Eisvogel
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© Mathias Schäf
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Eisvogel

Der Eisvogel ist auf strukturreiche, saubere Gewässer mit Steilufern und reichem Nahrungsangebot an Kleinfischen angewiesen. In der Schweiz sind geeignete Brut- und Jagdlebensräume selten geworden. Die Bestände schwanken stark und konzentrieren sich auf Gewässer mit natürlichen Uferstrukturen. Seit den 1990er-Jahren ist eine leichte Zunahme der Verbreitung festzustellen. Mit gezielten Massnahmen wie dem Erhalt dynamischer Fliessgewässer und der Renaturierung von Flüssen und Bächen, der Schaffung natürlicher und künstlicher Brutwände und der Förderung naturnaher Gewässerräume kann der Eisvogel wirkungsvoll unterstützt werden.

Verbreitung und Entwicklung

Schematisierte Verbreitung
Verbreitung - Eisvogel
Schematisierte Verbreitung zur Brutzeit (ocker), im Winter (blau punktiert) oder zu den Zugzeiten (weinrot punktiert).
Brutbestandsindex
Die Grafik zeigt die relative Entwicklung des Brutbestands in der Schweiz (100 = Mittelwert). Lesebeispiel: Ein Wert von 130 bedeutet, dass der Bestand im entsprechenden Jahr 30% über dem Mittelwert der gesamten berücksichtigten Zeitperiode lag.
Bestand und Verbreitung Schweiz
  • Verbreitet vor allem unterhalb von 600 m ü.M. entlang von Fliess- und Stillgewässern im Mittelland, Tessin und Jura.
  • Schwerpunkte an strukturreichen, natürlichen oder revitalisierten Fliessgewässern.
  • Rund 400–500 Brutpaare, mit starken jährlichen Schwankungen.
Entwicklung Schweiz
  • Bestand bis 2013 fluktuierend, seitdem deutliche Erholung.
  • Harte Winter führen regelmässig zu Bestandseinbrüchen.
  • Lokale Zunahmen dank gezielter Artenförderung und renaturierten Gewässern.
International
  • Weit verbreitet in Europa, Nordafrika und Asien bis Japan.
  • Europäischer Bestand gilt als nicht bedroht, jedoch zeigt sich ein leicht absteigender Trend.
  • Regional mit deutlichen Schwankungen und Rückgängen (vor allem in Südeuropa), unter anderem durch Gewässerverbauung.

Lebensraum und Nahrung

Lebensraum
Feuchtgebiete und Gewässer
Feuchtgebiete, Fliessgewässer, Mündungsgebiete, Seen
Nahrung
Amphibien
Frösche, Molche
Insekten und Spinnen
Insekten, Insektenlarven
Fische
Fische
andere Wassertiere
Krebstiere
Lebensraum- und Nahrungsansprüche

Der Eisvogel kommt an Gewässern unterschiedlicher Art vor, die langsam fliessend oder stehend sind. Diese sollten wenig belastet durch Nährstoffeinträge oder Schadstoffe sein und ausreichend Nahrungs- und Brutmöglichkeiten bieten.

Nahrungshabitat

  • Jagt in klaren, langsam fliessenden oder stehenden Gewässern mit Flachwasserzonen.
  • Wichtig sind reiche Bestände an Kleinfischen und geeignete Sitzwarten nahe am Ufer.

Neststandort

  • Selbstgegrabene Brutröhren in sandigen Steilufern, Böschungskanten oder künstlichen Brutwänden.
  • Bevorzugt ungestörte, vegetationsarme Ufer mit grabfähigem Substrat.
  • Brütet auch mit Abstand zum Wasser, z.B. in Wurzeltellern.

