feuchtgebieten wie im Neeracherried (ZH). Natürliche Gewässerufer werden nur ab und zu besiedelt, da offenbar die Struktur meist nicht genügt. Die Art nutzt vor allem, zusammen mit der Flussseeschwalbe, die angebotenen Brutplattformen und -flosse. Der Unterhalt dieses Netzes von Bruthilfen ist daher sehr wichtig, um die Art bei uns als Brutvogel zu halten. Bauliche Massnahmen sollen die Brutplatzkonkurrenz mit der Mittelmeermöwe entschärfen.
Gefahren, Aktivitäten und Prognosen
Limitierende Faktoren und Gefahren
Die Verfügbarkeit der Nistplätze ist limitierend. Da durch die Entwässerung der Feuchtgebiete natürliche Brutplätze selten geworden sind, brütet die Art heute vorwiegend auf künstlichen Bruthilfen.
Brutzeit
- Ein ausreichendes Netz von unterhaltenen Brutplattformen und -flossen ist wichtig, um genügend Raum zum Brüten und das Ausweichen bei Prädationsdruck zu ermöglichen.
- Die Brutplatzkonkurrenz mit der Mittelmeermöwe sollte durch bauliche Massnahmen entschärft werden.
Zug/Winter
- Genügend Habitat vorhanden
- Der Winterbestand ist durch Zuzug aus dem Nordosten etwa 40-mal höher als der Brutbestand.
- Die Bestandsgrösse korreliert vermutlich stark mit dem europäischen Bestand.
Notwendige Aktivitäten
Monitoring
- Der Brutbestand wird jährlich durch freiwillige lokale Mitarbeitende erhoben. Somit können Probleme frühzeitig erkannt und angegangen werden.
- Die Schweizerischen Vogelwarte erfasst die Bestände pro Gebiet.
Förderung
- Lokale Organisationen haben an den geeigneten Gewässern ein Netz von Bruthilfen aufgebaut und unterhalten es.
- Schweizerische Vogelwarte und BirdLife Schweiz organisieren regelmässige Treffen, um einen Austausch zwischen den Koloniebetreuenden zu ermöglichen.
Forschung
- Bachelorarbeit zur Nahrung und zu Prädatoren im Neeracherried (2022).
- Wissen über Faktoren, welche die Besiedlung von neuen Brutplätzen beeinflussen.
- In Europa entwickeln sich die küstennahen Bestände besser als jene im Binnenland. Hier werden negative Effekte von Änderungen in der Landnutzung vermutet.
Erfolgsaussichten und Prognosen
- Wird das Netz von Bruthilfen weiter unterhalten und noch etwas ausgebaut, sollte sich die Art bei uns halten können.
- Massnahmen an den Bruthilfen entschärfen Konkurrenz mit Mittelmeermöwen (z.B. Abdecken bzw. Auswassern der Bruthilfen bis kurz vor Brutbeginn der Lachmöwe, Ergänzung von weiteren Flossen/Plattformen bei Platzmangel).
- Die Schweiz liegt eher am Südrand des Brutareals, die Klimaerwärmung hat möglicherweise negative Auswirkungen.
Fördermassnahmen und Stakeholder
Brutplattformen zur Verfügung stellen
Brutplattformen oder Flosse auf Gewässern bieten Ersatzlebensraum zu störungsfreien Kiesbänken.
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Gemeinden
Kantone
Naturschutz
Störungen verhindern / minimieren
Störungen durch Menschen, Hunde oder Fahrzeuge können Lebensräume beeinträchtigen und unter anderem zu Brutverlusten führen.
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©
© Marcel Burkhardt
Vögel der Schweiz
Lachmöwe
Lachmöwen sind im Winter regelmässige Gäste an unseren Seen und können manch grauen Wintertag erhellen. Nicht wegzudenken sind ihre akrobatischen und geschickten Flüge, mit denen sie blitzschnell das den Enten zugeworfene Brot noch in der Luft wegschnappen. Auch sonst fällt für die Nahrungsopportunisten in Siedlungsnähe vieles ab. Die Lachmöwe erhielt ihren deutschen Namen wegen ihre...
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