Uferschwalbe
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© Marcel Burkhardt
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Uferschwalbe

Die Uferschwalbe benötigt für ihre Brutröhren vegetationslose Steilwände im Mittelland. Ursprünglich lagen diese an natürlichen Flussufern, heutzutage werden Kiesgruben oder künstliche Sandschüttungen besiedelt. Der Bestand in der Schweiz ging im 20. Jahrhundert stark zurück, zeigt aber seit 2013 wieder eine positive Tendenz. Aktuell brüten rund 6900 Paare. Fördermassnahmen wie die Beratung von Kiesgrubenbetreibern und das Anlegen künstlicher Brutwände tragen zur Stabilisierung bei. Weiterführende Anstrengungen, vor allem die Renaturierung von Fliessgewässern, sind nötig, um den Bestand langfristig zu sichern.

Verbreitung und Entwicklung

Schematisierte Verbreitung
Verbreitung - Uferschwalbe
Schematisierte Verbreitung zur Brutzeit (ocker), im Winter (blau punktiert) oder zu den Zugzeiten (weinrot punktiert).
Brutbestandsindex
Die Grafik zeigt die relative Entwicklung des Brutbestands in der Schweiz (100 = Mittelwert). Lesebeispiel: Ein Wert von 130 bedeutet, dass der Bestand im entsprechenden Jahr 30% über dem Mittelwert der gesamten berücksichtigten Zeitperiode lag.
Bestand und Verbreitung Schweiz
  • Kommt im Mittelland vor und brütet zwischen 300 und 600 m ü.M.
  • Kolonien finden sich in Kiesgruben oder an Standorten mit künstlichen Sandschüttungen.
  • Konzentrationen von Kolonien befinden sich in den Kantonen Bern, Aargau und Zürich.
Entwicklung Schweiz
  • Steter Rückgang seit Mitte des 20. Jahrhunderts : 1960 ca. 9000 Paare, 1993–1996 zwischen 5500 und 6500 Paare, Tiefststand 2003 und 2013 mit ca. 3000 Paaren.
  • Seit 2013 tendenziell ansteigender Bestand, 2024 rund 6900 Paare.
International
  • Brütet in der nördlichen Hemispähre (Nordamerika, Europa, Asien).
  • In Nordamerika und Europa wurde in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts ebenfalls ein starker Rückgang der Bestände festgestellt. Kein eindeutiger Trend für das 21. Jahrhundert.

Lebensraum und Nahrung

Lebensraum
Feuchtgebiete und Gewässer
Fliessgewässer
Trockenstandorte und Felsen
Kiesgruben
Nahrung
Insekten und Spinnen
Fluginsekten
Lebensraum- und Nahrungsansprüche

Die Uferschwalbe baut ihre Brutröhren in Steilwänden, ursprünglich an Flüssen, heutzutage in Kiesgruben oder in künstliche Sandschüttungen im Schweizer Mittelland.

Nahrungshabitat

  • Luftraum oberhalb von Gewässern, Wiesen und Felder mit hohem Bestand an Fluginsekten.

Neststandort

  • Vegetationslose Steilwände (toniger Sand, Lehm oder Humus).
  • Kein Wald, Bäume oder Gebüsche in der näheren Umgebung.

Winterhabitat

  • Vor allem Ostafrika, aber auch Mittel- und Westafrika südlich der Sahelzone.
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Uferschwalbe

Die Uferschwalbe benötigt für ihre Brutröhren vegetationslose Steilwände im Mittelland. Ursprünglich lagen diese an natürlichen Flussufern, heutzutage werden Kiesgruben oder künstliche Sandschüttungen besiedelt. Der Bestand in der Schweiz ging im 20. Jahrhundert stark zurück, zeigt aber seit 2013 wieder eine positive Tendenz. Aktuell brüten rund 6900 Paare. Fördermassnahmen wie die Beratung von Kiesgrubenbetreibern und das Anlegen künstlicher Brutwände tragen zur Stabilisierung bei. Weiterführende Anstrengungen, vor allem die Renaturierung von Fliessgewässern, sind nötig, um den Bestand langfristig zu sichern.
National Prioritäre Art (NPA)
Der Faktor «Verantwortung» beschreibt die internationale Bedeutung des schweizerischen Bestands einer Art. Die Zuteilung zu den Verantwortungsklassen erfolgte vor allem aufgrund der geografischen Verbreitung (Schweiz, europäisch oder weltweit) und der genetischen und/oder ökologischen Bedeutung der Schweizer Populationen.
  • alleinige Verantwortung
  • sehr hohe Verantwortung
  • hohe Verantwortung
  • Verantwortung
  • Mitverantwortung
  • geringe Mitverantwortung
Handlungsebene (NPA)
Für alle National Prioritären Arten wird angegeben, auf welcher Handlungsebene Massnahmen erfolgen sollten: im Rahmen der spezifischen «Artenförderung» (AF), durch spezifischen «Lebensraumförderung» (LF) oder durch die biodiversitätsfreundliche Nutzung der natürlichen Ressourcen auf der «Ganzen Landesfläche» (GL) durch alle Sektoralpolitiken.
Eine Art wurde immer nur einer Ebene zugeteilt. Wenn Massnahmen auf der Ebene «Ganze Landesfläche» (GL) für die Erhaltung und Förderung der Art nicht genügen, braucht es die zweite Ebene, die spezifische «Lebensraumförderung» (LF). Wenn dies ebenfalls nicht ausreicht, kommt zusätzlich die spezifische «Artenförderung» (AF) zum Zuge. Eine Art, die spezifische Artenfördermassnahmen benötigt, ist demzufolge auch bei der Umsetzung von Massnahmen auf den Ebenen «Lebensraumförderung» und «Ganze Landesfläche» besonders zu berücksichtigen.
  • AF Artenförderung
  • LF Lebensraumförderung
  • GL ganze Landesfläche
AF
Dringlichkeit
Für alle Arten der Handlungsebenen «Artenförderung» (AF) und «Lebensraumförderung» (LF) erfolgte eine Beurteilung durch Expert:innen, mit welcher zeitlichen Dringlichkeit Massnahmen umzusetzen, fortzusetzen und/oder neu zu planen sind. Dabei wurden die beiden Faktoren Gefährdung und internationale Verantwortung einbezogen und die Erfolgsaussichten berücksichtigt.
  • dringend
Circle
Circle
Circle
Bestand Schweiz
(2025)
Der Bestand gibt an, wie viele Paare im angegebenen Zeitraum gebrütet haben. Da diese Zahl von Jahr zu Jahr schwankt und es Ungenauigkeiten bei der Bestandserhebung gibt, wird eine Bandbreite angegeben. Bei einigen schwierig zu erfassenden Arten sind nur die balzenden Männchen angegeben. Aus den Angaben zum Bestand kann man nicht einfach durch Verdopplung die Zahl der Individuen berechnen. Die Anzahl Vögel ist nach der Brutzeit viel höher, einige Vögel brauchen Jahre, bis sie fortpflanzungsfähig sind und teilweise ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern nicht 1:1.
4000-11000Paare
Rote Liste
Rote Listen basieren auf den wissenschaftlichen Kriterien der IUCN und beurteilen das Aussterberisiko einer Art. Das hilft zu erkennen, wo der Handlungsbedarf im Naturschutz besonders gross ist.
  • stark gefährdet (EN)