Winterhabitat

  • Nutzt eisfreie, fischreiche Gewässer mit guter Sichttiefe.
  • Bleibt oft standorttreu, weicht bei Eisbildung in tiefere Lagen oder in Quellbereiche aus.
Artenförderung Vögel Schweiz - Prioritätsarten

Eisvogel

Der Eisvogel ist auf strukturreiche, saubere Gewässer mit Steilufern und reichem Nahrungsangebot an Kleinfischen angewiesen. In der Schweiz sind geeignete Brut- und Jagdlebensräume selten geworden. Die Bestände schwanken stark und konzentrieren sich auf Gewässer mit natürlichen Uferstrukturen. Seit den 1990er-Jahren ist eine leichte Zunahme der Verbreitung festzustellen. Mit gezielten Massnahmen wie dem Erhalt dynamischer Fliessgewässer und der Renaturierung von Flüssen und Bächen, der Schaffung natürlicher und künstlicher Brutwände und der Förderung naturnaher Gewässerräume kann der Eisvogel wirkungsvoll unterstützt werden.
National Prioritäre Art (NPA)
Der Faktor «Verantwortung» beschreibt die internationale Bedeutung des schweizerischen Bestands einer Art. Die Zuteilung zu den Verantwortungsklassen erfolgte vor allem aufgrund der geografischen Verbreitung (Schweiz, europäisch oder weltweit) und der genetischen und/oder ökologischen Bedeutung der Schweizer Populationen.
  • alleinige Verantwortung
  • sehr hohe Verantwortung
  • hohe Verantwortung
  • Verantwortung
  • Mitverantwortung
  • geringe Mitverantwortung
Handlungsebene (NPA)
Für alle National Prioritären Arten wird angegeben, auf welcher Handlungsebene Massnahmen erfolgen sollten: im Rahmen der spezifischen «Artenförderung» (AF), durch spezifischen «Lebensraumförderung» (LF) oder durch die biodiversitätsfreundliche Nutzung der natürlichen Ressourcen auf der «Ganzen Landesfläche» (GL) durch alle Sektoralpolitiken.
Eine Art wurde immer nur einer Ebene zugeteilt. Wenn Massnahmen auf der Ebene «Ganze Landesfläche» (GL) für die Erhaltung und Förderung der Art nicht genügen, braucht es die zweite Ebene, die spezifische «Lebensraumförderung» (LF). Wenn dies ebenfalls nicht ausreicht, kommt zusätzlich die spezifische «Artenförderung» (AF) zum Zuge. Eine Art, die spezifische Artenfördermassnahmen benötigt, ist demzufolge auch bei der Umsetzung von Massnahmen auf den Ebenen «Lebensraumförderung» und «Ganze Landesfläche» besonders zu berücksichtigen.
  • AF Artenförderung
  • LF Lebensraumförderung
  • GL ganze Landesfläche
AF
Dringlichkeit
Für alle Arten der Handlungsebenen «Artenförderung» (AF) und «Lebensraumförderung» (LF) erfolgte eine Beurteilung durch Expert:innen, mit welcher zeitlichen Dringlichkeit Massnahmen umzusetzen, fortzusetzen und/oder neu zu planen sind. Dabei wurden die beiden Faktoren Gefährdung und internationale Verantwortung einbezogen und die Erfolgsaussichten berücksichtigt.
  • notwendig und wichtig
Circle
Circle
Circle
Bestand Schweiz
(2025)
Der Bestand gibt an, wie viele Paare im angegebenen Zeitraum gebrütet haben. Da diese Zahl von Jahr zu Jahr schwankt und es Ungenauigkeiten bei der Bestandserhebung gibt, wird eine Bandbreite angegeben. Bei einigen schwierig zu erfassenden Arten sind nur die balzenden Männchen angegeben. Aus den Angaben zum Bestand kann man nicht einfach durch Verdopplung die Zahl der Individuen berechnen. Die Anzahl Vögel ist nach der Brutzeit viel höher, einige Vögel brauchen Jahre, bis sie fortpflanzungsfähig sind und teilweise ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern nicht 1:1.
400-600Paare
Rote Liste
Rote Listen basieren auf den wissenschaftlichen Kriterien der IUCN und beurteilen das Aussterberisiko einer Art. Das hilft zu erkennen, wo der Handlungsbedarf im Naturschutz besonders gross ist.
  • verletzlich (VU)

Projektträger

Gefahren, Aktivitäten und Prognosen
Limitierende Faktoren und Gefahren

Lebensraumverlust, Uferverbauungen, Gewässertrübung und Störungen an Brutplätzen schränken den Bestand ein. Zudem gefährden Prädatoren sowie harte Winter den Eisvogel. Dynamische Gewässer ohne Belastung sind zudem wichtig, um genügend Nahrung wie Fische und Insekten zu gewährleisten.

