Waldschnepfe
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© Agami / Helge Sorensen
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Waldschnepfe

Die Waldschnepfe ist die einzige Art unter den Schnepfenverwandten, die im Wald lebt. Sie brütet nur in Wäldern mit ausreichend feuchten Böden, die reich an Regenwürmern sind und lichte Stellen oder Lichtungen aufweisen. Unter den Brutvogelarten der Schweiz zählt sie zu den heimlichsten und nur die Männchen, auf ihren charakteristischen Balzflügen in der Dämmerung, sind gut hör- und sichtbar. Daher sind Aussagen zu Beständen und deren Entwicklung oft schwierig. Fest steht, dass in den letzten rund 20 Jahren das Verbreitungsgebiet im Jura kleiner geworden ist und die Art aus dem Mittelland verschwand. Die Ursachen dafür sind nach wie vor unklar. In Frage kommen Veränderungen der Wälder, Störung, Zersiedlung, Jagd, Nahrungsmangel wegen Bodenversauerung oder noch andere, bislang unbekannte Faktoren.

Verbreitung und Entwicklung

Schematisierte Verbreitung
Verbreitung - Waldschnepfe
Schematisierte Verbreitung zur Brutzeit (ocker), im Winter (blau punktiert) oder zu den Zugzeiten (weinrot punktiert).
Brutbestandsindex
Die Grafik zeigt die relative Entwicklung des Brutbestands in der Schweiz (100 = Mittelwert). Lesebeispiel: Ein Wert von 130 bedeutet, dass der Bestand im entsprechenden Jahr 30% über dem Mittelwert der gesamten berücksichtigten Zeitperiode lag.
Bestand und Verbreitung Schweiz
  • Brütet in der Schweiz im westlichen Jura, in den nördlichen Voralpen und in den Zentralalpen Graubündens, vereinzelt auch im Wallis und im Tessin.
  • Gemäss dem aktuellen Brutvogelatlas betrug der Bestand in der Schweiz in den Jahren 2013-16 zwischen 1’000 und 4’000 balzende Männchen.
Entwicklung Schweiz
  • Aussagen zur Bestandsentwicklung der Waldschnepfe in der Schweiz sind schwierig.
  • Verlassen der Brutplätze im Mittelland ab 1970er bis zum fast vollständiges Verschwinden heute (Atlas 2013-2016).
  • Seit 1993–1996 auch Abnahmen im östlichen und nördlichen Jura.
International
  • Die Waldschnepfe hat ein riesiges Verbreitungsgebiet, das von Westeuropa (Frankreich – Britannien) bis an die asiatische Pazifikküste im nördlichen Japan reicht.
  • BirdLife International klassiert die Art als nicht gefährdet (LC), in vielen Ländern West- und Südeuropas sind Bestände jedoch abnehmend.

Lebensraum und Nahrung

Lebensraum
Wald
Laubwald, Mischwald, Nadelwald
Nahrung
Würmer
Regenwürmer, Wirbellose
Lebensraum- und Nahrungsansprüche

Die Waldschnepfe besiedelt eher feuchte Wälder vom Tiefland bis zur oberen Waldgrenze, die in der Baumschicht offen bzw. lückig sind und eine gut entwickelte Strauchschicht aufweisen.

Nahrungshabitat

  • Zur Brutzeit im Wald auf ausreichend feuchten Böden, die reich an Regenwürmern sind.
  • Nach der Brutzeit sowie während des Zugs und im Überwinterungsgebiet Nahrungssuche häufig auf offenem Land wie z.B. Weiden.

Neststandort

  • Neststandort auf Waldboden mit dichter bodennaher Vegetation, baut jeodch kein wirkliches Nest.

Winterhabitat

  • Ist ein Zugvogel.
  • Einheimische Brutvögel ziehen zwischen Oktober und Dezember nach Südwesten.
  • Überwintert meist in Frankreich, Spanien oder Portugal.
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Waldschnepfe