Projektträger

Gefahren, Aktivitäten und Prognosen
Limitierende Faktoren und Gefahren

Limitierender Faktor ist ein ausreichendes Angebot an vegetationslosen, störungsfreien Steilwänden zur Anlage der Brutröhren in tieferen Lagen.

 
Brutzeit
  • Abbauwände in Kiesgruben: Störung des Brutgeschäfts durch Abbautätigkeit, Zuwachsen der Wand/Anflugschneise.
  • Künstliche Sandschüttungen: Prädation, Störung durch Freizeitaktivitäten, Abbrüche aufgrund Starkregenfälle.
  • Kühle Witterung zur Nestlingszeit.
 
Zug/Winter
  • Dürren im Winterquartier.
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Notwendige Aktivitäten
Monitoring
  • Überwachung der nationalen Bestandsentwicklung durch die Schweizerische Vogelwarte.
  • Schweizweite Erhebung der Bestände in künstlichen Sandschüttungen durch BirdLife Schweiz.
  • Erhebung der Bestände in Abbauwänden und künstlichen Sandschütttungen im Raum Bern/Freiburg/Solothurn, Kanton Aargau und Kanton Zürich.
 
Förderung
  • Renaturierung von Fliessgewässern zur Wiederherstellung der natürlichen Wasserdynamik und Steilufer.
  • Beratung von Kiesgrubenbetreibern zur Sicherung bestehender Kolonien (mit Kantonen und Branchenverbänden).
  • Künstliche Sandschüttungen als Ersatz- oder Erweiterungsbrutstandorte.
 
Forschung
  • Wissen über Faktoren, welche die Besiedlung von neuen Gebieten beeinflussen.
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Erfolgsaussichten und Prognosen
  • Solange die derzeit laufenden Fördermassnahmen (Beratung von Kiesgrubenbetreibern, Erstellung künstlicher Sandschüttungen) weitergeführt werden, kann der Bestand gehalten und moderat erhöht werden.
  • Eine substanzielle Erhöhung der Bestände in den nächsten 25 Jahren ist voraussichtlich nur durch eine beschleunigte Renaturierung von Fliessgewässern zu erwarten.
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Fördermassnahmen und Stakeholder
Nisthilfen anbieten und pflegen

Die Erstellung künstlicher Sandschüttung bietet Ersatz für fehlende natürliche Brutwände sowie aufgehobene Brutmöglichkeiten in Abbauwänden in Gruben.

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Gemeinden
Industrie und Gewerbe
Kantone
Naturschutz
Private
Störungen verhindern / minimieren
Störungen durch Menschen, Hunde oder Fahrzeuge können Lebensräume beeinträchtigen und unter anderem zu Brutverlusten führen.
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Gemeinden
Industrie und Gewerbe
Kantone
Naturschutz
Private
Gewässerrenaturierung

Renaturierung von Fliessgewässern, vor allem durch Verbreiterung des Flussbetts, so dass sich durch die Flussdynamik wieder Steilufer und damit natürlich Brutwände bilden können.

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Bund
Gemeinden
Kantone
Naturschutz
Planer und Architekten
Förderprojekte Schweizerische Vogelwarte
Monitoring
Monitoring Ausgewählte Arten
vogelwarte.ch
Internationaler Vogelschutz
Unterstützung des Projekts Afrikanischer Vogelatlas
vogelwarte.ch
Internationaler Vogelschutz
Habitat Restoration Africa
vogelwarte.ch
Förderprojekte Birdlife
Artenförderungsprogramm Uferschwalbe
birdlife.ch
Weitere Projekte
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Vögel der Schweiz

Uferschwalbe

Die Uferschwalbe brütet in Kolonien in Kiesgruben, früher hingegen in Steilufern von unverbauten Flüssen. In den Brutkolonien, die bis über 100 Paare beherbergen können, herrscht ein reges An- und Abfliegen. Meist ist die Luft von den Rufen zahlreicher Uferschwalben erfüllt, die sich geschwätzig unterhalten oder zu ihren Nesteingängen fliegen. Die bis über einen Meter langen Brutröhr...
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Synergien mit anderen Prioritätsarten