 
Brutzeit
  • Fehlende Steilufer oder Böschungskanten sowie ungeeignetes Substrat zum Graben von Bruthöhlen.
  • Fehlende Flachwasserbereiche.
  • Störungen durch Menschen oder Prädatoren.
  • Überschwemmungsgefahr durch Hochwasser bei zu niedrigen Brutplätzen.
  • Unzureichendes Nahrungsangebot.
 
Zug/Winter
  • Eisbildung an Gewässern erschwert die Nahrungssuche und führt teilweise zu hoher Wintermortalität.
  • Fehlende eisfreie Rückzugsgewässer und Störungen an Rastplätzen führen zu Verlusten.
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Notwendige Aktivitäten
Monitoring
  • Langfristiges Monitoring der Bestandsentwicklung durch Brutplatzkontrollen und Reviererfassungen entlang geeigneter Fliessgewässer.
  • Erfolgskontrollen bei künstlichen Brutwänden und nach Gewässerrevitalisierungen.
 
Förderung
  • Verbesserung der Gewässer- und generell der Lebensraumqualität.
  • Revitalisierung von Uferabschnitten und Gewässerläufen.
  • Erhalt und Erstellen grabfähiger Steilufer und Böschungskanten, sowie Schaffung strukturierter Gewässer mit Sitzwarten.
  • Bau künstlicher Brutwände.
  • Schutz der Gewässer vor Beeintächtigungen und Störungen zur Brutzeit.
 
Forschung
  • Gezielte Erfassung des Einflusses von Störungen.
  • Studien zur Nutzung von künstlichen Brutwänden und deren Bruterfolg.
  • Gewinnen von Kenntnissen zu Ausweichbewegungen und Habitatnutzung im Winter.
  • Wissen über Faktoren, welche die Besiedlung von neuen Gebieten und maximale Besiedlungsdichten beeinflussen.
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Erfolgsaussichten und Prognosen
  • Bestände bleiben witterungsabhängig und daher schwankend.
  • Positive Entwicklung ist möglich bei gezielter Förderung und Verbesserung der Gewässerqualität.
  • Zunahme lokaler Populationen in revitalisierten Flusssystemen ist wahrscheinlich.
  • Klimawandel kann Wintermortalität langfristig senken, erhöht jedoch die Gefahr durch zunehmende Extremwetterereignisse.
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Fördermassnahmen und Stakeholder
Nisthilfen anbieten und pflegen

Neue natürliche (Steilwände) und künstliche Brutplätze erstellen und pflegen z.B. durch Entfernen von Vegetation.

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Gemeinden
Jagd und Fischerei
Kantone
Naturschutz
Störungen verhindern / minimieren
Störungen durch Menschen, Hunde oder Fahrzeuge können Lebensräume beeinträchtigen und unter anderem zu Brutverlusten führen.
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Gemeinden
Jagd und Fischerei
Kantone
Naturschutz
Private
Sing- oder Jagdwarten fördern

Strukturierte Gewässer bieten Sitzwarten.

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Gemeinden
Jagd und Fischerei
Kantone
Naturschutz
Gewässerrenaturierung

Renaturierung von Fliessgewässern, vor allem durch Wiederherstellung von Lebensräumen für auf Flussökosysteme angewiesene Arten.

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Bund
Gemeinden
Kantone
Naturschutz
Förderprojekte Birdlife
Artenförderung Eisvogel
birdlife.ch
Eisvogelförderung am BirdLife-Naturzentrum Klingnauer Stausee
naturzentrum-klingnauerstausee.ch
Eisvogelförderung am BirdLife-Naturzentrum La Sauge
birdlife.ch
Weitere Projekte
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Vögel der Schweiz

Eisvogel

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