Die Waldschnepfe ist die einzige Art unter den Schnepfenverwandten, die im Wald lebt. Sie brütet nur in Wäldern mit ausreichend feuchten Böden, die reich an Regenwürmern sind und lichte Stellen oder Lichtungen aufweisen. Unter den Brutvogelarten der Schweiz zählt sie zu den heimlichsten und nur die Männchen, auf ihren charakteristischen Balzflügen in der Dämmerung, sind gut hör- und sichtbar. Daher sind Aussagen zu Beständen und deren Entwicklung oft schwierig. Fest steht, dass in den letzten rund 20 Jahren das Verbreitungsgebiet im Jura kleiner geworden ist und die Art aus dem Mittelland verschwand. Die Ursachen dafür sind nach wie vor unklar. In Frage kommen Veränderungen der Wälder, Störung, Zersiedlung, Jagd, Nahrungsmangel wegen Bodenversauerung oder noch andere, bislang unbekannte Faktoren.
National Prioritäre Art (NPA)
Der Faktor «Verantwortung» beschreibt die internationale Bedeutung des schweizerischen Bestands einer Art. Die Zuteilung zu den Verantwortungsklassen erfolgte vor allem aufgrund der geografischen Verbreitung (Schweiz, europäisch oder weltweit) und der genetischen und/oder ökologischen Bedeutung der Schweizer Populationen.
  • alleinige Verantwortung
  • sehr hohe Verantwortung
  • hohe Verantwortung
  • Verantwortung
  • Mitverantwortung
  • geringe Mitverantwortung
Handlungsebene (NPA)
Für alle National Prioritären Arten wird angegeben, auf welcher Handlungsebene Massnahmen erfolgen sollten: im Rahmen der spezifischen «Artenförderung» (AF), durch spezifischen «Lebensraumförderung» (LF) oder durch die biodiversitätsfreundliche Nutzung der natürlichen Ressourcen auf der «Ganzen Landesfläche» (GL) durch alle Sektoralpolitiken.
Eine Art wurde immer nur einer Ebene zugeteilt. Wenn Massnahmen auf der Ebene «Ganze Landesfläche» (GL) für die Erhaltung und Förderung der Art nicht genügen, braucht es die zweite Ebene, die spezifische «Lebensraumförderung» (LF). Wenn dies ebenfalls nicht ausreicht, kommt zusätzlich die spezifische «Artenförderung» (AF) zum Zuge. Eine Art, die spezifische Artenfördermassnahmen benötigt, ist demzufolge auch bei der Umsetzung von Massnahmen auf den Ebenen «Lebensraumförderung» und «Ganze Landesfläche» besonders zu berücksichtigen.
  • AF Artenförderung
  • LF Lebensraumförderung
  • GL ganze Landesfläche
AF
Dringlichkeit
Für alle Arten der Handlungsebenen «Artenförderung» (AF) und «Lebensraumförderung» (LF) erfolgte eine Beurteilung durch Expert:innen, mit welcher zeitlichen Dringlichkeit Massnahmen umzusetzen, fortzusetzen und/oder neu zu planen sind. Dabei wurden die beiden Faktoren Gefährdung und internationale Verantwortung einbezogen und die Erfolgsaussichten berücksichtigt.
  • notwendig und wichtig
Circle
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Bestand Schweiz
(2025)
Der Bestand gibt an, wie viele Paare im angegebenen Zeitraum gebrütet haben. Da diese Zahl von Jahr zu Jahr schwankt und es Ungenauigkeiten bei der Bestandserhebung gibt, wird eine Bandbreite angegeben. Bei einigen schwierig zu erfassenden Arten sind nur die balzenden Männchen angegeben. Aus den Angaben zum Bestand kann man nicht einfach durch Verdopplung die Zahl der Individuen berechnen. Die Anzahl Vögel ist nach der Brutzeit viel höher, einige Vögel brauchen Jahre, bis sie fortpflanzungsfähig sind und teilweise ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern nicht 1:1.
1400-5000Männchen
Rote Liste
Rote Listen basieren auf den wissenschaftlichen Kriterien der IUCN und beurteilen das Aussterberisiko einer Art. Das hilft zu erkennen, wo der Handlungsbedarf im Naturschutz besonders gross ist.
  • verletzlich (VU)

Projektträger

Gefahren, Aktivitäten und Prognosen
Limitierende Faktoren und Gefahren

Limitierende Faktoren bei der Waldschnepfe und damit die Ursachen für die beschriebenen Rückgänge sind im Wesentlichen unbekannt. Möglich sind Waldveränderungen, Störungen, Zersiedlung, Jagd-bedingte Mortalität sowie Nahrungsmangel wegen Bodenversauerung.

 
Brutzeit
  • Möglich sind Abnahme der Habitatqualität durch Verdichtung von Wäldern, Nährstoffeinträge, Störung, lokal auch Jagd oder, gemäss neuerer Untersuchung und vor allem im Mittelland, auch Lichtverschmutzung.
  • Rolle Prädation weitgehend unbekannt.
 
Zug/Winter
  • Jagd vermutlich der wesentlichste limitierende Faktor während der Zugzeit. Zwischen Oktober und Februar, also auf dem Herbstzug und im Winterquartier, ist die Waldschnepfe in Südwesteuropa einem enormen Jagddruck ausgesetzt.
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Notwendige Aktivitäten
Monitoring
  • Seit 2017 artspezifisches Monitoringprogramm der Schweizerischen Vogelwarte, das von einzelnen Kantonen zusätzlich ausgebaut wurde.
 
Förderung
  • Über wichtigsten limitierenden Faktoren zur Brutzeit ist zu wenig bekannt, um effektive Förderprogramme zu lancieren.
  • Die Kantone, in denen die Waldschnepfe jagdbar ist, haben vor ca. 3 Jahren die Jagd eingeschränkt.
  • Die Art profitiert vermutlich von Massnahmen zugunsten des Auerhuhns.
 
Forschung
  • Forschungsbedarf primär hinsichtlich möglicher limitierender Faktoren zur Brutzeit.
  • Es braucht als zentralen Punkt die Entwicklung einer Methode, die den systematischen Fang von Weibchen im Brutgebiet ermöglicht. Dieses Problem ist aktuell ungelöst.
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Erfolgsaussichten und Prognosen
  • In den Alpen und vor allem in den nördlichen Voralpen wird die Waldschnepfe kaum Probleme bekommen.
  • Über die Zukunft im Jura oder über die mögliche Wiederbesiedlung des Mittellands sind derzeit keine seriösen Prognosen möglich.
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Fördermassnahmen und Stakeholder
Lückige Vegetation schaffen

Lücken im Wald ermöglichen durch das einfallende Licht das Aufkommen einer dichten Strauchschicht, welche typisch ist für Wälder, die von der Waldschnepfe genutzt werden.

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Forstwirtschaft
Kantone
Störungen verhindern / minimieren
Störungen durch Menschen, Hunde oder Fahrzeuge können Lebensräume beeinträchtigen und unter anderem zu Brutverlusten führen.
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Gemeinden
Kantone
Private
Tourismus und Sport
Förderprojekte Schweizerische Vogelwarte
Lebensraum Wald
Artenförderung Waldschnepfe
vogelwarte.ch
Ökologische Forschung
Habitatpräferenzen und Start des Zugverhaltens bei der Waldschnepfe
vogelwarte.ch
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