Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten
Waldschnepfe
Die Waldschnepfe ist die einzige Art unter den Schnepfenverwandten, die im Wald lebt. Sie brütet nur in Wäldern mit ausreichend feuchten Böden, die reich an Regenwürmern sind und lichte Stellen oder Lichtungen aufweisen. Unter den Brutvogelarten der Schweiz zählt sie zu den heimlichsten und nur die Männchen, auf ihren charakteristischen Balzflügen in der Dämmerung, sind gut hör- und sichtbar. Daher sind Aussagen zu Beständen und deren Entwicklung oft schwierig. Fest steht, dass in den letzten rund 20 Jahren das Verbreitungsgebiet im Jura kleiner geworden ist und die Art aus dem Mittelland verschwand. Die Ursachen dafür sind nach wie vor unklar. In Frage kommen Veränderungen der Wälder, Störung, Zersiedlung, Jagd, Nahrungsmangel wegen Bodenversauerung oder noch andere, bislang unbekannte Faktoren.
Verbreitung und Entwicklung
Schematisierte Verbreitung
Schematisierte Verbreitung zur Brutzeit (ocker), im Winter (blau punktiert) oder zu den Zugzeiten (weinrot punktiert).
Brutbestandsindex
Die Grafik zeigt die relative Entwicklung des Brutbestands in der Schweiz (100 = Mittelwert). Lesebeispiel: Ein Wert von 130 bedeutet, dass der Bestand im entsprechenden Jahr 30% über dem Mittelwert der gesamten berücksichtigten Zeitperiode lag.
Lebensraum und Nahrung
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten
Waldschnepfe
Die Waldschnepfe ist die einzige Art unter den Schnepfenverwandten, die im Wald lebt. Sie brütet nur in Wäldern mit ausreichend feuchten Böden, die reich an Regenwürmern sind und lichte Stellen oder Lichtungen aufweisen. Unter den Brutvogelarten der Schweiz zählt sie zu den heimlichsten und nur die Männchen, auf ihren charakteristischen Balzflügen in der Dämmerung, sind gut hör- und sichtbar. Daher sind Aussagen zu Beständen und deren Entwicklung oft schwierig. Fest steht, dass in den letzten rund 20 Jahren das Verbreitungsgebiet im Jura kleiner geworden ist und die Art aus dem Mittelland verschwand. Die Ursachen dafür sind nach wie vor unklar. In Frage kommen Veränderungen der Wälder, Störung, Zersiedlung, Jagd, Nahrungsmangel wegen Bodenversauerung oder noch andere, bislang unbekannte Faktoren.
Gefahren, Aktivitäten und Prognosen
Limitierende Faktoren und Gefahren
Limitierende Faktoren bei der Waldschnepfe und damit die Ursachen für die beschriebenen Rückgänge sind im Wesentlichen unbekannt. Möglich sind Waldveränderungen, Störungen, Zersiedlung, Jagd-bedingte Mortalität sowie Nahrungsmangel wegen Bodenversauerung.
Brutzeit
- Möglich sind Abnahme der Habitatqualität durch Verdichtung von Wäldern, Nährstoffeinträge, Störung, lokal auch Jagd oder, gemäss neuerer Untersuchung und vor allem im Mittelland, auch Lichtverschmutzung.
- Rolle Prädation weitgehend unbekannt.
Zug/Winter
- Jagd vermutlich der wesentlichste limitierende Faktor während der Zugzeit. Zwischen Oktober und Februar, also auf dem Herbstzug und im Winterquartier, ist die Waldschnepfe in Südwesteuropa einem enormen Jagddruck ausgesetzt.
Notwendige Aktivitäten
Monitoring
- Seit 2017 artspezifisches Monitoringprogramm der Schweizerischen Vogelwarte, das von einzelnen Kantonen zusätzlich ausgebaut wurde.
Förderung
- Über wichtigsten limitierenden Faktoren zur Brutzeit ist zu wenig bekannt, um effektive Förderprogramme zu lancieren.
- Die Kantone, in denen die Waldschnepfe jagdbar ist, haben vor ca. 3 Jahren die Jagd eingeschränkt.
- Die Art profitiert vermutlich von Massnahmen zugunsten des Auerhuhns.
Forschung
- Forschungsbedarf primär hinsichtlich möglicher limitierender Faktoren zur Brutzeit.
- Es braucht als zentralen Punkt die Entwicklung einer Methode, die den systematischen Fang von Weibchen im Brutgebiet ermöglicht. Dieses Problem ist aktuell ungelöst.
Erfolgsaussichten und Prognosen
- In den Alpen und vor allem in den nördlichen Voralpen wird die Waldschnepfe kaum Probleme bekommen.
- Über die Zukunft im Jura oder über die mögliche Wiederbesiedlung des Mittellands sind derzeit keine seriösen Prognosen möglich.
Fördermassnahmen und Stakeholder
Lückige Vegetation schaffen
Lücken im Wald ermöglichen durch das einfallende Licht das Aufkommen einer dichten Strauchschicht, welche typisch ist für Wälder, die von der Waldschnepfe genutzt werden.
Forstwirtschaft
Kantone
Störungen verhindern / minimieren
Störungen durch Menschen, Hunde oder Fahrzeuge können Lebensräume beeinträchtigen und unter anderem zu Brutverlusten führen.
Mehr anzeigen
Gemeinden
Kantone
Private
Tourismus und Sport
Publikationen
©
© Agami / Helge Sorensen
Vögel der Schweiz
Waldschnepfe
An einem lauen Frühlings- oder Frühsommerabend der Flugbalz der Waldschnepfe beizuwohnen, gehört zu den besonderen Naturerlebnissen. Bei einsetzender Dämmerung, noch bevor sich die ersten Sterne zeigen, zeichnet sich am Abendhimmel plötzlich die Silhouette eines eulenartig fliegenden Vogels ab. Dabei ist der lange, nach unten gerichtete Schnabel deutlich zu sehen. Untermalt wird dies...
Zum Artportrait in der Vogeldatenbank